Hasardeure des Atlantik

IRRSINN oder WAHNSINN?

Welcher Begriff (Zustand) trifft auf einen Hasardeur zu? „Stark beeinträchtigter Geisteszustand“ für Irrsinn oder „Psychische Störung, die von Wahn begleitet wird“ für Wahnsinn“? Nein, so
einfach ist die Antwort nicht, denn das Gegenteil eines Hasardeurs wird mit Angsthase & Feigling bezeichnet. Interessant wird es, wenn das Gegenteil von Feigling gegoogelt wird. Da erscheint auf dem Bildschirm Haudegen, Adrenalinjunkie, Superheld und Hasar-deur wie auch Draufgänger und Teufelskerl.
Die Hasardeure träumen wohl eher von den „positiven“ Synony-men. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen aus dem Alltag ausbrechen und sich auf die Suche nach der ganz großen Freiheit begeben.
In der Segelszene und den sozialen Medien tauchen auch abschätzende Bezeichnungen für Hasardeure auf; Fakir der See, Survival-Guru, Trans-atlantik Masochist, Steinzeit Segler, Sailing Freak und vieles mehr.
Mit keinem Wort wird Irrsinnige(r), Wahnsinnige(r), Lebensmüde(r) oder Verrückte(r) erwähnt (beachte die Genderkonformen Bezeichnungen!), denn Grundgenommen sind sie das, was die folgenden Geschichten nachweisen werden.

Der Begriff HASARDEUR

Wikipedia charakterisiert den Hasardeur wie folgt;
Der Hasardeur gilt als ein Draufgänger mit wenig Verant-wortungsbewusstsein. Er liebt das Risiko als Selbstzweck und ist nicht bestrebt, Werte über das Risiko hinaus zu verwirk-lichen.
Er ist ein Glücksspieler, der das waghalsige Abenteuer zu seiner Lebensmaxime macht und dabei wenig Rücksicht auf eigenes und fremdes Leben nimmt.
Hasardeure finden sich in so unterschiedlichen Lebensbe-reichen wie dem Glücksspiel, im Finanz- und Bankenwesen, in der Politik, beim Militär oder im Extremsport. Diktatoren, aber auch geldgierige Manager, reißen bisweilen ihre Völker oder Firmen mit dieser Charaktereigen-schaft in den Ruin. Der Strudel unüberlegten, von Ehrgeiz, Geld- oder Machtgier getriebenen gefährlichen Handelns,
endet meist in Chaos, Staats- und Firmen-pleiten und der Ver-nichtung vieler Existenzen.
Wahrlich „starker Tobak“ der uns im alltäglich geregelten Lebensdasein nicht bewusst wird.

Historische Boots-Reisen
Mehr als 80 «große Schläge in kleinen Booten» über den Atlantik, den Pazifik oder die Tasmanische See wurden bis heute dokumentiert. Vom kommoden 20-Fuß-Pionier im Jahre 1876 bis zum 1,64m messenden «Schuhkarton» 1992 wurde allein auf dem Nordatlantik viele faszinierende «Geschichten der kurzen Boote» gelebt. Aus naheliegenden Gründen segelten die Protagonisten
meist allein und verarbei-teten ihre extreme physi-sche und psychische Be-lastung nach dem Törn in Büchern oder bei Vor-tragsreisen, aber auch bei einem weiteren Kurztrip der gleichen oder anderen Art!
Fünf erklärte Mikrosegler ließen bei ihren Abenteuern auf See ihr Leben. Zwei Boote wurden – intakt – ohne Skipper an Land gespült, andere verschwanden spurlos auf Nimmerwiedersehen in den Weltmeeren.
Nachstehend eine kleine Auswahl von „Hasardeuren“, die zu Ihrer Zeit die Schlagzeilen dominierten;

1870 Die erste offizielle „Ost-West-Atlantiküberquerung in einem „kleinen Boot“ schafften der Amerikaner Buckley und der Österreicher Primorac. Sie brauchten in einem offenen(!) 6-Meter-Dinghi 84 Tagen von Cork (IRL) nach Boston (USA).
1880/81 segelten die Briten Norman und Thomas in einem 4,90-Meter-Boot gleich zwei Mal die Atlantik-Route – mit einem Jahr Landgang dazwischen. Ihre Abfahrt wurde von 30.000 Menschen gefeiert.
1892 besiegte William Andrews in einem 3,90 m kurzen Boot den „grossen Teich“, nachdem er vier Jahre zuvor gescheitert war.
1939 driftete Harry Young in 39 Tagen von New York zu den Azoren auf einer ebenfalls 3,90 Meter kurzen, offenen Sloop.
1963 segelt Fran Dye (s. Bild links) die 4,90 Meter kurze „Wayfarer“ von Schottland nach Island.
Ab 1965 schipperte Robin Leen Graham als 16 jähriger, bis dahin jüngste Person überhaupt, in mehreren Jahren und Etappen auf einem 6-Meter-Boot um die Welt.
Hugo Vihlen segelte 1968 auf der „Aprilscherz“, einer 1,83 m-Sperrholzkiste, von Casablanca nach Miami.
Erst 1982 wird dieser „Kürze-Rekord“ gebro-chen: Tom McNally (s. Bild rechts) braucht nur 1,64 m LüWl, um mit seinem an ein Rettung-sboot erinnernden Gefährt auf die andere Seite des Atlantiks zu gelangen.
Tom McLean trieb 1982 auf seiner „Giltspur“ (2,97 m) von West nach Ost über den Atlantik.
1982 strandete die 2,72 m kurze „God’s Tear“ von Wayne Dickinson kurz vor Erreichen des Ziels an der irischen Küste. Der Segler wird von einem Leuchtturmwärter gerettet.
Ab 1983 benötigte der französischstämmige Australier Testa 500 Tage um mit einer selbstgebauten ALU-Yacht von 3,60 Metern Kürze die Welt zu umsegeln.
Im gleichen Jahr 1983 sägt Tom McLean (s. Bild oben) spektakulär mit der Kettensäge ein Stück seiner „Giltspur“ ab und segelt mit dem reduzierten, 2,41 m kurzen Teil über den Nordatlantik. Bericht über Tom McClean siehe auch Webseite „Blue Whale’s Schwesterschiff?
Im gleichen Jahr 1983 nimmt ihm Tom McNally mit seinem 2,06 m kurzen Gefährt den Rekord wieder ab.
1993 setzt Hugo Vihlen (der Aprilscherzbold von 1968) mit seiner „Vatertag“ einen Atlantik-Nordroutenrekord, der bis heute gültig ist: 1,63 Meter reduziert auf ein Maximum!

Hasardeure mit höheren Zielen
Dieser Spoiler möchte die Hasardeure ehren, die im Grunde genommen keine waren und auf Ihre Art Geschichte schrie-ben, weil sie einem höheren Ziel gedient haben. Die Berichte umspannen das Geschehen der Jahre 1956 bis 2018. Leider sprengen die „Laudatio“ den Rahmen dieser Web-Seite und so mussten die Beiträge in separaten Links abgelegt werden (mit Klick auf die Jahreszahl öffnet sich der Beitrag). Blue Whale empfiehlt die Links als Schlechtwetter-Lektüre, wenn es denn ein Schlechtwetter für Salzbuckel überhaupt gibt.
Die Liste der ausgewählten Protagonisten
1956 Hannes Lindemann
1968 Hugo Vihlen (1993 & 2008 weitere Abenteuer)
1979 Gerry Spiess
1988 Rüdiger Nehberg (2001 neues Abenteuer)
1992 Evgeny Gvozdev
2011 Sven Yrvind
2017 Matthew Kent
2018 Jean-Jacques Savin

Hinweise
– Nicht aktive Links sind in Bearbeitung
– Matthew Kent habe ich unterschlagen weil es bis heute beim Versuch geblieben ist und später gar verboten wurde.

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Bilder Refitarbeiten BW April

Kälte & Unfall überschatten Arbeiten

Die fast zweitägige Reise nach Griechenland beanspruchte die Nerven aufs äusserste. Die lange Fährstrecke (20h) ist gewöh-nungsbedürftig. Zum Glück hatte ich eine Kabine reserviert.
Im April sollte der fortgeschrittene Frühling im Süden Einzug gehalten haben, aber dem war nicht so. Unbeständiges, äusserst kühles Wetter vermiesten die gute Absicht das Schiff gründlich zu überholen. Ein ungeschickter Unfall, ich bin auf meine Hinterbacke gefallen und konnte mich wegen der Schwellung nur mit Mühe be-wegen, erschwerten den Task noch zusätzlich.
Termingerecht konnte ich dann aber einwassern um den Frühlings-törn mit meinem ersten Gast zu beginnen.

April 2022 Übersicht Karte Hinreise nach Preveza GRE

Mit Mausklick auf einen der Balken öffnet sich der gewünschte Bilderbogen. Mit einem klick auf ein Foto kannst du die Bilder in vergrößertem Maßstab betrachten und blättern. Viel vergnügen.


Bilderbogen 01 Reise nach Ancona


Bilderbogen 02 Überfahrt mit Fähre


Bilderbogen 03 Cleopatra Marina

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Bildergalerie 2022

(rev. 24.07.2022)

Bilderbogen der Hoffnung

Wie „Kunterbunt“ wird wohl diese Segelsaison 2022 sein? Erst Arbeitsintensiv und danach Segeldominiert mit Ruhephasen? Die Aussichten stimmen Hoffnungsvoll. Wir sind alle gespannt und hoffen auf einen Bilderbogen der nicht nur das Auge verwöhnt sondern die Fantasie anregt. Alle daheimgebliebenen soll die Sehnsucht nach fernen Horizonten und der Weite der Meere in ihren Bann ziehen.

Für dieses Jahr sind zwei Besucher auf Blue Whale angemeldet mit denen das Ionische Meer weiter durchpflügt und die Bildergalerie bereichert werden soll. Nachstehend die Links zu den Reise Etappen.

Legende & Links zu Bildergalerien 2022

1  Bilderbogen Refit Arbeiten Blue Whale April Link
2  Bilderbogen Frühlingstörn mit HD Mai Link
3  Bilderbogen Törn-Intermezzo Juni Link
4  Sommertörn mit AS Juni-Juli Link
5  Herbsttörn mit KS Sept. & Okt.  
   

Hinweis;  Alle Bilddokumente sind mit aktiven Links versehen und Teilweise in Arbeit resp. sind zu absolvieren!!

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Törnberichte 2022

(rev. 25.07.2022)

DAS FÜNFTE SEGELJAHR ALS HOFFNUNG
Bevor das fünfte Segeljahr beginnen kann, müssen Altlasten bereinigt werden. Unser Rechtsstreit in Spanien ist mit vielen Emotionen verbunden und ist das Erste „Event“ in der Reihe. 
Nach sieben Jahre spanischer Win-kel Advokatie und rechtlicher Zer-mürbungstaktik, unter Anderem versuchter Rufmord, lassen auf ein versöhnliches Ende hoffen. Es wäre eine Genugtuung die Statistik des „Verflixten siebten Jahres“ lügen zu strafen.
Erst danach können Blue Whale und ich, in dieses fünfte, hoffnungsvolle Segeljahr starten. BW muss sich zu-erst einem „Facelifting“ und auch „Upgrades“ unterwerfen. Mich stimmen nur schon die zu erwarten-den Aktivitäten bis zur Sommerpause positiv. 
Wir hoffen, dass die Törnbe-richte diese Vision bestätigen werden.
Leider muss das Segeljahr mit überaus intensiven Re-fitarbeiten starten. Viel auf-geschobenes ist zu bewälti-gen und wird vermutlich den ganzen April in Anspruch nehmen. Gott bewahre, ich will nicht depressiv erscheinen, aber neben Blue Whale könnte sich nach getaner Arbeit ein ähnlicher Schrotthaufen ansammeln wie auf dem Foto nebenan festgehalten. 
Positive Highlights des ersten Segelhalbjahres werden die beiden Törns mit HD und AS sein. Blue Whale und ich freuen uns riesig wieder Gäste an Bord begrüssen zu dürfen. Zwischen den Gast-törns habe ich ein „Sabbatical“ als Besinnungszeit eingeschaltet. Auch könnten die noch offenen Altlasten abgeschlossen werden.
Ich muss meine Neuan-schaffung, einen 20-jähriger Volvo S40, der heuer als Transportfahr-zeug fugiert, in GRE auf Vordermann trimmen. Die Heimreise zur Sommerpause soll ohne technische Defekte er-folgen, wobei die Überführung und Reparatur des FP-Generators ansteht. Erst nach dessen Einbau im Herbst kann der zweite Teil der Segelreisen unbeschwert in Angriff genommen werden. Wohin aber diese Reisen führen soll steht noch in den Sternen.

Nachstehenden die diesjährigen Etappen;

1. Reisebericht Alicante März Link
2. Refitarbeiten Blue Whale April Link
3. Frühlingstörn mit HD Mai ab Sommer in Bearbeitung
4. Sabbatical Mai-Juni ab Sommer in Bearbeitung
5. Törn 2 mit AS Juni-Juli ab Sommer in Bearbeitung
6. Herbsttörn Sept-Okt im Winter in Bearbeitung
7. Törnplanung 2023 im Winter in Bearbeitung

Die detaillierte Berichterstattung über das TravelMap-Journal hat sich bewährt und wird auch dieses Jahr fortgeführt. So können Interessierte praktisch „live“ dabei sein und müssen sich nicht bis zum Törnbericht auf die Folter spannen lassen.
Mehr Bilder mit Beschreibungen sind dann auch in der Galerie zu finden. (Link in Bearbeitung)

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Frühlingstörn mit HD

Blue Whale begrüsst Bodenseegefährten an Bord
Das lang ersehnte Ende der Corona-Jahre, wenn die Pandemie denn auch vorüber sein soll, hat auch seine gute Seite. Mit Freude kann Blue Whale verkünden, einen Segelfreund vom Bodensee als Gast begrüssen zu dürfen und mit ihm im Ionischen Meer ein Segelabenteuer zu wagen.
HD durchpflügt mit seiner PS-starken Motoryacht den Bodensee, organisiert zur Abwechslung in allen bekannten Revieren Charter Törns mit Gleichgesinnten. Anspruchsvolle Gefilde scheinen ihn eher anzuspornen, wo er seine navigatorischen Fähigkeiten als Skipper gekonnt ins Szene setzt. Ein Chartertörn 2005 in HRV-Dalmatien mit zwei Schiffen bleibt mir in lebhafter Erinnerung. Dieser Törn hat aufgezeigt, dass unsere Bugwellen harmonisier-ten, also beste Voraussetzungen für eine Wiederholung.
Unter diesem Stern wagen wir einen sportlichen Törn ins südliche ionischen Meer. Unsere Erwar-tungen sind hoch gesteckt. Sorgen bereiten uns nur unfreundliches Wetter und Gegenwinde.
Uns ist bewusst, dass im südionischen Meer die vorherrschende Windrichtung aus dem nördlichen Quadranten kommt, aber mit der Klimaänderung kann sich schon mal eine längere Schirokko Phase (Südwind) einstellen. Diesem Phänomen wollen wir vor-beugen und mit einem flotten Schlag von Preveza bis nach Zakynthos, die verbleibende Zeit von ca. 9 Tagen, uns gemütlich nach Norden driften lassen. So bereichert unseren Segeltörn nicht nur das Sportliche sondern kommt auch eine Priese Erholung und Entspannung hinzu.
Wo wir welche Küstenhäfen in Unruhe und Schrecken versetzten, wollen wir erst nach Klärung der Wetterverhältnisse festlegen. Aber eines ist gewiss, mit unser beider Erfahrung dürfen wir uns mit der nötigen Sorgfalt auch an anspruchsvollere Gegenden heranwagen. Ein Nachttörn würde BW in Ektase versetzten und sie bekundet dies mit dem üblichen, anhaltendem und freudigem Kettenrascheln.

Die Kombüse wird vermutlich etwas verwaist bleiben, da wir beide keine Gourmetköche sind. An dieser Stelle erinnere ich mich an HD‘s Spruch als er von Mitseglern gefragt wurde, ob er auch für einen Tag die Kombüse übernehmen würde;
Ja sicherlich“ antwortete er mit ernsthafter Miene, „aber das was ich koche müsst IHR auch essen!“
Sein verschmitztes Lächeln blieb mir nicht verborgen.

Der Segeltörn wird unter dem Link „Frühlingstörn mit HD“ (erst ab Sommer aktiviert) oder im Logbuch-Journal über <Link> online/live nachgelesen werden.

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