Dramaturgie Corona Virus

WIE EIN BAKTERIUM DIE WELT EROBERT & BEHERRSCHT
Das Corona Virus hat von der Welt Besitz ergriffen, hält uns in Atem und diktiert den neuen Verhaltenskodex. Jeder ist betroffen, auch Blue Whale und meine Wenigkeit, denn es zeichnet sich ab, dass die Segelsaison 2020 vertagt werden muss. Niemand wagt zu prognostizieren, wann die Pandemie zur Geschichte wird. Manchen wird ein nachdenklicher Nachtrag im Logbuch des Lebens vergönnt sein. Darum dieser Bericht inmitten der sich überschlagenden Ereignisse.

Geschichtliches
Die jüngsten inner weltlichen Veränderungen, dem Corona Virus geschuldet, rufen geschichtliche Erinnerungen wach!
Im Bronzezeitalter verwies der Philosoph Zarathustras auf den immerwährenden Kampf „des Guten gegen das Böse“. Die Definition in der biblischen Prophezeiung symbolisiert den vierten Apokalyptische Reiter als den Ausbruch einer Epide-mie. Die Vorhersagen des Nostradmus kündigen unheil-volles für das Jahr 2020 an. Die Ausbreitung der Pande-mie ist auf der „Outbreak Timeline“ von Wikipedia eindrücklich dokumentiert.
Ungeachtet der atemberau-benden Ausbreitungsgeschwindigkeit, haben die Politiker anfänglich die Warnungen der Wissenschaftler und Virologen in den Wind geschlagen. Wertvolle Zeit ist ungenutzt verstrichen. Wieder standen die wirtschaftlichen Argumente dem gesunden Menschenverstand im Wege. Diese infame Entwicklung, ja ein immer verstärkender Trend, stimmt uns auch für die Bewältigung des bevorstehenden Klimawandels alles andere als optimistisch. 
Ignoranz von Vorzeichen
Forscher haben in Laborversuchen nachgewiesen, wie rasch aus dem durchaus gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1, ein hoch ansteckender Superkeim mutieren kann. 
Seit 1997 ist das Virus allgegenwärtig, auch wurde gewarnt, dass ein derartiger Erreger das Potenzial innehabe, sich weltweit auszubreiten und zahlreiche Menschen zu töten. Der erste mutie-rende Superkeim wurde 2002 unter der Bezeich-nung SARS-CoV bekannt. Schon fast in Vergessenheit geraten entstand als zweite Generation der MERS-CoV Virus von 2012. Man hat wider aller Warnungen den Fakten keine Bedeutung beigemessen und so ringen wir heute mit den Konsequenzen der letzten Generation des Virus. Dieses Mal kommen die Liebesgrüsse nicht aus Hongkong, sondern wie gewohnt aus dem Reich der Mitte! Diese Mal war es ein Heiratsantrag! Unsere chinesischen Freunde sind spezialisiert auf Freifeldver-
suche in unhygienischen Markt-hallen. Dort schlachten sie aller-lei Windgetier und schlagen sich das Wams voll.
Beliebt sind unter anderem die Fledermäuse (als Vierenträger) und z.B. Gürteltiere (als Wirt des Virus), deren Bakterien als besonders gefährlich gelten und auf den Menschen regelmä-ßig überspringen. Die Atempausen werden kürzer und die Attacken umso heftiger! Wann wird der abgewiesene Bräuti-gam zum letzten Kahlschlag ausholen? 
Reaktion
Die weltweiten Reaktionen der Regierungen erinnern an das Movie „Und täglich grüßt das Murmeltier. Die Betreuungen scheinen sich täglich zu wiederholen. Den Segeltörn für diese Saison musste „ad acta“ gelegt werden (siehe Link) und nun beobachte ich mit Interesse und wachsender Besorgnis das Geschehen. John Lennon’s Song „Waching the wheels go round“ schafft die richtige Athmosphäre.
Zögerliche und beschwich-tigende Pressekonferenzen haben uns sanft aber be-stimmend eingelullt. Dadurch sind Verwirrung und Unsicherheit geschürt worden. Die Politiker attes-tierten uns unverblümt Un-mündigkeit und wiederhol-ten im Diplomatenjargon verpackt; „Wir haben alles im Griff, weitere Informationen zur gegebener Zeit, Danke.“ Aber die Zeit läuft ab und niemand scheint es zu bemerken! Die Elitetruppe, die sieben helvetischen Sonnenkönig(e) resp. (-innen) murmeln gebetsmühlenartig; „Nous sommes l’état“. Die Verantwortlichen sonnen sich in ihrer Passivität und Corona, äußerst erfolgreich, übernimmt das Diktat vollends.
Panik
Panik klopft, mit oder auch ohne Sense, an die Türen. Vielerorts wird er aus Igno-ranz hereingebeten. Man spürt, dass die Dramaturgie des CV ab Mitte März in eine entscheidende Phase getre-ten ist. Die „Bunga-Bunga“ Aktionen der Politik mani-festierten sich in ausarten-den „Hamsterkäufen“. Zur Hauptfütterungszeit wird in zoologischen Gärten wesentlich mehr Disziplin beobachtet! Die Alphatiere sind die Ersten. Ist der Homo Sapiens etwa zum Hamster mutiert?
– Ich bin geneigt, dies zu bejahen -.
Die Erdenkinder frö-nen sich dem Egois-mus! Letzte Bilder aus Italien schock-ieren uns, in nächt-lichen Militärkonvois werden heimlich Pandemieopfer „ent-sorgt“. Solche Bilder verdrängen Berichte von jüngsten, kriegerischen Auseinandersetzungen und resul-tierenden Flüchtlingsströmen. Das unmündige Individuum sucht das verlorene Lebenselixier während der Pleitegeier über ihn schwebt und die Lebenszeit mehr den jäh als Endlich wahrgenommen wird. Dies scheint sich kollektiv im Gedächt-nis einzunisten und artet in Panik aus.
Schlagzeilen
Angesichts der beschriebenen Hypothesen stehen die ausge-wählten, banale Schlagzeilen des Regional-Tagesblattes, des ZU vom 20.03.2020, grotesk gegenüber;
1.) Bauern dürfen nicht über die Staatsgrenze zu ihren Feldern.
2.) Für Ärzte und Pfleger ist das Parkieren ab jetzt gratis.
3.) In MM & COOP Filialen darf nur noch dosiert eingekauft werden.
4.) Sex in Zeiten des CV; Leere Kondom- und Dildos Regale.
5.) Pizza bestellen hilft gegen den Corona-Koller.
Es ist nicht alles Negativ was negativ erscheint. Nachstehend ein Contra gegen diese Schlagzeilen;
1.) Positiv ist, dass auf die Äcker weniger Pestizide gespritzt werden, 2.) Positiv ist, dass das Gesundheitswesen entlastet wird, 3.) Pos…., dass dosierter Einkauf den Blutdruck senkt,    4.) Positiv ist, dass in CH-Schlafstuben Freude herrscht    und 5.) …., dass das leibliche Wohl auch in diesen Zeiten nicht zu kurz kommt.
Nachbetrachtung
 
Das „Home-Office“ erlebt eine Renaissance. In die-sem Kontext wollte eine Krankenpflegefachperson (Gendergerecht) Patien-ten nach Hause nehmen. Um die Spitalkapazität vorsorglich zu entlasten wurden Schwangere ge-beten die Tragezeit  um  3 Monate zu verlängern. Die Durchsage des Flug-Kapitäns versetzte die Passagiere in Panik; „Hier spricht ihr Kapitän, wir arbeiten zurzeit online von zu-hause und wünschen ihnen einen angenehmen Flug!“ Ungläubig beäugten wir ein australisches Überwachungsvideo, wo sich Kunden um ein Pack Toilettenpapier prügelten. Der Untertitel des Streifens; „Wir scheissen auf den Virus!“ Auch bei uns ist dieser Artikel zur Mangelware geworden. Werden die Symptome des Corona-Virus etwa mit Diarrhö resp. Gast-roenteritis, oder im Volksmund „Montezumas Rache“ genannt, verwechselt? Welcher fatale Irrtum! Dann schon lieber gehä-kelte Corona-Masken!

Meckern nützt nichts, WIR SCHAFFEN DAS (D-Slogan 2015)! Auch wenn nicht alles „den Jordan runter geht“ wird es einen beherzten Neuanfang geben. Der verpasste Segeltörn wird zuoberst auf der To-do-Liste stehen. Oberstes Gebot dürfte sein, der kollektiven Amnesie entgegen zu wirken, bedenkt, im Osten steht der nächste Virus bereits in den Startlöchern und wird unweigerlich los getreten.
Vielleicht besteht noch eine Chance Politik und Wirtschaft ins Boot zu holen und Konsequenzen erarbeiten. Spätestens bei den nächsten Wahlen werden die Verantwortlichen Farbe bekennen müssen!

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Piraterie in der Adria?

SCHIFF AHOI, SEEMANNSGARN VOM FEINSTEN!
Blue Whale ist auf eine Geschichte gestoßen, die nicht nur er-staunt, sondern auch nachdenklich macht. Bevor der „Erlebnis-bericht“ als solcher wiedergeben wird, muss vorausgeschickt werden, dass es sich um eine Story der beliebten Fernsehen-Show des ungarisch-staatlichen Senders „M1“ handelt. Der Leser sollte wissen, dass der Sender unter dem Bann der neuen Gesetzgebung der ungarischen „Volkspartei“ steht und im Zeitgeist (Link Beispiel) der „allmächtigen“ Landesväter berichtet.
Der „Tatsachenbericht“                 Bild unten die „MSY NOAH“
wurde als Interview am 1. November 2019 aus-gestrahlt. Wer den Bei-trag liest, wird die Kurz-form würdigen, denn mehr wäre zu viel des Guten gewesen!

Die Schlagzeile
UNGARISCHER SEGELKAPITÄN IM MITTELMEER ANGEGRIFFEN

Die Vorgeschichte
Andras Sulkowsky hatte zwei traumatische Erlebnisse mit Migran-ten. Das Erste geschah auf einem Überführungstörn in der Adria, wo Flüchtlinge sein Schiff zu entern versuchten. Das Zweite, in seiner Wahlheimat Schweden, wo er in einer Migrantenunterkunft angestellt war und von einem somalischen Asylbewerber grundlos verprügelt wurde. Im resultierenden Handgemenge verlor er sein linkes Auge. Konzentrieren wir uns aufs erste Erlebnis, mit Segeln, Meer, Migranten und Seenot. Der Mausklick auf’s Bild öffnet das Interview, leider nur in ungarisch.

Das Interview
In der M1-Show sprach András Sulkowsky darüber, dass er immer noch nicht genau weiß, was die Boots-Flüchtlinge von ihm wollten. Er vermutet, dass sie mit ihrem Boot die italienische Küste errei-chen wollten. Er befand sich mit einem Segelboot auf einer Über-führungsetappe als er mitten auf See ein überfülltes Boot mit win-kenden Leuten sichtete. Er berichtet, die „Migranten“ hätten sich auch durch Rufe auf sich Aufmerksam gemacht, worauf er ent-schied, sich ihnen zu nähern. Verständigung war nicht möglich und so wollte er die „Schiffsbrüchigen“ vorerst mit dem nötigsten ver-sorgen, um später die Küstenwache zu informieren. Über UKW-Funk war keine Küstenstelle erreichbar. Bei der Übergabe von Notproviant sei es dann zum Übergriff gekommen. Es wurde offensichtlich, dass die Leute versuchten seine Yacht zu entern. Dank energischem Einsatz des Bootshackens und unmissverständ-liche Drohungen mit der Raketenpistole, konnten die „See-Piraten“ zurückgedrängt und das Segelboot wieder auf Kurs gebracht werden.

Nachbetrachtung und offene Fragen
Ist das eine „Fake-News“ oder nur eine schlecht inszenierte Propa-ganda? Zweifel sind berechtigt,denn zu viel Seemannsgarn stößt auf! Die Flüchtlingsfrage im EU-Raum ist weiterhin ungelöst was letzte Entwicklungen beschämend offen legen. Beide Lager sind für neue „Munition“ bemüht um die Debatte anzuheizen. Wegen der Ungereimtheiten wirft dieser Schuss von Rechts aber einige Fragen auf;
Warum sollten Migranten in der Adria von Ost nach West ver-suchen, über eine min. 60 Seemeilen weite Strecke zu flüchten?
Die Migration auf dem Seeweg findet ein Stückweit südlicher im Mittelmeer statt. Warum wird im Interview die Adria strapaziert?
Was für ein Boot hatten die Flüchtlinge?
Warum ist Skipper Sulkowsky überzeugt, dass es sich um Einwanderer gehandelt habe?
Ist das zweite Erlebnis in Schweden mehr als nur Pech oder Zufall?

Blue Whales Kommentar
Die Aufmache der Story „Seeräuberei in der Adria“ hat Blue Whale in Erstaunen versetzt, denn die Bezeichnung „Adria“ ist schon ge-wagt. Die Piraterie in diesem Seeraum wurde schon seit längerem historisch „ad Acta“ gelegt. Zwar hat man die kroatische Seeämter schon öfters aufgrund unverschämt hoher Transit-LOG-Gebühren der modernen Piraterie resp. der Wegelagerei bezichtigt, aber das war ja nur hypothetisch gemeint. Aktuelle Schlagzeilen berichten nur noch über den lukrativen Canabis-Schmuggel von der albani-schen Küste aus.

Fazit
Diesen Bericht sollte man nicht überbewerten sondern eher als satirische Anekdote einordnen. Blue Whale segelte an beiden Küstenstreifen, Italien und Albanien und bis aufs Wetter ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Sollte „BW“ etwas ähnliches in der bevorstehende Saison 2020 beobachten, wird dieser Bericht aktualisiert.
Konzentrieren wir uns auf die Zukunft denn es ist ungewiss, ob sie überhaupt stattfindet. Zur Zeit wütet die Corona-Pandemie und hällt auch Segler in Atem. Enternde Viren abzuwehren wird eine neue Herausforderung sein. Ob da der Einsatz des Bootshacken genügen wird ist zu bezweifeln.

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Die Isobaren

Der göttliche Wind – der Wettertreiber?

Der Turm des Windes in Athen

Anemoi wurden in der griechischen Mythologie die Götter des Windes genannt. Sie wurden als geflügelte Menschen oder geflügelte Pferde dar-gestellt. Schon damals hatten die Menschen viel Respekt vor dem Wind, denn sie wußten: Er treibt das Wetter-geschehen an. Einer dieser Winde wird der Etesien oder Meltemi genannt, welcher der Ägäis seit Urzeiten Freud und Leid brachte. Dem plötzlichen auf-treten dieses Windsystems wird mit Hilfe der Isobarenkarte ver-sucht die Flügel zu stutzen.Im Aufsatz „der Meltemi“ wurden die Merkmale und Prognose des Meltemi beschrieben, darum der Link zum Aufsatz..
Für eine bessere Übersicht habe ich den Aufsatz in Themen unter-teilt welche in den folgenden acht Spoilern abgespeichert sind. Diese offenbaren ihren Inhalt jeweils mit Mausklick.

1. Isobaren & Wetterprognose?

Ist eine Wetterprognose mittels Isobaren möglich?
Die ketzerische Frage kann wie folgt beantwortet werden; „Natürlich ist dies möglich, aber gewusst wie!“ muss man noch hinzufügen. Somit sind wir beim Thema! Mit welchem Hilfsmittel ist dies möglich? Wie kann ich einer Isobaren Karte entlocken was ich wissen will? Das wichtigste hierbei ist, zu beachten, wie die Karte aufbereitet wurde. Dazu zwei gängige Beispiele ohne auf Nuancen einzugehen;
< Abb. 1 mit Mausklick zu öffenen
1. Die Profi Isobarenkarte
Auf dieser Profi-Isobaren Wetter-karte der Wetteronline.ch sind viele Informationen auf einen Blick zu erkennen, aber eignen die sich für den Maritimen Gebrauch? Durch die Luftdruckangabe kann man die Hoch- und Tiefdruckgebiete erkennen, daraus resultieren, wo es schönes und wo es unbeständiges Wetter gibt. Durch die Abstände der Isobaren lassen sich ruhige resp. turbulente Zonen mit entsprechenden Luftbewegungen bestimmen. Mehr lässt sich aus dieser Isobaren-Karte nicht entlocken.

Abb 2 DWD Isobaren-Karte

2.) Die DWD Isobarenkarte
Die Karte des „Deutschen-Wetter-Dienstes“ ist weniger farbig, dafür aber wesentlich aufschlussreicher. Nebst den gleichen Informationen wie in Abb. 1 zu finden, sehen wir zusätzlich eine Menge kleiner Zah-len und Symbole. Was soll dieses Wirrwarr an Informationen? Wer weiß wie, der wird mehr Informa-tionen herauslesen können als in einem aufbereiteten visuellen Wetterbericht. In den folgenden Themen wird das vermeintliche „Geheimnis“ gelüftet. Viele Hinweise, Erläuterungen und Berechnungen sind darin enthalten.
Hinweis:  Im Aufsatz werden detaillierte Erläuterungen welche übers Internet verfügbar sind nicht „Kopflos“ abgeschrieben, sondern mit integrierten links in den Texten versehen, um Detailinformationen nachlesen zu können.

2. Lesen der Isobaren-Linien

Zum Thema der Druckunterschiede und Isobaren habe ich die wichtigsten Informationen entnommen und einen Ansatz ent-wickelt, eigene Berechnungen anzustellen zu können.
Wie lese ich die Isobaren?
a.) paralell dazu lässt sich die Windrichtung bestimmen
b.) aus ihrem Abstand die Windstärke abschätzen
c.) je geringer der Abstand desto größer die Windstärke.
Wichtige Kriterien;
§ In den Wetterkarten wird die Drucklinie der Isobaren stan-
dardmäßig mit 5 hPa eingezeichnet, wenn nicht, muss dieser Wert umgerechnet werden.
Abb. 3 Beispiel Isobarenkarte        § Die Abstände der Drucklinien richten sich nach der effektiven Druckverteilung und müssen aus der aktuel-len, vorliegenden Karte entnommen werden.
§ Nach Ermittlung des Isobaren-Abstandes (beachte den Karten-Maßstab!) kann aus nachstehender Tabelle die Windstärke resp. die durchschnittliche Windgeschwindigkeit abgelesen werden.
§ Mit diesen Werten lassen sich dann Berechnungen für unser Fahten-Gebiet anstellen.
§ Nicht ungewöhnlich ist, wenn bei flacher Druckverteilung die Isobaren-Linien weiter als 600 km auseinander liegen und sich kein vernünftiger Wert bestimmen lässt. In diesem Fall befindet man sich in einer windstillen Zone resp. sind nur thermischen Luftbewegungen zu erwarten.
Fazit; Motoren ist angesagt!

3. Die Hilfsmittel

a.) Grösse des Reviers     Abb.4 Karte für Distanzbestimmung
Als erstes empfiehlt es sich die Aus-dehnung des Segelreviers abzu- stecken in welchen der Törn statt-finden soll. Vorteilhaft ist das Ein-tragen eines Maßstabs um die Ab-stände in Erinnerung rufen zu können. Als Beispiel dient ein Kartenausschnitt der Ägäis-Kykla-den Abb. 4. Man kann z.B. in einer 400 km Strecke und Hilfs-linien von 100 km die Distanzen besser abschätzen. Somit lassen sich die Abstände der Isobaren mit einer aktuellen Isobaren-Wetterkarte (s. Abb. 3) vergleichen und interpo-lieren, dh. die Abstände in Kilometer festlegen.
b.) Tabelle bei 5 hPa Druck-Linien
Die folgende Tab. 1 gibt einen Überblick über die Windge-schwindigkeiten in Abhängigkeit der Isobaren-Drucklinien;
600 km Windstärke in Bf  =  3 leichte Briese    =  Ø   9,5 kn
500 km Windstärke in Bf  =  4 mäßige Briese   =  Ø 13,5 kn
400 km Windstärke in Bf  =  5 frische Briese    =  Ø 18,5 kn
300 km Windstärke in Bf  =  6 starker Wind     =  Ø 24,5 kn
200 km Windstärke in Bf  =  7 steifer Wind      =  Ø 30,5 kn
100 km Windstärke in Bf  =  9 Sturm              =  Ø 44,0 kn
c.) Grafische Darstellung
Mit folgendem Link öffnet sich die Tab 1. auch als grafisches Diagramm (Diagr. 1). Mit einem Diagramm lassen sich Zwischenwerte besser ablesen!

4. Beispiel einer Windprognose

Die Interpretierung der Isobarenkarte (Abb. 3) würde in un-serem Beispiel nachstehende Werte ergeben;
Südliche Ägäis
Isobarenabstand bei 5 hPa ca. 500 km, somit sind 3-4 Bf Windstärke aus nord-östlicher Richtung zu erwarten.
Balearen und Sardinien
Isobarenabstand bei 5 hPa ca. 100 km, somit sind ca. 9 Bf Windstärke aus süd-östlicher Richtung zu erwarten.
Beachte, dass sich beide Interpretationen jeweils auf den 5 hPa Isobaren-Drucklinien-Abstand beziehen und aus den Hilfsmitteln 3b & 3c abgelesen werden.

Noch eine ergänzende Bemerkung zu den Windrichtungen;
– Bereich Ägäis; Einfluss eines Hochs = Drehrichtung Wind = Uhrzeigersinn
– Bereich Balearen; Einfluss des Tiefs = Drehrichtung Wind = gegen den Uhrzeigersinn
Die Windrichtung wird von Landmassen und Inseln stark be-einflusst und kann bis zu 45° variieren. Um genauere Werte zu erhalten müssen weitere Schritte, wie unter Pos. „5. Isobaren = Windgeschwindigkeiten“ beschrieben, erfolgen.

5. Isobaren = Windgeschwindigkeiten

Für die folgenden Berechnungen liegen die Informationen wie vorgängig erläutert zugrunde;
1.) Eine (rote) 400 km lange Grundlinie wurde wie unter Pos. „3a) Die Hilfsmittel“ eingetragen. Der rote Strich entspricht der vorkonstruierten Linie aus Abb. 4.
2.) Eine (orange) Linie zeigt den geringsten Abstand der Isobaren in diesem Revier an und wird under Pos. C beurteilt.

Abb. 5 Isobarenkarte mit Ergänzungsinformationen

Aus der Isobaren-Karte (Abb. 5) können nun folgende Werte entnommen werden;
A.) Auf der roten 400 km –Linie wird eine Druckdifferenz von ca. 7 hPa abgelesen. Um eine genauere Aussage zur durch-schnittlichen Windgeschwindigkeit tätigen zu können müsste der Wert umgerechnet werden, siehe Pos. D Umrechnung.
B.) Der Längenabstand der roten Linie zwischen den 5 hPa Isobaren betragen ca. 300 km. Aus Tab. 1 resp. Diagr. 1 kann die Windgeschwindigkeit bei 300 km direkt abgelesen werden.
Resultat =  6 Bf resp. 25 kn. Richtung NNO
C.) Die Isobaren bei der orangen Linie haben einen Abstand zwischen den 5 hPa Drucklinien von ca. 230 km in diesem Bereich wird gem. Diagr. 1 eine höhere Geschwindigkeit erwartet.     Resultat = 6-7 Bf resp. 28 kn. Richtung NO
Erkenntnis: Für die Beurteilung der Windgeschwindigkeiten ist die Messstrecke zwischen den Isobaren entscheidend. Vorteil-haft ist, wenn diese für das jeweilige Segelrevier vorbereitet wurde. Die Lage der Isobaren bestimmt auch die Windrich-tung. Das Hoch liegt immer in Richtung des höheren Luft-drucks.

D.) Umrechnung
Nachstehend die Umrechnung der IST-Windgeschwindigkeit von 5 hPa auf 7 hPa aus Abb 5;Wir haben nun aus obiger Isobarenkurve 3 Resultate und sollten diese richtig deuten;
1.) Abgelesen bei 300 km = Ø 25,0 kn (gem. Pos. B)
2.) Abgelesen bei 230 km =    28,0 kn (gem. Pos. C)
3.) Berechnet bei 400 km = Ø 25,9 kn (gem. Pos. D)

Erkenntnis; Vergleicht man die drei Resultate und verfolgt man den Verlauf der Drucklinien, so wird die Windstärke auf der roten Markierungslinie zwischen den 5 hPa-Drucklinien eher einem höheren Wert (von 28 kn) und seitlich der 1035 resp. 1030 hPa Linie eher einem tieferen Wert (unter w1 = Ø 25,9 kn) liegen. Örtliche Gegebenheiten wie Stau-Effekte vor resp. Düsen-Effekte zwischen den Inseln und auftretende Böen sind nicht berücksichtigt. Beachte; Böen können bis zu 50% höhere Windgeschwindigkeiten verursachen!

6. Umrechnung Drucklinien

Wie schon vorgängig erwähnt trifft man nicht nur Isobaren-Karten mit 5 hPa Drucklinien an, sondern 2 resp. 4 hPa. Nun hat man 2 Varianten für die Umrechnung zur Auswahl;
Variante 1 = Anderen Druckwerten müssen umgerechnet werden. Siehe dazu das Rechenbeispiel.
Variante 2 = Es ist auch möglich die Distanz bis zu einer Druckdifferenz von 5 hPa zu erweitern und die Geschwin-digkeit aus der Tabelle resp. dem Diagramm abzulesen.
Diese Variante ist einfacher, schneller, aber auch wesentlich ungenauer.
Die Parameter für die Distanzen wie in Pos. 5d können übernommen werden.
Abb. 6 Isobarenkarte mit Ergänzungsinformationen (Bild Ägäis aus der „Windy-APP“) Mausklick öffnet Karte!

Aus der Isobaren-Karte (Abb. 6) können nun folgende Werte entnommen werden;
A.) Bei der roten Linie wird eine Druckdifferenz von 2 hPa abgelesen. Es wird eine Distanz von ca. 125 km festgestellt. Um eine Aussage zur durchschnittlichen Windgeschwindigkeit machen zu können müssen diese Werte umgerechnet werden, siehe dazu Rechenbeispiel „Pos. 6C Umrechnung“.
B.) Bei der orangen Linie wird eine Druckdifferenz von 2 hPa abgelesen. Es wird eine Distanz von ca. 100 km festgestellt. Auch dieser Wert muss umgerechnet werden, siehe dazu Rechenbeispiel „Pos. 6D Umrechnung“.

Hinweis zu Windrichtung & Stärke in Abb. 6
Beachte, dass die in der Karte angegebenen Werte nicht in Echtzeit übermittelt und von Bodenstationen gemessen werden. Diese befinden sich auf Inseln in unterschiedlicher Höhe und entsprechen nicht den Werten auf hoher See wo der Wind weitgehend ohne Behinderung resp. Einfluss wehen kann.

C.) Umrechnung 1 (rote Linie)
Umrechnung der IST-Windgeschwindigkeit von 2 hPa auf 5 hPa & der Distanz von 100 auf 125 km gemäß der Abb. 6;

D.) Umrechnung 2 (orange Linie)
Umrechnung der IST-Windgeschwindigkeit von 2 hPa auf 5 hPa & die Distanz von 100 km egalisiert sich, Abb 6;Wir haben nun aus obiger Berechnung 2 Resultate und ver-gleichen diese mit der Abb. 6 der Windy-APP und stellen folgendes fest;
1.) Die Resultate entsprechen der Einfärbung der Windstärke in der APP
2.) Die Windrichtung im orangen Bereich hat bis zu 45° Ab-weichung
3.) Interpoliert man die rote Linie auf bis zu einer Druck-differenz von 5 hPa (gem. Rechnungs-Variante 2) erhält man eine gemessene Strecke von ca. 400 km (zufällig). Die Windgeschwindigkeit aus Tab. 1 oder Diag. 1 ergibt einen Wert von Ø 18,5 kn. Es sind keine weitere Umrechnungen erforderlich.

Fazit
Natürlich ist die Rechnerei ein „überflüssiger Task“ wenn man Apps zur Verfügung hat, die die neuesten Vorhersagen über-mitteln. Aber was ist, wenn keine Verbindung möglich ist? So bleiben nur noch Radio- und Navtex Übermittlungen. Durch zwei Luftdruckangaben im Segelrevier lässt sich die zu er-wartende Luftmassenbewegung „leicht“ berechnen. Dies ist nur möglich, wenn man die Isobaren und deren Druckver-hältnisse begriffen hat und diese umzurechnen beherrscht.
Aber wenn auch das schlimmste Szenario nicht eintrifft, so ist es wichtig, die Zusammenhänge in der Atmosphäre deuten zu können. Daraus lassen sich, die zum Teil widersprüchlichen Wetterangaben (Apps), verifizieren und interpolieren.

7. Links zu Isobaren-Karten

Der Wetter-Vorhersage Markt ist mit allerlei Apps bis zum „geht nicht mehr“ geflutet, entsprechend verhält es sich mit der Qualität diverser Anbieter, schnell und Kostengünstig muss es sein. Aber es geht auch ohne Apps. Der Zugang übers Internet zu staatlichen Wetterdiensten ermöglicht das Herunterladen von hervorragenden Unterlagen wie Isobaren-karten mit allen erforderlichen Informationen. Viele App-An-bieter bedienen sich auch solchen Informationsquellen und arbeiten für die eigene Auswertung mit Algorithmen-Prog-rammen.
Nachstehend ein paar interessante Internet-Links sowie Wind- & Wetter-Apps;;

ISOBARENKARTEN
Wetteronline hat eine Isobarenkarte welche sich für die Wei-terverarbeitung weniger eignet, jedoch können viele zusätz-liche Infos auf dieser Webseite abgerufen werden, unter an-derem auch Wind und Wetterangaben für Segler. In den Re-vierberichten und den Links zu Wetterprognosen bediene ich mich diesem Angebot und verschaffe mir eine globale Wetterüberblick.

Deutscher Wetterdienst DWD
unten links; die Analysekarte mit Isobaren mit vielen Daten von DWD, mit mit Mausklick öffnen sich die Kartenoben rechts; die Prognosekarte DWD z.B. 1+24h

Mein Favorit für die Isobaren-Karten ist der Deutsche Wetter-dienst DWD. Die Unterlagen sind vorbildlich, komplett mit absolut hochwertigen Angaben und können bis auf Detail-grösse gezoomt werden. Für die Analysekarte gibt es alle 3 Stunden ein Update. In der Prognosekarte (H+24h eingeben) sind auch Angaben zu Wetterfronten mit Zusatzinformationen zu finden. 

Die Analysekarte lässt sich wie folgt vergrößern & bearbeiten:
⊗ Unten links das Dreieck > Download/Vergrößerung anklicken
⊗ In der Vergrößerung mit Mausklick auf die gewünschte Stelle tippen und eine detaillierte Karte (ein Highlight) öffnet sich.
Mit den seitlichen Balken kann man den Ausschnitt verschieben.
⊗ Ein Ausdruck der Detailkarte ist nur über „PrtSc“ möglich!

In der Karte hat es viele Daten und Symbole. Mit Mausklick auf Symbolblatt findest du die Erklärungen wie die Angaben zu verstehen sind.

Links zu den Symbolen;
Bewölkung, Luft-druck & Wind-geschwind
Verschlüsselung Wolkenart 1
Verschlüsselung Wolkenart 2
Mausklick zu den Erläuterungen von Wikipedia über die Wetterkarte.

8. Apps für Wind-Prognosen

WIND-Apps
Ich bin mit 3 Wind-Vorhersage Apps ausgerüstet und hatte letzte Saison nicht nur Differenzen zwischen den Apps fest-stellen können sondern häufig auch grundsätzliche Abwei-chungen.
Ob das dem Klimawandel geschuldet ist und die Anbieter mit der Geschwindigkeit der Veränderung nicht nachkommen, kann nur vermutet werden. Aber in Zukunft werde ich nebst den Apps und den Wettervorhersagen im Internet die örtli-chen visuellen  Beobachtungen intensivieren  müssen um einen 6. Sinn für die Veränderungen vor Ort zu entwickeln.
Nachstehend die Apps die ich benütze und vergleiche;
die Links zu den Apps;
👍 Windfinder    👍 Predict Wind    👍 Windy

Wetter-Apps
Wetter Apps aufzuführen erachte ich überflüssig, da jeder-mann schon seine Lieblinge, auf die er schwört und auf das Handy oder das Tablett heruntergeladen hat. Ich versuche mich meistens auch durch lokale Anbieter zu ergänzen. Dort ist die 3 Tages Prognose relativ genau. Manchmal muss man in Griechenland die Einstellung eines Übersetzers Bemühen um den Texte lesen zu können.

Ich habe mich bemüht die Erläuterungen so verständlich zu formu-lieren, dass nicht nur „Amateur-Wetterfrösche“ die Fakts nachvoll-ziehen können. Gerne bin ich bereit hilfreiche Anregungen anzu-passen und als update nachzutragen. Ich freue mich auf jede konstruktive Kritik.

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Der Meltemi

Der trockene Sommerwind der Ägäis

Es ist kein Märchen, aber es geschah vor langer Zeit und ist in meiner Erinnerung eingraviert. Die Irrfahrt von Mykonos nach Kea mit einer Charteryacht. Ein Höllenritt dem Meltemi gegenan! Bei tief blauem Himmel quälten uns zunehmende Windböen von bis zu 40 kn aus Nord und es baute sich ein gigantischer Wellengang auf. Die Jacht und wir wurden auf eine harte Bewäh-rungsprobe gestellt, denn es dauerte den ganzen Tag, bis die sichere Bucht von Kea, völlig erschöpft und durchnässt, erreicht hatten. Damals schwor ich mir, alles zu unternehmen, um nicht noch einmal in eine solche Situation zu geraten. Nun will ich das berüchtigte Hoheitsgebiet des Meltemi, die Kykladen, während der 3. Etappe meiner Segel-saison 2020 kreuzen. Aus allen möglichen Quellen bereite ich mich theoretisch auf eine sichere Fahrt vor. Dazu gehört zweifelsfrei eine „Meltemi-Lage“ rechtzeitig zu erkennen und die richtige Taktik anzuwenden. Die Infos und Daten, die für mich als „Eselsleiter“ oder Vorhersage-Checkliste dienen sollen, möchte ich auch mit anderen Seglern teilen. Eventuell hilft‘s beim nächsten Törn in der Ägäis, darum dieser Aufsatz.
Ich war recht erstaunt, aber einer der ersten Infos die mir über den Meltemi aufgefallen sind, war der Meltemi Ouzo <Infos über Link auf Flasche>. Unter Einfluss dieses Flaschengeistes wäre der beschrieben Törn womöglich in wesentlich entspannter Atmos-phäre verlaufen, oder auch nicht, wer weiß das schon!

Für bessere Übersicht habe ich den Aufsatz in Themen unterteilt, die in den nachstehenden 5 Spoilern abgespeichert sind, mit Mausklick öffnet sich der gewünschte Inhalt.


1. Charakteristiken des Meltemi

Die wichtigsten Merkmale des Meltemi;

Wirkungsgebiet Frühling bis Herbst
Aktivität ganze Ägäis
Windgeschwindikeit 12-21 kn, in Böen bis zu 47 kn
Beaufort Skala 4- 5, in Böen bis zu  9 Bf
Dynamik tagsüber zunehmend, abends abflauend
Dauer 2– 4 Tage in Ausnahmefällen bis 12 Tage

Abb. 1 Darstellung einer stabilen Druckverteilung (Isobarenkarte) im Sommerhalbjahr Zur Erläuterung der H (Hoch)= Azorenhoch & T (Tief ) = Monsuntief
In den Sommermonaten wird meistens eine Druckverteilung wie oben abgebildet angetroffen, wodurch sich die vorherr-schende Windrichtung im ägäischen Seegebiet aus Nord bis Nord-West einpendelt. Dieser Wind, weht regelmäßig mit Windstärken von 2-4 Beaufort. Natürlich beflügelt er des Seglers Herz und sorgt für einen flotten Törn. Im Sommer-halbjahr wird er Meltemi genannt. Die Griechen nannten ihn Etesien (kommt von „etos“ = jährlich) oder im Türkischen bedeutet es „sanfter Wind“). Er pustet vorwiegend mit 4-7 Bf, kann aber innert Tagesfrist auch auf Sturmstärke zulegen.
Die meisten werden sich heute mittels Wetterkanal übers Handy oder einer Wind-APP informieren. Es gehört aber zur guten Seemanschaft, auch andere Quellen anzuzapfen. Es könnte ja sein, dass man, aus welchen Gründen auch immer, auf die Naturzeichen der Umgebung oder auf das Studium einer Wetterkarte mit Isobaren angewiesen sein sollte. In den nachstehenden Untertiteln werden diese Alternativen näher erörtert und sind mit viel nützlichem Wissen gespickt.


2. Kurzfristige Voraussagen 24 - 36 Stunden

Ein Wetter-Quiz an Bord ist nicht nur ein Zeitvertreib für län-gere Etmale sondern kann nebst Spaß auch viel Wissen bei-steuern. Sollte der Törn im Einflussgebiet des Meltemi statt-finden, lässt sich ein Quiz mit den aufgeführten Parametern durchführen. Durch regelmäßige Beobachtungen kann ein große Lerneffekt erreicht werden und zu einem sicheren Törn beitragen. Beherzigt das Sprichwort – „Übung macht den Meister“-, denn vermehrte optische Beobachtungen schärfen nicht nur die Sinne sondern ermöglichen als persönliches Rüstzeug kurzfristige lokale Vorhersagen. Als Belohnung für den Sieger eines Vorhersage-Wettbewerbs könnte ein Schluck aus der Ouzo-Meltemi Flasche winken. Nachstehend einige der wichtigsten Parameter;

Eigenschaften zunehmend trockener, kühler N–NW-Wind, ver-besserte Weitsicht, vorausgehende klare Nacht (viele Sterne) keine Taubildung an Deck
Barometer steigender Luftdruck, min. 3 bis 4 hPa in 12h
Optische Merkmale tagsüber Bildung von Cirrocumulus-Wolken, (Schäfchenwolken) aus SW bis W über das Firmament verstreut. Schon morgens über dem Festland Blumenkohlwolken und nachts zuvor kann man auch Wetter-Leuchten beobachten
Achtung Wenn der Luftdruck in der Region schnell und überdurchschnittlich Hoch ansteigt, muss mit einer längeren Starkwind Phase gerechnet werden!

Mit dem Meltemi und entsprechenden Windböen und Wellen-gang ist nicht zu spaßen


3. Übersicht berüchtigte Meltemi-Hotspots

Aus beiliegender Ägäis-Karte sind die Haupt-Windrichtung des Meltemi und seine Wirkungsweise optisch dargestellt.
Abb. 2, mit Mausklick öffnet sich die Karte
Markierte „Hotspots“ wie Düsenwirkung zwischen den Inseln und Fallwinde resp. Fallböen, je nach Topografie von Inseln und Buchten wie auch Kapwinde sind in der Meltemi-Hoch-saison mit größter Vorsicht zu begegnen.
Süd-Nord
öffnenden Buchten sollten grundsätzlich vermieden, spätestens bei aufkommen des Meltemi rechtzeitig verlassen, werden. Es droht Gefahr „eingeweht“ zu werden. Dies kann schwerwiegende Folgen haben wie Havarien oder sogar zum Schiffsverlust führen.

4. Verhaltensregeln bei Meltemi-Alarm

Sollte es der Terminplan erlauben, ist es das sicherste bei aufkommendem oder bereits aktivem Meltemi ein Auslaufen zu verschieben. Auch am Anleger oder in der Ankerbucht müssen Massnahmen zur Sicherheit getroffen werden. Nicht nur das Ankergeschirrs sollte überprüft sondern auch Belegeleinen verstärkt werden. Wo heftige Fallböen zu erwarten sind empfiehlt es sich, den Luftwiderstand des Schiffes (lose Segel, Bimini-Verdeck, Dingi etc.) zu ver-mindern. Lose Fallen sind festzuzurren oder zu spannen, denn diese sind nicht nur für die eigene Crew Nervtötend sondern auch für Nachbarschiffe ein graus!
Wenn ein Auslaufen nicht aufge-schoben werden kann, sollten nachstehende Verhaltensregeln beachtet werden;
1.) Im Aussenbereich alles fest-zurren und das laufende Gut kontrollieren.
2.) Im Innenbereich der Jacht alles Sturmfest verstauen und sichern.
3.) vorteilhaft Reff ins Segel einbinden (Hinweis unten).
4.) entsprechende Kleidung (Ölzeug) anziehen.
5.) Sicherheitsausrüstung (Weste & Lifeline) anziehen.
6.) Mahlzeit (Snacks) & warme Getränke vorbereiten.
7.) Reiseroute überprüfen & Plan B ausarbeiten.
8.) Wetterbericht nochmals prüfen!
Unterwegs ist immer mit unvorhersehbaren Ereignissen zu rechnen. Ein „Plan B“ sollte mit der Crew abgesprochen und ausgearbeitet werden. Daraus resultiert das abstecken von Nothäfen und sicheren Ankerbuchten. Bitte den Metemi-Ouzo erst nach anlegen im Zielhafen auspacken!
Hinweis zu Pos. 3: Ein zu viel eingebundenes Reff ist einfacher auszuschütten als eins einzubinden!
5. Meltemi und die Klimaerwärmung

Veränderungen durch die Klimaerwärmung sind allgegen-wärtig und können mannigfaltig beobachtet werden.

Wie lange noch?

Wie wird sich der Meltemi verhalten? Eine nicht leichte Antwort, den sie lässt sich vermutlich nur durch lang-fristige Beobachtungen und Analysen erfassen, die Klima-tologen arbeiten daran. Prog-nosen ohne Klimaerwärmung sind schon schwierig genug. Wenn die Zweifler und Igno-ranten nicht in so grosser Zahl wären, würde die Aus-wirkungen eher in den Griff zu bekommen sein. Nachstehende Punkte sind einer Überlegung wert und mahnen zur Vorsicht.

1.) Veränderungen durch Energiezufuhr
Energie durch Sonneneinstrahlung ist der Treibstoff der phy-sikalischen Abläufe in der Atmosphäre. Die Luftdrücke (H & T) sind eines der wichtigsten Merkmale in den Prozessen. Der Unterschied zwischen den Luftdrücken bewirkt Luftmassen-ströme vom Hoch zum Tief, welchen wir als Wind wahrneh-men. Die Atmosphäre ist bemüht einen Ausgleich zu schaffen. So bewirken höhere Druckdifferenzen heftigere Luftbewegun-gen welche durch die steigende Temperatur noch weiter verstärkt wird.
Ein Link öffnet die bildliche Darstellung der globalen Windsysteme, aus Klima der Erde.de

2.) Dynamische Atmosphäre
Durch die grössere Energiezufuhr werden in der Atmosphäre die Abläufe zusehends beschleunigt. Wetterfronten wechseln sich häufiger und intensiver ab. Dadurch werden Wettervor-hersagen problematischer. Das bemerkt man an den Wetter- und Wind-Apps. Die Fehlerquote steigt und die Unsicherheit der Nutzer nimmt zu. Zum dynamischen Wettermix kommt noch die Häufigkeit von außerordentlichen Ereignissen wie heftigen Stürmen, sintflutartigen Regenfälle und Hitzephasen hinzu. Durch die gestiegenen Wassertemperaturen treten immer häufiger Windhosen auf. Wann wird der erste Hurri-kane im Mittelmeer zu verbuchen sein? Die Aussichten sind getrübt und so müssen wir uns auch mit der optischen Wetterbeobachtung Vorort vermehrt auseinander setzten um besser gewappnet zu sein.

3.) Zukunft 2020
Im Jahr 2019 war das Wetter schon außergewöhnlich. Die Windvorhersagen spielten verrückt und Hitzephasen raubten die Lebenslust. Der Versuch, denn veränderten Rahmenbe-dingungen mit intensiverer Reisevorbereitung entgegen zu wirken ist gerechtfertigt. Dazu gehört auch das Studium resp. sammeln von Informationsmaterial über den Meltemi. Ich hoffe, im Sommer nicht allzu viele unvorbereitete Begegnun-gen mit ihm erleben zu müssen, wenn ja, dann nicht unvor-bereitet. Der nachstehende Aufsatz „Die Isobaren“ enthält alle wichtigen Informationen über die Möglichkeit anhand der Druckkurven die Windstärke zu berechnen. Erfahrungen mit dem Meltemi werden in den Törnberichten 2020 Einzug halten.

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4 Türkisches Mittelmeer

Die Türkei wurde in sieben Regionen eingeteilt welche vorwiegend nach ähn-lichen klimatischen Merkmalen erfolgte. Daher ist das Landschaftsbild und die Landnutzung der Gebiete innerhalb der jeweiligen Regionen sehr ähnlich ge-prägt. Jede Region unterscheidet sich daher in erster Linie durch ihr Klima.                     Bild rechts unten zeigt die Klimazonen
Obschon die offizielle Bezeichnung der türkischen Riviera Gebietsüberschreitend ist, wurde die geografisch Trennung zum türkischen Mittelmeer ab Marmaris bei-behalten. Die Unterteilung der Revierbe-schriebe erfolgt analog.

Geografisches
Ägäis Region
Die Ägäisregion Türkei (benannt nach der Ägäis, auf tr: Ege Bölgesi) ist auch als die türkische Ägäis bekannt. Der Ab-schnitt zum ägäischen Meer ist mit einer Fläche von 79000 km² das fünft größte der sieben geographischen Gebiete der Türkei.
                          ➡ Mittelmeer-Region
Die türkische Mittelmeerregion (wörtlich: „Weißes Meer-Gebiet“, auf tr: Akdeniz Bölgesi) resp. die türkische Riviera beg-renzt das levantischen Meer. Sie belegt mit einer Fläche von 120000 km² sowohl im Flächen- als auch im Bevölkerungs-vergleich den 4. Platz.

Geschichtliches
Die heutigen Türken, die in Vorderasien leben, stammen von ver-schiedenen Turkvölker resp. Stämmen ab. Sie kamen in mehreren strömen mit den Völkerwanderungen in diese Gegend und blieben ansässig. Die Neusiedler  dürfen nicht  mit dem  mittelalterlichen Volk der Hetiter verwechselt werden, die das gleiche Siedlungs-gebiet etwa 2000 Jahre früher ihr eigen nannten.  Die Gründung des osmanischen Reiches erfolgte erst viel später, nämlich im Jahr 1299 ad. und stieg in relativ kurzer Zeitspanne zu einer Weltmacht auf. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges verwandelte sich die Türkei durch Atatürk in einen Staat wie wir es heute kennen.
Anmerkung BW; Leider beobachten wir eine erneute Verwandlung!

Ein Beispiel der türkischen Küste zum levantischen Meer

Maritimes
Die Seefahrt im Mittelmeer wurde vorwiegend von den bekannten Stadtstaaten des Altertum bis ins Mittelalter dominiert. Griechen, Phönizier, Römer und Venezianer schrieben die Seeschifffahrtsge-schichte des Mittelmeeres. In erster Linie ging es um die Absiche-rung des Warenaustausches und Handels, später um Militärisches.
Die Osmanen und später die Türken traten in dieser Beziehung nie groß in Erscheinung. Sie wurden schon im Ansatz von den aufstre-benden westeuropäischer Seemächten des Mittel- bis Spätmittel-alters dominiert.
Der wohl bekannteste Seefahrer des os-manischen Reiches war Piri Reis (1470 – 1554) der nicht durch Seegefechte und Eroberungen die Aufmerksamkeit auf sich lenkte sondern durch seine Karto-graphien bekannt wurde (Mausklick öffnet Kartenauschnitt, beachte die detaillierte Darstellung der Küstenlinie). Er schaffte es in der osmanischen Marine bis zum Admiral.
Resümee
Wegen der geschichtlichen Vorkommnisse ist es nicht verwunder-lich, dass die Inselwelt der Ägäis, welche bis wenige Kilometer an die türkische Küste heranreicht und dem griechischen Staatsgebiet angeschlossen wurde. Die Osmanen konnten die Inseln in ihrer Blütezeit nur Teilweise und nur für eine „kurze“ Zeitspannen okkupieren.

Wer Ergänzungen zu diesen Revier- Informationen möchte, kann diese auf dem Beitrag „Laudatio Mittelmeer“ finden. Darin werden alle Themen im Zusammenhang mit dem Mittelmeer detaillierter aufbereitet.

Die Revierberichte von der türkischen Küste sind in zwei Haupt-kategorien aufgeteilt und können mit Mausklick geöffnet werden;
Ägäisregion Türkei
   von Ayvalik bis Marmaris (Nord nach Süd)
Mittelmeer Region Türkei (türk. Riviera)
   von Dalaman-bis Alanya (West nach Ost)

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