Die Isobaren

Der göttliche Wind – der Wettertreiber?

Der Turm des Windes in Athen

Anemoi wurden in der griechischen Mythologie die Götter des Windes genannt. Sie wurden als geflügelte Menschen oder geflügelte Pferde dar-gestellt. Schon damals hatten die Menschen viel Respekt vor dem Wind, denn sie wußten: Er treibt das Wetter-geschehen an. Einer dieser Winde wird der Etesien oder Meltemi genannt, welcher der Ägäis seit Urzeiten Freud und Leid brachte. Dem plötzlichen auf-treten dieses Windsystems wird mit Hilfe der Isobarenkarte ver-sucht die Flügel zu stutzen.Im Aufsatz „der Meltemi“ wurden die Merkmale und Prognose des Meltemi beschrieben, darum der Link zum Aufsatz..
Für eine bessere Übersicht habe ich den Aufsatz in Themen unter-teilt welche in den folgenden acht Spoilern abgespeichert sind. Diese offenbaren ihren Inhalt jeweils mit Mausklick.

1. Isobaren & Wetterprognose?
Ist eine Wetterprognose mittels Isobaren möglich?
Die ketzerische Frage kann wie folgt beantwortet werden; „Natürlich ist dies möglich, aber gewusst wie!“ muss man noch hinzufügen. Somit sind wir beim Thema! Mit welchem Hilfsmittel ist dies möglich? Wie kann ich einer Isobaren Karte entlocken was ich wissen will? Das wichtigste hierbei ist, zu beachten, wie die Karte aufbereitet wurde. Dazu zwei gängige Beispiele ohne auf Nuancen einzugehen;
< Abb. 1 mit Mausklick zu öffenen
1. Die Profi Isobarenkarte
Auf dieser Profi-Isobaren Wetter-karte der Wetteronline.ch sind viele Informationen auf einen Blick zu erkennen, aber eignen die sich für den Maritimen Gebrauch? Durch die Luftdruckangabe kann man die Hoch- und Tiefdruckgebiete erkennen, daraus resultieren, wo es schönes und wo es unbeständiges Wetter gibt. Durch die Abstände der Isobaren lassen sich ruhige resp. turbulente Zonen mit entsprechenden Luftbewegungen bestimmen. Mehr lässt sich aus dieser Isobaren-Karte nicht entlocken.

Abb 2 DWD Isobaren-Karte

2.) Die DWD Isobarenkarte
Die Karte des „Deutschen-Wetter-Dienstes“ ist weniger farbig, dafür aber wesentlich aufschlussreicher. Nebst den gleichen Informationen wie in Abb. 1 zu finden, sehen wir zusätzlich eine Menge kleiner Zah-len und Symbole. Was soll dieses Wirrwarr an Informationen? Wer weiß wie, der wird mehr Informa-tionen herauslesen können als in einem aufbereiteten visuellen Wetterbericht. In den folgenden Themen wird das vermeintliche „Geheimnis“ gelüftet. Viele Hinweise, Erläuterungen und Berechnungen sind darin enthalten.
Hinweis:  Im Aufsatz werden detaillierte Erläuterungen welche übers Internet verfügbar sind nicht „Kopflos“ abgeschrieben, sondern mit integrierten links in den Texten versehen, um Detailinformationen nachlesen zu können.

2. Lesen der Isobaren-Linien
Zum Thema der Druckunterschiede und Isobaren habe ich die wichtigsten Informationen entnommen und einen Ansatz ent-wickelt, eigene Berechnungen anzustellen zu können.
Wie lese ich die Isobaren?
a.) paralell dazu lässt sich die Windrichtung bestimmen
b.) aus ihrem Abstand die Windstärke abschätzen
c.) je geringer der Abstand desto größer die Windstärke.
Wichtige Kriterien;
§ In den Wetterkarten wird die Drucklinie der Isobaren stan-
dardmäßig mit 5 hPa eingezeichnet, wenn nicht, muss dieser Wert umgerechnet werden.
Abb. 3 Beispiel Isobarenkarte        § Die Abstände der Drucklinien richten sich nach der effektiven Druckverteilung und müssen aus der aktuel-len, vorliegenden Karte entnommen werden.
§ Nach Ermittlung des Isobaren-Abstandes (beachte den Karten-Maßstab!) kann aus nachstehender Tabelle die Windstärke resp. die durchschnittliche Windgeschwindigkeit abgelesen werden.
§ Mit diesen Werten lassen sich dann Berechnungen für unser Fahten-Gebiet anstellen.
§ Nicht ungewöhnlich ist, wenn bei flacher Druckverteilung die Isobaren-Linien weiter als 600 km auseinander liegen und sich kein vernünftiger Wert bestimmen lässt. In diesem Fall befindet man sich in einer windstillen Zone resp. sind nur thermischen Luftbewegungen zu erwarten.
Fazit; Motoren ist angesagt!

3. Die Hilfsmittel

a.) Grösse des Reviers     Abb.4 Karte für Distanzbestimmung
Als erstes empfiehlt es sich die Aus-dehnung des Segelreviers abzu- stecken in welchen der Törn statt-finden soll. Vorteilhaft ist das Ein-tragen eines Maßstabs um die Ab-stände in Erinnerung rufen zu können. Als Beispiel dient ein Kartenausschnitt der Ägäis-Kykla-den Abb. 4. Man kann z.B. in einer 400 km Strecke und Hilfs-linien von 100 km die Distanzen besser abschätzen. Somit lassen sich die Abstände der Isobaren mit einer aktuellen Isobaren-Wetterkarte (s. Abb. 3) vergleichen und interpo-lieren, dh. die Abstände in Kilometer festlegen.
b.) Tabelle bei 5 hPa Druck-Linien
Die folgende Tab. 1 gibt einen Überblick über die Windge-schwindigkeiten in Abhängigkeit der Isobaren-Drucklinien;
600 km Windstärke in Bf  =  3 leichte Briese    =  Ø   9,5 kn
500 km Windstärke in Bf  =  4 mäßige Briese   =  Ø 13,5 kn
400 km Windstärke in Bf  =  5 frische Briese    =  Ø 18,5 kn
300 km Windstärke in Bf  =  6 starker Wind     =  Ø 24,5 kn
200 km Windstärke in Bf  =  7 steifer Wind      =  Ø 30,5 kn
100 km Windstärke in Bf  =  9 Sturm              =  Ø 44,0 kn
c.) Grafische Darstellung
Mit folgendem Link öffnet sich die Tab 1. auch als grafisches Diagramm (Diagr. 1). Mit einem Diagramm lassen sich Zwischenwerte besser ablesen!

4. Beispiel einer Windprognose
Die Interpretierung der Isobarenkarte (Abb. 3) würde in un-serem Beispiel nachstehende Werte ergeben;
Südliche Ägäis
Isobarenabstand bei 5 hPa ca. 500 km, somit sind 3-4 Bf Windstärke aus nord-östlicher Richtung zu erwarten.
Balearen und Sardinien
Isobarenabstand bei 5 hPa ca. 100 km, somit sind ca. 9 Bf Windstärke aus süd-östlicher Richtung zu erwarten.
Beachte, dass sich beide Interpretationen jeweils auf den 5 hPa Isobaren-Drucklinien-Abstand beziehen und aus den Hilfsmitteln 3b & 3c abgelesen werden.

Noch eine ergänzende Bemerkung zu den Windrichtungen;
– Bereich Ägäis; Einfluss eines Hochs = Drehrichtung Wind = Uhrzeigersinn
– Bereich Balearen; Einfluss des Tiefs = Drehrichtung Wind = gegen den Uhrzeigersinn
Die Windrichtung wird von Landmassen und Inseln stark be-einflusst und kann bis zu 45° variieren. Um genauere Werte zu erhalten müssen weitere Schritte, wie unter Pos. „5. Isobaren = Windgeschwindigkeiten“ beschrieben, erfolgen.

5. Isobaren = Windgeschwindigkeiten

Für die folgenden Berechnungen liegen die Informationen wie vorgängig erläutert zugrunde;
1.) Eine (rote) 400 km lange Grundlinie wurde wie unter Pos. „3a) Die Hilfsmittel“ eingetragen. Der rote Strich entspricht der vorkonstruierten Linie aus Abb. 4.
2.) Eine (orange) Linie zeigt den geringsten Abstand der Isobaren in diesem Revier an und wird under Pos. C beurteilt.

Abb. 5 Isobarenkarte mit Ergänzungsinformationen

Aus der Isobaren-Karte (Abb. 5) können nun folgende Werte entnommen werden;
A.) Auf der roten 400 km –Linie wird eine Druckdifferenz von ca. 7 hPa abgelesen. Um eine genauere Aussage zur durch-schnittlichen Windgeschwindigkeit tätigen zu können müsste der Wert umgerechnet werden, siehe Pos. D Umrechnung.
B.) Der Längenabstand der roten Linie zwischen den 5 hPa Isobaren betragen ca. 300 km. Aus Tab. 1 resp. Diagr. 1 kann die Windgeschwindigkeit bei 300 km direkt abgelesen werden.
Resultat =  6 Bf resp. 25 kn. Richtung NNO
C.) Die Isobaren bei der orangen Linie haben einen Abstand zwischen den 5 hPa Drucklinien von ca. 230 km in diesem Bereich wird gem. Diagr. 1 eine höhere Geschwindigkeit erwartet.     Resultat = 6-7 Bf resp. 28 kn. Richtung NO
Erkenntnis: Für die Beurteilung der Windgeschwindigkeiten ist die Messstrecke zwischen den Isobaren entscheidend. Vorteil-haft ist, wenn diese für das jeweilige Segelrevier vorbereitet wurde. Die Lage der Isobaren bestimmt auch die Windrich-tung. Das Hoch liegt immer in Richtung des höheren Luft-drucks.

D.) Umrechnung
Nachstehend die Umrechnung der IST-Windgeschwindigkeit von 5 hPa auf 7 hPa aus Abb 5;Wir haben nun aus obiger Isobarenkurve 3 Resultate und sollten diese richtig deuten;
1.) Abgelesen bei 300 km = Ø 25,0 kn (gem. Pos. B)
2.) Abgelesen bei 230 km =    28,0 kn (gem. Pos. C)
3.) Berechnet bei 400 km = Ø 25,9 kn (gem. Pos. D)

Erkenntnis; Vergleicht man die drei Resultate und verfolgt man den Verlauf der Drucklinien, so wird die Windstärke auf der roten Markierungslinie zwischen den 5 hPa-Drucklinien eher einem höheren Wert (von 28 kn) und seitlich der 1035 resp. 1030 hPa Linie eher einem tieferen Wert (unter w1 = Ø 25,9 kn) liegen. Örtliche Gegebenheiten wie Stau-Effekte vor resp. Düsen-Effekte zwischen den Inseln und auftretende Böen sind nicht berücksichtigt. Beachte; Böen können bis zu 50% höhere Windgeschwindigkeiten verursachen!

6. Umrechnung Drucklinien

Wie schon vorgängig erwähnt trifft man nicht nur Isobaren-Karten mit 5 hPa Drucklinien an, sondern 2 resp. 4 hPa. Nun hat man 2 Varianten für die Umrechnung zur Auswahl;
Variante 1 = Anderen Druckwerten müssen umgerechnet werden. Siehe dazu das Rechenbeispiel.
Variante 2 = Es ist auch möglich die Distanz bis zu einer Druckdifferenz von 5 hPa zu erweitern und die Geschwin-digkeit aus der Tabelle resp. dem Diagramm abzulesen.
Diese Variante ist einfacher, schneller, aber auch wesentlich ungenauer.
Die Parameter für die Distanzen wie in Pos. 5d können übernommen werden.
Abb. 6 Isobarenkarte mit Ergänzungsinformationen (Bild Ägäis aus der „Windy-APP“) Mausklick öffnet Karte!

Aus der Isobaren-Karte (Abb. 6) können nun folgende Werte entnommen werden;
A.) Bei der roten Linie wird eine Druckdifferenz von 2 hPa abgelesen. Es wird eine Distanz von ca. 125 km festgestellt. Um eine Aussage zur durchschnittlichen Windgeschwindigkeit machen zu können müssen diese Werte umgerechnet werden, siehe dazu Rechenbeispiel „Pos. 6C Umrechnung“.
B.) Bei der orangen Linie wird eine Druckdifferenz von 2 hPa abgelesen. Es wird eine Distanz von ca. 100 km festgestellt. Auch dieser Wert muss umgerechnet werden, siehe dazu Rechenbeispiel „Pos. 6D Umrechnung“.

Hinweis zu Windrichtung & Stärke in Abb. 6
Beachte, dass die in der Karte angegebenen Werte nicht in Echtzeit übermittelt und von Bodenstationen gemessen werden. Diese befinden sich auf Inseln in unterschiedlicher Höhe und entsprechen nicht den Werten auf hoher See wo der Wind weitgehend ohne Behinderung resp. Einfluss wehen kann.

C.) Umrechnung 1 (rote Linie)
Umrechnung der IST-Windgeschwindigkeit von 2 hPa auf 5 hPa & der Distanz von 100 auf 125 km gemäß der Abb. 6;

D.) Umrechnung 2 (orange Linie)
Umrechnung der IST-Windgeschwindigkeit von 2 hPa auf 5 hPa & die Distanz von 100 km egalisiert sich, Abb 6;Wir haben nun aus obiger Berechnung 2 Resultate und ver-gleichen diese mit der Abb. 6 der Windy-APP und stellen folgendes fest;
1.) Die Resultate entsprechen der Einfärbung der Windstärke in der APP
2.) Die Windrichtung im orangen Bereich hat bis zu 45° Ab-weichung
3.) Interpoliert man die rote Linie auf bis zu einer Druck-differenz von 5 hPa (gem. Rechnungs-Variante 2) erhält man eine gemessene Strecke von ca. 400 km (zufällig). Die Windgeschwindigkeit aus Tab. 1 oder Diag. 1 ergibt einen Wert von Ø 18,5 kn. Es sind keine weitere Umrechnungen erforderlich.

Fazit
Natürlich ist die Rechnerei ein „überflüssiger Task“ wenn man Apps zur Verfügung hat, die die neuesten Vorhersagen über-mitteln. Aber was ist, wenn keine Verbindung möglich ist? So bleiben nur noch Radio- und Navtex Übermittlungen. Durch zwei Luftdruckangaben im Segelrevier lässt sich die zu er-wartende Luftmassenbewegung „leicht“ berechnen. Dies ist nur möglich, wenn man die Isobaren und deren Druckver-hältnisse begriffen hat und diese umzurechnen beherrscht.
Aber wenn auch das schlimmste Szenario nicht eintrifft, so ist es wichtig, die Zusammenhänge in der Atmosphäre deuten zu können. Daraus lassen sich, die zum Teil widersprüchlichen Wetterangaben (Apps), verifizieren und interpolieren.

7. Links zu Isobaren-Karten
Der Wetter-Vorhersage Markt ist mit allerlei Apps bis zum „geht nicht mehr“ geflutet, entsprechend verhält es sich mit der Qualität diverser Anbieter, schnell und Kostengünstig muss es sein. Aber es geht auch ohne Apps. Der Zugang übers Internet zu staatlichen Wetterdiensten ermöglicht das Herunterladen von hervorragenden Unterlagen wie Isobaren-karten mit allen erforderlichen Informationen. Viele App-An-bieter bedienen sich auch solchen Informationsquellen und arbeiten für die eigene Auswertung mit Algorithmen-Prog-rammen.
Nachstehend ein paar interessante Internet-Links sowie Wind- & Wetter-Apps;;

ISOBARENKARTEN
Wetteronline hat eine Isobarenkarte welche sich für die Wei-terverarbeitung weniger eignet, jedoch können viele zusätz-liche Infos auf dieser Webseite abgerufen werden, unter an-derem auch Wind und Wetterangaben für Segler. In den Re-vierberichten und den Links zu Wetterprognosen bediene ich mich diesem Angebot und verschaffe mir eine globale Wetterüberblick.

Deutscher Wetterdienst DWD
unten links; die Analysekarte mit Isobaren mit vielen Daten von DWD, mit mit Mausklick öffnen sich die Kartenoben rechts; die Prognosekarte DWD z.B. 1+24h

Mein Favorit für die Isobaren-Karten ist der Deutsche Wetter-dienst DWD. Die Unterlagen sind vorbildlich, komplett mit absolut hochwertigen Angaben und können bis auf Detail-grösse gezoomt werden. Für die Analysekarte gibt es alle 3 Stunden ein Update. In der Prognosekarte (H+24h eingeben) sind auch Angaben zu Wetterfronten mit Zusatzinformationen zu finden. 

Die Analysekarte lässt sich wie folgt vergrößern & bearbeiten:
⊗ Unten links das Dreieck > Download/Vergrößerung anklicken
⊗ In der Vergrößerung mit Mausklick auf die gewünschte Stelle tippen und eine detaillierte Karte (ein Highlight) öffnet sich.
Mit den seitlichen Balken kann man den Ausschnitt verschieben.
⊗ Ein Ausdruck der Detailkarte ist nur über „PrtSc“ möglich!

In der Karte hat es viele Daten und Symbole. Mit Mausklick auf Symbolblatt findest du die Erklärungen wie die Angaben zu verstehen sind.

Links zu den Symbolen;
Bewölkung, Luft-druck & Wind-geschwind
Verschlüsselung Wolkenart 1
Verschlüsselung Wolkenart 2
Mausklick zu den Erläuterungen von Wikipedia über die Wetterkarte.

8. Apps für Wind-Prognosen

WIND-Apps
Ich bin mit 3 Wind-Vorhersage Apps ausgerüstet und hatte letzte Saison nicht nur Differenzen zwischen den Apps fest-stellen können sondern häufig auch grundsätzliche Abwei-chungen.
Ob das dem Klimawandel geschuldet ist und die Anbieter mit der Geschwindigkeit der Veränderung nicht nachkommen, kann nur vermutet werden. Aber in Zukunft werde ich nebst den Apps und den Wettervorhersagen im Internet die örtli-chen visuellen  Beobachtungen intensivieren  müssen um einen 6. Sinn für die Veränderungen vor Ort zu entwickeln.
Nachstehend die Apps die ich benütze und vergleiche;
die Links zu den Apps;
👍 Windfinder    👍 Predict Wind    👍 Windy

Wetter-Apps
Wetter Apps aufzuführen erachte ich überflüssig, da jeder-mann schon seine Lieblinge, auf die er schwört und auf das Handy oder das Tablett heruntergeladen hat. Ich versuche mich meistens auch durch lokale Anbieter zu ergänzen. Dort ist die 3 Tages Prognose relativ genau. Manchmal muss man in Griechenland die Einstellung eines Übersetzers Bemühen um den Texte lesen zu können.

Ich habe mich bemüht die Erläuterungen so verständlich zu formu-lieren, dass nicht nur „Amateur-Wetterfrösche“ die Fakts nachvoll-ziehen können. Gerne bin ich bereit hilfreiche Anregungen anzu-passen und als update nachzutragen. Ich freue mich auf jede konstruktive Kritik.

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Der Meltemi

Der trockene Sommerwind der Ägäis

Es ist kein Märchen, aber es geschah vor langer Zeit und ist in meiner Erinnerung eingraviert. Die Irrfahrt von Mykonos nach Kea mit einer Charteryacht. Ein Höllenritt dem Meltemi gegenan! Bei tief blauem Himmel quälten uns zunehmende Windböen von bis zu 40 kn aus Nord und es baute sich ein gigantischer Wellengang auf. Die Jacht und wir wurden auf eine harte Bewäh-rungsprobe gestellt, denn es dauerte den ganzen Tag, bis die sichere Bucht von Kea, völlig erschöpft und durchnässt, erreicht hatten. Damals schwor ich mir, alles zu unternehmen, um nicht noch einmal in eine solche Situation zu geraten. Nun will ich das berüchtigte Hoheitsgebiet des Meltemi, die Kykladen, während der 3. Etappe meiner Segel-saison 2020 kreuzen. Aus allen möglichen Quellen bereite ich mich theoretisch auf eine sichere Fahrt vor. Dazu gehört zweifelsfrei eine „Meltemi-Lage“ rechtzeitig zu erkennen und die richtige Taktik anzuwenden. Die Infos und Daten, die für mich als „Eselsleiter“ oder Vorhersage-Checkliste dienen sollen, möchte ich auch mit anderen Seglern teilen. Eventuell hilft‘s beim nächsten Törn in der Ägäis, darum dieser Aufsatz.
Ich war recht erstaunt, aber einer der ersten Infos die mir über den Meltemi aufgefallen sind, war der Meltemi Ouzo <Infos über Link auf Flasche>. Unter Einfluss dieses Flaschengeistes wäre der beschrieben Törn womöglich in wesentlich entspannter Atmos-phäre verlaufen, oder auch nicht, wer weiß das schon!

Für bessere Übersicht habe ich den Aufsatz in Themen unterteilt, die in den nachstehenden 5 Spoilern abgespeichert sind, mit Mausklick öffnet sich der gewünschte Inhalt.

1. Charakteristiken des Meltemi
Die wichtigsten Merkmale des Meltemi;

Wirkungsgebiet Frühling bis Herbst
Aktivität ganze Ägäis
Windgeschwindikeit 12-21 kn, in Böen bis zu 47 kn
Beaufort Skala 4- 5, in Böen bis zu  9 Bf
Dynamik tagsüber zunehmend, abends abflauend
Dauer 2– 4 Tage in Ausnahmefällen bis 12 Tage

Abb. 1 Darstellung einer stabilen Druckverteilung (Isobarenkarte) im Sommerhalbjahr Zur Erläuterung der H (Hoch)= Azorenhoch & T (Tief ) = Monsuntief
In den Sommermonaten wird meistens eine Druckverteilung wie oben abgebildet angetroffen, wodurch sich die vorherr-schende Windrichtung im ägäischen Seegebiet aus Nord bis Nord-West einpendelt. Dieser Wind, weht regelmäßig mit Windstärken von 2-4 Beaufort. Natürlich beflügelt er des Seglers Herz und sorgt für einen flotten Törn. Im Sommer-halbjahr wird er Meltemi genannt. Die Griechen nannten ihn Etesien (kommt von „etos“ = jährlich) oder im Türkischen bedeutet es „sanfter Wind“). Er pustet vorwiegend mit 4-7 Bf, kann aber innert Tagesfrist auch auf Sturmstärke zulegen.
Die meisten werden sich heute mittels Wetterkanal übers Handy oder einer Wind-APP informieren. Es gehört aber zur guten Seemanschaft, auch andere Quellen anzuzapfen. Es könnte ja sein, dass man, aus welchen Gründen auch immer, auf die Naturzeichen der Umgebung oder auf das Studium einer Wetterkarte mit Isobaren angewiesen sein sollte. In den nachstehenden Untertiteln werden diese Alternativen näher erörtert und sind mit viel nützlichem Wissen gespickt.

2. Kurzfristige Voraussagen 24 - 36 Stunden
Ein Wetter-Quiz an Bord ist nicht nur ein Zeitvertreib für län-gere Etmale sondern kann nebst Spaß auch viel Wissen bei-steuern. Sollte der Törn im Einflussgebiet des Meltemi statt-finden, lässt sich ein Quiz mit den aufgeführten Parametern durchführen. Durch regelmäßige Beobachtungen kann ein große Lerneffekt erreicht werden und zu einem sicheren Törn beitragen. Beherzigt das Sprichwort – „Übung macht den Meister“-, denn vermehrte optische Beobachtungen schärfen nicht nur die Sinne sondern ermöglichen als persönliches Rüstzeug kurzfristige lokale Vorhersagen. Als Belohnung für den Sieger eines Vorhersage-Wettbewerbs könnte ein Schluck aus der Ouzo-Meltemi Flasche winken. Nachstehend einige der wichtigsten Parameter;

Eigenschaften zunehmend trockener, kühler N–NW-Wind, ver-besserte Weitsicht, vorausgehende klare Nacht (viele Sterne) keine Taubildung an Deck
Barometer steigender Luftdruck, min. 3 bis 4 hPa in 12h
Optische Merkmale tagsüber Bildung von Cirrocumulus-Wolken, (Schäfchenwolken) aus SW bis W über das Firmament verstreut. Schon morgens über dem Festland Blumenkohlwolken und nachts zuvor kann man auch Wetter-Leuchten beobachten
Achtung Wenn der Luftdruck in der Region schnell und überdurchschnittlich Hoch ansteigt, muss mit einer längeren Starkwind Phase gerechnet werden!

Mit dem Meltemi und entsprechenden Windböen und Wellen-gang ist nicht zu spaßen

3. Übersicht berüchtigte Meltemi-Hotspots
Aus beiliegender Ägäis-Karte sind die Haupt-Windrichtung des Meltemi und seine Wirkungsweise optisch dargestellt.
Abb. 2, mit Mausklick öffnet sich die Karte
Markierte „Hotspots“ wie Düsenwirkung zwischen den Inseln und Fallwinde resp. Fallböen, je nach Topografie von Inseln und Buchten wie auch Kapwinde sind in der Meltemi-Hoch-saison mit größter Vorsicht zu begegnen.
Süd-Nord
öffnenden Buchten sollten grundsätzlich vermieden, spätestens bei aufkommen des Meltemi rechtzeitig verlassen, werden. Es droht Gefahr „eingeweht“ zu werden. Dies kann schwerwiegende Folgen haben wie Havarien oder sogar zum Schiffsverlust führen.

4. Verhaltensregeln bei Meltemi-Alarm
Sollte es der Terminplan erlauben, ist es das sicherste bei aufkommendem oder bereits aktivem Meltemi ein Auslaufen zu verschieben. Auch am Anleger oder in der Ankerbucht müssen Massnahmen zur Sicherheit getroffen werden. Nicht nur das Ankergeschirrs sollte überprüft sondern auch Belegeleinen verstärkt werden. Wo heftige Fallböen zu erwarten sind empfiehlt es sich, den Luftwiderstand des Schiffes (lose Segel, Bimini-Verdeck, Dingi etc.) zu ver-mindern. Lose Fallen sind festzuzurren oder zu spannen, denn diese sind nicht nur für die eigene Crew Nervtötend sondern auch für Nachbarschiffe ein graus!
Wenn ein Auslaufen nicht aufge-schoben werden kann, sollten nachstehende Verhaltensregeln beachtet werden;
1.) Im Aussenbereich alles fest-zurren und das laufende Gut kontrollieren.
2.) Im Innenbereich der Jacht alles Sturmfest verstauen und sichern.
3.) vorteilhaft Reff ins Segel einbinden (Hinweis unten).
4.) entsprechende Kleidung (Ölzeug) anziehen.
5.) Sicherheitsausrüstung (Weste & Lifeline) anziehen.
6.) Mahlzeit (Snacks) & warme Getränke vorbereiten.
7.) Reiseroute überprüfen & Plan B ausarbeiten.
8.) Wetterbericht nochmals prüfen!
Unterwegs ist immer mit unvorhersehbaren Ereignissen zu rechnen. Ein „Plan B“ sollte mit der Crew abgesprochen und ausgearbeitet werden. Daraus resultiert das abstecken von Nothäfen und sicheren Ankerbuchten. Bitte den Metemi-Ouzo erst nach anlegen im Zielhafen auspacken!
Hinweis zu Pos. 3: Ein zu viel eingebundenes Reff ist einfacher auszuschütten als eins einzubinden!
5. Meltemi und die Klimaerwärmung
Veränderungen durch die Klimaerwärmung sind allgegen-wärtig und können mannigfaltig beobachtet werden.

Wie lange noch?

Wie wird sich der Meltemi verhalten? Eine nicht leichte Antwort, den sie lässt sich vermutlich nur durch lang-fristige Beobachtungen und Analysen erfassen, die Klima-tologen arbeiten daran. Prog-nosen ohne Klimaerwärmung sind schon schwierig genug. Wenn die Zweifler und Igno-ranten nicht in so grosser Zahl wären, würde die Aus-wirkungen eher in den Griff zu bekommen sein. Nachstehende Punkte sind einer Überlegung wert und mahnen zur Vorsicht.

1.) Veränderungen durch Energiezufuhr
Energie durch Sonneneinstrahlung ist der Treibstoff der phy-sikalischen Abläufe in der Atmosphäre. Die Luftdrücke (H & T) sind eines der wichtigsten Merkmale in den Prozessen. Der Unterschied zwischen den Luftdrücken bewirkt Luftmassen-ströme vom Hoch zum Tief, welchen wir als Wind wahrneh-men. Die Atmosphäre ist bemüht einen Ausgleich zu schaffen. So bewirken höhere Druckdifferenzen heftigere Luftbewegun-gen welche durch die steigende Temperatur noch weiter verstärkt wird.
Ein Link öffnet die bildliche Darstellung der globalen Windsysteme, aus Klima der Erde.de

2.) Dynamische Atmosphäre
Durch die grössere Energiezufuhr werden in der Atmosphäre die Abläufe zusehends beschleunigt. Wetterfronten wechseln sich häufiger und intensiver ab. Dadurch werden Wettervor-hersagen problematischer. Das bemerkt man an den Wetter- und Wind-Apps. Die Fehlerquote steigt und die Unsicherheit der Nutzer nimmt zu. Zum dynamischen Wettermix kommt noch die Häufigkeit von außerordentlichen Ereignissen wie heftigen Stürmen, sintflutartigen Regenfälle und Hitzephasen hinzu. Durch die gestiegenen Wassertemperaturen treten immer häufiger Windhosen auf. Wann wird der erste Hurri-kane im Mittelmeer zu verbuchen sein? Die Aussichten sind getrübt und so müssen wir uns auch mit der optischen Wetterbeobachtung Vorort vermehrt auseinander setzten um besser gewappnet zu sein.

3.) Zukunft 2020
Im Jahr 2019 war das Wetter schon außergewöhnlich. Die Windvorhersagen spielten verrückt und Hitzephasen raubten die Lebenslust. Der Versuch, denn veränderten Rahmenbe-dingungen mit intensiverer Reisevorbereitung entgegen zu wirken ist gerechtfertigt. Dazu gehört auch das Studium resp. sammeln von Informationsmaterial über den Meltemi. Ich hoffe, im Sommer nicht allzu viele unvorbereitete Begegnun-gen mit ihm erleben zu müssen, wenn ja, dann nicht unvor-bereitet. Der nachstehende Aufsatz „Die Isobaren“ enthält alle wichtigen Informationen über die Möglichkeit anhand der Druckkurven die Windstärke zu berechnen. Erfahrungen mit dem Meltemi werden in den Törnberichten 2020 Einzug halten.

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Medizin an Bord

Vorwort Skipper

Als Vorbereitung auf meinen Mittelmeer Segeltörn habe ich mich entschieden, den Kurs „Medizin an Bord“ nochmals zu besuchen.
Begründung;
– Lebenswichtige Details könnten in Ver-gessenheit geraten und im Ernstfall nicht mehr abrufbar sein.
– auf dem neuesten Stand zu sein kann nie verkehrt sein.
– als Skipper muss man Verantwortung tragen.

Die Schweizerische Segelschule (SSS) bietet solche Kurse in Zu-sammenarbeit mit den „SeaDoc“ an. Die Medizintafeln „Erste Hilfe an Bord“ sind im Ernstfall wirklich eine grosse Hilfe und laden auch sonst ein, darin herum zu stöbern. Leider sind die Tafeln mit vielen praktischen Hinweisen und Zeichnungen urheberrechtlich ge-schützt,  weil heute nur noch der kom-merzielle Aspekt zählt. Gerne hätte ich die Tafeln anhand von Beispielen im Be-richt eingebunden, muss mich aber auf Hinweise beschränken. Das Dokument ist in jeden Fall an Bord jedes See gän-gigen Schiffes unerlässlich und sollte griffbereit sein.
An dieser Stelle möchte ich nicht ver-säumen, auf die Sorgfalt im Umgang mit Medikamenten, hinzuweisen. Es ist zwingend, die Packungsbeilagen der Medikamente sorgfältig zu studieren und die zu behandelnden Personen auf Verträglichkeit zu befragen. Weitere Empfehlungen für „Medikamente an Bord“ über diesen LINK.

Noch eine kleine Anmerkung auf Kurs und Inhalt der folgenden Seiten; Der zweitägige Kurs ist nicht gerade Budget freundlich aber entschädigt auch mit praktischen Beispielen und Übungen. In den zwei Tagen lernst du „fast alles“ was du im Notfall benötigst, auch für weltweite Fahrt. Ich habe die Medikamente, die für den ausgedehnten Blauwassertörn erforderlich wären, vorerst über-sprungen. Im Mittelmeer ist die medizinische Versorgungsdichte sehr gut und kann im Notfall innert nützlicher Frist angelaufen werden.
Mit „klick“ auf nachfolgende Rubriken sind die wichtigsten Medi-kamente aufgeführt, welche an Bord jedes längerfristigen Törns, z.B. im Mittelmeer, kühl aufbewahrt werden sollten.

1. Magen & Darm Erkrankungen
Begriffserklärung
Entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei den chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verursachen die im Darm angesiedelten Bakterien aus bislang ungeklärten Grün-den eine anhaltende Entzündungsreaktion der Darmschleim-haut, die das Darmgewebe schädigt.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 1
2. Augenentzündung & Fremdkörperentfernung
Begriffserklärung
Für rote Augen ist meistens eine Bindehautentzündung (Kon-junktivitis) verantwortlich. Ursachen für eine entzündete oder irritierte Bindehaut gibt es viele – sie reichen von Infektionen mit Bakterien oder Viren über Allergien bis hin zu Erkrankun-gen wie Rheuma.
Dass ein Fremdkörper in das Auge gelangt, ist keine Selten-heit. Meist verbleibt dieser oberflächlich und kann zu Schmer-zen, Rötung und tränendem Auge führen. Durch Entfernung des Objektes ist das Problem häufig behoben. Bei tiefem Ein-dringen in das Auge und bei starker Entzündung kann es je-doch auch zu einer Augenschädigung kommen.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 2
3. Erkältung
Begriffserklärung
Erkältung und grippaler Infekt sind alltagssprachliche, medi-zinisch nicht scharf definierte Bezeichnungen für eine akute Infektionskrankheit der Schleimhaut von Nase (einschließlich der Nebenhöhlen), Hals oder Bronchien.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 3
4. Schmerz
Schmerzen sind eine Sinneswahrnehmung – ähnlich wie der Mensch Hitze, Kälte oder Berührungen empfindet, nimmt er auch Schmerzen wahr. Akuter Schmerz ist ein Hinweis des Körpers, dass im Moment irgendetwas nicht stimmt.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 4
5. Juckreiz, Entzündung, Allergie
Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung der Haut, die ein Kratzen, also Reiben, Scheuern usw. der Haut mit den Enden der Fingernägel oder anderen geeigneten Materialien oder mechanischen Hilfsmitteln (z. B. Rückenkratzer) provoziert.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 5a
Entzündung ist eine körpereigene Reaktion auf schädliche Reize, die sich klassischerweise durch die Entzündungszeichen Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und funktionelle Einschränkung äußert.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 5b
Als Allergie wird eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 5c
6. Übelkeit, Erbrechen, Seekrankheit
Übelkeit ist eine Befindlichkeitsstörung, die umgangssprach-lich auch als flaues  Gefühl in der  Magengegend bezeichnet wird.  Häufig ist die Übelkeit ein  Vorbote von Erbrechen, sie kann aber auch auftreten, ohne dass der Betroffene sich über-geben muss.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 6a
Erbrechen ist die schwallartige Entleerung des Magen- oder Speiseröhreninhaltes entgegen der natürlichen Richtung durch die Speiseröhre und den Mund. Erbrechen ist ein natürlicher Reflex zur Vermeidung von Vergiftungen bei der Nahrungsauf-nahme.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 6b
Seekrankheit, Luftkrankheit,Raumkrankheit oder die Land-krankheit von Seeleuten auf Landgang sind bekannte Varian-ten. Passive Bewegung in Reisebussen, Autos,Zügen mit Nei-getechnik,  Flugzeugen,  Achterbahnen   kann ebenfalls  die Symptome hervorrufen.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 6c
7. Antibiotika
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezieht sich die Bezeichnung Antibiotika meistens auf Arzneistoffe oder Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Nicht jede Infektion wird durch Bakterien verursacht. So können auch Pilze und Viren zu Infektionen führen. Gegen diese Erreger sind Antibiotika wirkungslos. Um einer sogenannten Antibio-tikaresistenz vorzubeugen, müssen bei der Anwendung von Antibiotika bestimmte Richtlinien eingehalten werden.
Link zu mehr Informationen
Link zu Medikamentenschrank Teil 7
8. Notfall Medikamente
Notfallmedikamente sind Arzneimittel, die im Rahmen eines medizinischen Notfalls zum Einsatz kommen. Sie dienen vor allem der medikamentösen Therapie akuter, lebensbedroh-licher Gesundheitsstörungen. Ein umschriebener Bestand an Notfallmedikamenten gehört zur Ausstattung eines Notfall-koffers. Art und Auswahl der Notfallmedikamente sind abhän-gig vom Einsatzgebiet z.B. Seefahrt.
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9. Sonstige Medikamente
Unter die Rubrik „sonstige Medikamente“ fallen alle Arzneimit-tel, die für die Behandlung von äusseren resp.  inneren Unan-nehmlichkeiten und Blessuren eingesetzt werden. Die Medika-mente sind meist Rezeptfrei zu beziehen. Anwendungsbereiche wie der Befall von Ungeziefer (aussen im Kopfbereich resp. innen im Darmbereich), äussere Haut-verletzungen und Schürfungen, Magen- resp. Sodbrennen, Erkältung der Atemwege zum Inhalieren und Durchblutungs-störungen wie Thrombosen.
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Sundowner & Absacker

Des Seglers Sundowner oder Dämmerschoppen

Bei einem Sundowner (englisch für etwa Sonnensenker) oder Dämmerschoppen handelt es sich um ein alkoholisches Getränk, das zum Sonnenuntergang getrunken wird.  Man kommt in der Re-gel für etwa eine halbe Stunde zusam-men und meistens bleibt es bei einem, höchstens zwei resp. allerhöchstens drei bis vier alkoholischen Getränken.
Zur Geschichte; In Englisch geprägten südlichen Ländern wird der Sundowner heute noch gerne von den Reiseunter-nehmen gepflegt. Hierzu trifft man sich innerhalb der Reisegruppe zur gemeinsamen Beobachtung des Sonnenunterganges mit einem Getränk. Auch unter Privatleuten in tropisch-exotischen Ländern ist die Einladung „zum Sundowner“ eine häufige Praxis und unter Seglern praktizierte Tradition!

Die Evolution des Segel-Menschen

Eine These lautet, dass der Sundowner bei der Britischen Marine eingeführt worden sei:  Da sich die Offiziere eines Schiffes auf-grund der zeitlich versetzten Wachdienste nur selten vollzählig trafen, haben Kapitäne das Ritual des Sundowners eingeführt, damit wenigstens einmal am Tag eine Zusammenkunft aller statt-findet. (Welche Weitsicht!)

Sundowner ist nicht zu verwechseln mit dem ABSACKER;

Die Evolution des Absackers!

der in der Umgangsspracheletztes Glas“ eines alkoholischen Ge-tränks, das im Anschluss an ein Beisammensein (oder vor dem Schlafen gehen) zu sich genommen wird. Es steht auch nirgends geschrieben, dass nach dem Genuss eines oder mehrer Sundow-ner, der Absackers nicht munden soll! Ob er „bekommt“ muss jeder für sich entscheiden.

Und nun zu unseren beliebtesten Getränken;

Cocktail-Liste

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Click für Name - Beschrieb - Rezeptur - Zubereitung
BLUE & GREEN LAGOON
Der Blue Lagoon Sundowner hat ausnahmsweise  keine  legen-denhafte Entstehungsgeschichte zugrunde liegen.  Er wurde in  den 60-er Jahren kreiert  –  so
viel zu den Fakten. Durch den blauen Farbeffekt wurden Erin-nerungen an das blaue Meer und den blauen Karibikhimmel geweckt!
Rezeptur;  3 cl Rum, 2 cl Anisschnaps (Pastis, Küsten-nebel, Ouzo) 2 cl Curaçao blue, 6 cl Zitronenlimonade oder Orangensaft, 4 Stück Eiswürfel, 1 unbehandelte Zitrone
Zubereitung Schritt 1;
Ihr gibt die Eiswürfel in ein Glas. Gießt die Alkoholika und den „Curaçao Blue“ darüber. Füllt das Glas mit Limonade auf und rührt das Ganze vorsichtig um.
Schritt 2 – Finish;
Den Glasrand mit einer Zitronenscheibe dekorieren und den den Cocktail mit Trinkhalm servieren.
Blue Whale’s Tipp;
Der originale Orangenschalenlikör „Curaçao“ stammt von der gleichnamigen Karibik-Insel. Es gibt ihn in blau, grün und orange. Stilvoller geht das mit Zuckerrand am Glas!
SEA BREEZE
Ein Sea Breeze Cocktail enthält Wodka mit Cranberry- und Gra-pefruitsaft. Er wird normaler-weise während der Sommermo-nate getrunken. Das Getränk kann geschüttelt werden, um eine schaumige Oberfläche zu erzeugen.
Rezeptur; 4 cl Wodka, 12 cl Cranberry Juice, 3 cl Grape-fruit Juice & Eiswürfel.
Zubereitung;  1.) Eiswürfel in das Glas geben und mit Wodka & Pastis übergiessen. 2.) Mit Wasser oder Soda,  je nach Geschmack auffüllen. 3.) Mit einem Cocktailstab vorsichtig verrühren und Limone- resp. Limettenschale dazugeben.
LATE MISTRAL
Das erste Mal wurde das Ge-tränk im Jahr 1980 zubereitet. Seinen Ursprung hat der Cock-tail, wie der Name bereits ver-rät,  im Mittelmeerraum.  Die Mischung auf Eis servieren und mit Zitronenschalen garnieren. Stärkere Pastis-Marken wie „51“ oder „Ricard“ bewirken einen intensiveren Anisgeschmack. Rezeptur; 5 cl Wodka, 1-2 cl Pastis oder Ouzo, 6 cl kaltes Wasser zum Auffüllen, 2-3 Eis-würfel, Limone, Limette.   Zubereitung;  1) Eiswürfel in das Glas geben  und  mit Wodka & Pastis  übergießen.  2.) Mit Wasser je nach Geschmack auffüllen. 3.) Mit ei-nem Cocktailstab vorsichtig verrühren und Limone- resp. Limetten- schale dazugeben.
Blue Whale’s Tipp;   Immer den Wetterbericht im Auge behalten, den die Nordwinde können auch in anderen Ge-filden zuschlagen!
HUGO
Der Hugo schmeckt erfrischend, spritzig und leicht. Ein tolles Re-zept für einen Cocktail, der als Sundowner ein Hit ist. Der Hugo ist ein Cocktail, der mit Holunder-blütensirup, Limette, Minze und Prosecco, sehr gut in die warme Jahreszeit passt. Wird er mit Eis zubereitet, ist zu beachten, dass dadurch die Kohlensäure der Zu-taten schneller verschwindet.
Rezeptur;  8 EL Holunderblüten-sirup, 400 ml Prosecco & 400 ml Sodawasser oder Mineralwasser,  1 Stk Zitrone,  8 Minzblätter  und 8 Stk Eiswürfel.
Zubereitung; 1.) 2 Minzblätter in ein Weißweinglas ge-ben.  2.) Die Blätter mit einem Holzstößel leicht andrüc-ken.  3.) Einige Zitronenscheiben (halbiert) und Eiswürfel dazu geben.   4.) Prosecco & Sodawasser  mit Holunder-sirup vermischt umrühren.  5.) Glas mit gemischter Flüs-sigkeit auffüllen.
CUBA LIBRE
Cuba Libre (span. für „Freies Kuba“), umgangssprachlich auch Cubata ist ein Rum-haltiger Longdrink aus Havanna, Cuba. Ein Cuba Libre muss mit Rum aus Kuba hergestellt werden, ansonsten ist es nur ein Rum-Cola.
Rezeptur;  5 cl Rum,  3/8 Li-mette, Cola zum Auffüllen, 2-3 Eiswürfel
Zubereitung; 1.) Limetten-Achtel über dem Glas ausdrüc-ken und hineingeben. 2.) Eis dazugeben und mit Rum & Cola auffüllen. 3.) Cuba Libre Cock-tail mit einer Limette dekorieren.
GIN TONIC or GIN FIZZ
Gin Tonic ist ein klassischer Longdrink aus Gin und Tonic Water. Das Mischverhältnis variiert je nach Geschmack von 1:1 bis 1:3 oder höher. Durch das Sodawasser wird der Gin Fizz zu einem prickelnden süß-sauer Erlebnis.
Rezeptur Gin Tonic;
4 cl Gin, Tonic-Water resp. Sodawasser, Limone, Lim-ette (je nach Geschmack auch Kräuter, Gewürze, Früchte etc.) oder Gurke und immer Eiswürfel.
Zubereitung;  1.) Den Gin in das Glas geben. 2.) An-schließend das Tonic Water öffnen (erst kurz vor Geb-rauch, um die Kohlensäure zu erhalten). Das Tonic Water langsam in das Trinkgefäß füllen, damit möglichst wenig Kohlensäure entweicht.
3.) Nun das Glas langsam bis zum Rand mit Eiswürfeln auffüllen und mit einem Cocktailstab vorsichtig verrühren.
4.) Abschließend den Glasrand mit einer Zitronen- oder Limettenscheibe  garnieren oder  wahlweise die Frucht-scheibe  in  das Glas  geben. Je nach Wunsch kann das Getränk mit Kräutern, Gewürzen oder Früchten verfeinert werden.
Varinate Gin Fizz Rezeptur; 4 cl Gin, Sodawasser, 4 cl Zitronensaft, 2 cl Zuckersirup und div. Eiswürfel
Zubereitung;  1.) Zitronensaft, Zuckersirup und Gin mit 5-6 Eiswürfeln in den Shaker geben, 2.) Verschließen und kräftig schütteln. 3.) Ein Longdrinkglas bereitstellen und den Drink durch ein Barsieb hineingießen. 4.) Mit Soda auffüllen, mit einer Zitronenscheibe am Glasrand garnieren.

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Aiolos in der Odyssee

Der griechische Gott der Winde, des Seglers Achillesferse

Aiolos war nach Homers Odyssee ein Sohn des Hippotes und be-wohnte mit seiner Gattin sowie seinen sechs Söhnen und sechs Töchtern die schwimmende Insel Aiolia. Diese wurde schon in der Antike gerne mit einer der Äolischen Inseln (Namen von Aiolos abgeleitet) identifiziert.       Bild unten; Antike Aeolus Darstellung

Aiolos bewirtete Odysseus und seine Gefährten gastfreundlich für einen Monat. Vor der Heimfahrt gab er Odysseus einen Schlauch aus Rindsleder mit ungünstigen Winden, der verschlossen bleiben sollte. Gleichzeitig ließ er für Odysseus Heimfahrt günstige West-winde wehen. Der Schlauch wurde jedoch von den Gefährten des Odysseus kurz vor Erreichen Ithakas geöffnet. Infolgedessen ent-wichen alle ungünstigen Winde und die Schiffe wurden zur Aiolos-Insel zurückgetrieben. Als Odysseus Aiolos erneut um günstige Winde bat, wurde er abgewiesen.

Homers Windrose aus der Antike

Windbezeichnung in der Antike
Aiolos war der griechische Gott der Winde. Er war mit Eos, der Göttin der Morgenröte, verheiratet und wurde von Zeus als der Herrscher über die verschiedenen Winde eingesetzt. Zu den Winden gehören „Boreas“ (Nordwind), „Euros“ (Ostwind), „Zephyros“ (Westwind) und „Notos“ (Südwind).

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