Törnberichte 2021

(rev. 29.08.2021)

DAS VIERTE SEGELJAHR; NERVIGER NEUSTART
Mit gemischten Gefühlen aber mit Sehnsucht wurde die Segelsaison 2021 erwartet. Kaum waren der Lock Down aufgehoben, die Reisemöglichkeiten gelockert und die Impfungen verabreicht konnte das Abenteuer „Überführungs Törn Bari (ITA) nach Preveza (GRE) beginnen. Leider war dies erst ab Anfang Juni möglich und so traf ich, mit positiven Erwartungen, verspätet Mitte Juni in Bari ein.
Schon die Vorbereitungsphase bis zum Einwassern war mit vielen ärgerlichen Unannehmlichkeiten verbunden. Nur um wenige aufzuzählen;
Der „jämmerliche“ Zustand von Blue Whale stach sofort ins Auge, denn die salzhaltige Luft ist kein Verbündeter und nagte fast 22 Monate an ihr.
Technische Defekte, vermutlich durch die lange Stillstandszeit hervorgerufen, dämpften die Erwartungen. Vor allem jene die erst später während der Reise entdeckt werden konnten. Aber das Gebaren der Handwerker, die chronische Überlastung vorspielten, natürlich nur um den Preis in die Höhe zu treiben, sind in Bari resp. in der ganzen südlichen Hemisphäre eine Tugend. Wer sie nicht beherrscht bleibt arm oder muss übermässig viel arbeiten.
So ist vieles auf Blue Whale im Argen geblieben und musste in nerviger Kleinarbeit bereinigt werden.
Eine weitere Erfahrung persön-licher Art war die zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperatur und Luftfeuchtig-keit, diese liessen durch die kurze Angewöhnungszeit den Schweiss in Strömen fliessen. Beschämend war, dass kurz nach Genuss einer Bierdose, es unter den Achselhöhlen anfing zu schäumen!
Genug des Jammerns und nun zu den Berichten der Segel- und Landreisen 2021;

1.) Törnbericht (solo) Bari – San Foca (ITA)                   LINK
2.) Törnbericht (solo) S. Foca (ITA) – Preveza (GRE)      LINK
3.) Abschluss in Preveza & Heimreise                            LINK
ab Herbst resp. Winter in Bearbeitung;
4.) Törnbericht Süd-Ionische Inseln mit KS
5.) Ausklang Winterpause Preveza   
6.) Törnplanung 2022 

Also starten wir in die neue Saison unter dem Motto;

Bilder mit Beschreibungen sind in der Galerie zu finden. (Link in Arbeit)

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Törnplanung 2020

(Nachtrag vom 30.07.2021)

Leider musste anlässlich der ernsthaften Bedrohung durch die Corona-Pandemie und der aktuellen Lock-Down Bestimmungen der Törn auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Arbeit der Planung war nicht vergebens, da sie im schlimmsten Fall einfach ins Jahr 2021 übertragen und mit neuesten Erkenntnissen ergänzt werden kann.

Inwieweit diese Planung Bestand haben wird, dürfte sich erst im Laufe dieser Saison oder erst zum Jahreswechsel heraus kristallisieren. Niemand kann vorhersagen, wie sich die Epidemie weiter entwickelt. Ob sie sich von selbst resp. durch Impfungen eindämmen lässt und somit ein gefahrloses Reisen wieder erlaubt werden könnte.

Alle Details der Törnplanung 2020 können somit in der neuen Rubrik „Törnplanung 2021“ eingesehen werden.

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Törnplanung 2021

CORONA ANTWORTET AUF „Quo vadis Blue Whale 2021“

Quo vadis oder „wohin gehst du Blue Whale 2021? Diese Frage beschäftigt mich für das 2021 noch intensiver. Die Ferienplanung wird für alle zur Grat-wanderung, vor allem für Seenomaden, dessen Segeltour Revier- resp. Länder-übergreifend wird.
Die Törnplanung aus den Jahr 2020 soll im Wissen beibehalten werden, dass wegen der Pandemie auf zwangsmässige Anpassungen reagiert werden muss.
Im Jahr 2018 hat ein Jahrhundert Gewitter in der Schweiz den Törnplan durcheinander gewirbelt. 2019 wurde das Versäumte nachgeholt wodurch dann das Aktuelle in Verzug geriet. Das Jahr 2020 war durch COVID-19 verunmöglicht worden und so sind die geplanten Segeltörns noch weiter in Verzug geraten.
Nach wie vor beschäftigen uns die nicht kalkulierbaren Faktoren wie das Wetter und die politische Lage im Süden. Diese Faktoren sind dieses Jahr durch den wellenartig wütenden Virus ergänzt worden. Das Ziel bleibt bestehend, denn der Weg führt definitiv nach Süden. Das Segelrevier an der türkischen Riviera mit den zum greifen nahen griechischen Inselwelt und den verlockenden Angebote für „Yachties“ kann nicht ignoriert werden.
                                     Mit Mausklick Karte unten vergrössern!
Beim Ersteren handelt es sich um die Einflusssphäre des Meltemi, dem vorherrschenden tückischen Nordwind der Kykladen (Zykla-den). Seine Sphäre würde ich in der Hauptsaison durch-segeln. Dazu mehr Infos auf der separaten Bloggseite (Meltemi).
Beim Zweiten, der Entwicklung der Geschehnisse im Nahen Osten, sprich „Türkei“ ist die Lage nur schwer einzuschätzen. Auf eine Slalomfahrt zwischen Gummibooten ist nicht mein Thema und so muss die Lage zeitnah analysiert und beurteilt werden.
Der dritte Umstand, die Pandemie, verändert die Wahrnehmung fast täglich und auf örtliche Massnahmen muss flexibel Reagiert werden. So ist es ratsam, nicht nur einem „Plan B“ im Köcher mit zu führen.

Genug der Überlegungen und Zweifel! Der Segeltörn 2021 wird in drei Hauptetappen unterteilt. Die Spoiler enthalten Erläuterungen und technische Daten zu den geplanten Etappen. Ein Mausklick zur vergrösserten Visualisierung des Etappen-Überblicks auf obere Karte.

1.) Überführungstörn Bari – Preveza Mai
Überführungstörn Bari (ITA) – Preveza (GRE) Mai
Nach Abschluss der Arbeiten an Blue Whale erfolgt der Start-schuss am 1.Mai. Beim erreichen des Etappenziel in Preveza dürfte die LOG-Anzeige bei insgesamt ca. 236 Nm zu stehen kommen. Dafür habe ich 15 Tage eingerechnet. Das Durch-schnittsetmale von 16 Nm/d (Link für <d>) ist nicht überris-sen und hat genügend Reserve um Ruhephasen resp. Wetter-fenster an Hotspots zu gewähren. Eine spezielle Planung ist nicht mehr erforderlich, da die Etappe bestens vertraut ist. In Preveza sind ein paar Tage für Erholung, Verproviantierung und Rendezvous mit KS eingeplant.
(Link zu Etappen-Karte)
2.) Oneway-Törn Süd-Ionischen Inseln mit KS Mai-Juni
Oneway Törn Süd-Ionische Inseln mit KS Mai – Juni
Mit KS wollte ich die Südlichen Ionischen Inseln wie Ithaka, Kefalonia und Zakynthos besuchen. Diese Inseln reihen sich wie Perlen auf der Fahrt von Preveza nach Patras auf. Sehenswürdigkeiten auf dem Festland wie dem Peloponnese, z.B. das antike Olympia sind programmiert. Auf eine detail-lierte Ausarbeitung der Route wird verzichtet. Auf beiliegender Karte sind Anlegemöglichkeiten und die nautischen Distanzen ersichtlich. Das Kreuzen zwischen den Inseln und Orten wird etwa 250 Nm in Anspruch nehmen, d.H. etwa 17 Nm/d. Wir wollen das Revier als „Oneway-Törn“ in 30 d absolvieren. Ab dem 18. Mai von günstigen, schwachen bis frische Briesen angetrieben, werden die Hotspots vorwiegend segelnd ange-peilt. Durch die Hauptbewegungsrichtung nach Süd erhoffen wir den saisonbedingt, zunehmenden Charterbetrieb zu entfliehen. (Link zu Etappen-Karte)

3.) Überführungstörn Patras - Türkische Küste ab Juni
Überführungstörn Patras – Südliche Sporaden
Der Überführungstörn nach Kusadasi an der türkischen Rivi-era ist wohl die anspruchsvollste Etappe des Segeltörns 2020. Sie umfasst Total ca. 590 Nm und wird ab 19. Juli gestartet. Eine Zeitspanne von 60 – 90 Tagen ist eingeplant (10 Nm/d). Ab hier spielt der Faktor „Zeit/Dauer“ eine kleine Rolle, denn es zählt nur eines; Vor dem Wetterumschwung im Herbst si-cher und gesund anzukommen. Die Etappe habe ich in zwei, etwa gleich lange Teilstrecken unterteilt, weil spätestens in Kythera die Entscheidung gefallen sein muss, ob weiter nach Süden oder zurück nach Kalamata gesegelt wird. Aus welchen Gründen auch immer!(Link zu Etappen-Karte)

4.) Option Dedokanes resp. südl. Sporaden ab September
Eventualetappe 4 im Dedokanes resp. der Südlichen Sporaden
Wenn der Überführungstörn weniger Zeit in Anspruch nimmt, so will ich mir die Option offen lassen einen Abstecher zu den Südlichen Sporaden resp. einen Kurztörn in der Inselwelt des Dodekanes durchzuführen. Beide Reviere durfte ich schon mehrfach mit Charteryachten besegeln. So ist keine weitere Planung erforderlich. Der Zeitrahmen dürfte sich Ende Sept. bis Mitte Oktober anbieten. Vorteil dieses Reviers ist, einen günstigen Überwinterungsplatz für Blue Whale zu finden und die gute Erreichbarkeit mit günstigen Flügen zu nutzen.

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Törnberichte 2020

Die DRITTE SEGELSAISON IN QUARANTÄNE
(rev. 20.08.2021)

Viele können es nicht mehr hören, Corona-Virus oder COVID-19. Diese beiden Begriffe und noch unzählige weitere Schlagwörter von 2020 lösen bei vielen Was-sersportfreunden irre Zuckungen im Gesicht oder unkontrollierte stereotypi-sche Bewegungen aus.
Auch Blue Whale wurde ein Opfer dieser Pandemie und musste die Saison 2020 in der Ranieri-Werft von Bari, im Trocken-lager, fristen. Vermutlich wird sie sich mit unzähligen Rostflecken revanchieren und so den langersehnten Saisonstart im Frühling 2021 mit harter, mühevoller Vorbereitungsarbeit verzögern. Gerne hätte ich in diesem Kapitel neue interessante Segelerlebnisse und Törnberichte präsentiert aber auch ich musste mich den Umstän-den beugen. Die Zeit nutzte ich mit diversen fälligen Gesundheits-Updates und als Ausgleich „Gartenarbeiten“. Ich war da in guter Gesellschaft, denn vielen Segel-Leidens-Genossen ist es ähnlich ergangen, oder konnten sich nur über einer kurze Segelsaison erfreuen. Wollen wir doch zuversichtlich in die Zukunft bli-cken, obschon die momentane Lage noch kao-tischer wirkt wie letztes Jahr und die Prophezeiungen der Wissenschaftler (auf Politiker hören wir ja schon lange nicht mehr) alles andere als Rosig erscheinen lässt. Wir sind in der zweiten Welle gefangen, die wir als Skipper auf See mühelos aussteuern würden, denn uns macht meist nur die 5. und 6. Welle zu schaffen.
Hast du schon daran gedacht die Segelfläche mit neuen oder ge-brauchten Hygienemasken zu vergrössern? Eine weitere Hilfe wäre die kürzlich programmierte Corona-App. Diese könnte nämlich die Wetter-App bestens ergänzen. Bemerkenswert ist auch, dass nie-mand zugeben, würde, welche Manöver in der Badewanne geübt wurden. Eigentlich schade, denn so wird der übliche Erfahrungs-austausch verhindert.
Jeder hat das Bedürfnis über seine eigenen Lock Down Er-fahrungen zu berichten, wie er oder sie, wollen wir den Club der Genderwächter nicht verär-gern, die segellose Zeit über-brückt hat. Diese aufregenden Gespräche sind bestimmt inte-ressant und werden die neue Saison hartnäckig begleiten. Sollten mir die Geschichten überdrüssig werden, so zeige ich mit entschuldigenden kargen Worten auf mein neues T-Shirt, welches meinen Gemütszustand der letzten Monate sicherlich zu Ausdruck bringt.
Zum Schluss möchte Blue Whale und ich allen ein freudiges „SCHIFF AHOI“ zurufen und hoffen, dass wir uns alle Gesund und fröhlich wiedersehen werden.
Die restliche Zeit bis zum Saisonstart lässt sich mit beiliegendem Bild nicht besser ausdrücken.
Dieser „Workout“ braucht bestimmt keine Motivation und dürfte bei regelmässiger Anwendung nicht nur für die eigene Konstitution sondern auch zur Desinfektion zu empfehlen sein.

Törnplanung 2021
Die Törnplanung 2021 kannst du mit nachfolgendem Link aktivieren                                                              LINK

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4 Türkisches Mittelmeer

Die Türkei wurde in sieben Regionen eingeteilt welche vorwiegend nach ähn-lichen klimatischen Merkmalen erfolgte. Daher ist das Landschaftsbild und die Landnutzung der Gebiete innerhalb der jeweiligen Regionen sehr ähnlich ge-prägt. Jede Region unterscheidet sich daher in erster Linie durch ihr Klima.                     Bild rechts unten zeigt die Klimazonen
Obschon die offizielle Bezeichnung der türkischen Riviera Gebietsüberschreitend ist, wurde die geografisch Trennung zum türkischen Mittelmeer ab Marmaris bei-behalten. Die Unterteilung der Revierbe-schriebe erfolgt analog.

Geografisches
Ägäis Region
Die Ägäisregion Türkei (benannt nach der Ägäis, auf tr: Ege Bölgesi) ist auch als die türkische Ägäis bekannt. Der Ab-schnitt zum ägäischen Meer ist mit einer Fläche von 79000 km² das fünft größte der sieben geographischen Gebiete der Türkei.
                          ➡ Mittelmeer-Region
Die türkische Mittelmeerregion (wörtlich: „Weißes Meer-Gebiet“, auf tr: Akdeniz Bölgesi) resp. die türkische Riviera beg-renzt das levantischen Meer. Sie belegt mit einer Fläche von 120000 km² sowohl im Flächen- als auch im Bevölkerungs-vergleich den 4. Platz.

Geschichtliches
Die heutigen Türken, die in Vorderasien leben, stammen von ver-schiedenen Turkvölker resp. Stämmen ab. Sie kamen in mehreren strömen mit den Völkerwanderungen in diese Gegend und blieben ansässig. Die Neusiedler  dürfen nicht  mit dem  mittelalterlichen Volk der Hetiter verwechselt werden, die das gleiche Siedlungs-gebiet etwa 2000 Jahre früher ihr eigen nannten.  Die Gründung des osmanischen Reiches erfolgte erst viel später, nämlich im Jahr 1299 ad. und stieg in relativ kurzer Zeitspanne zu einer Weltmacht auf. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges verwandelte sich die Türkei durch Atatürk in einen Staat wie wir es heute kennen.
Anmerkung BW; Leider beobachten wir eine erneute Verwandlung!

Ein Beispiel der türkischen Küste zum levantischen Meer

Maritimes
Die Seefahrt im Mittelmeer wurde vorwiegend von den bekannten Stadtstaaten des Altertum bis ins Mittelalter dominiert. Griechen, Phönizier, Römer und Venezianer schrieben die Seeschifffahrtsge-schichte des Mittelmeeres. In erster Linie ging es um die Absiche-rung des Warenaustausches und Handels, später um Militärisches.
Die Osmanen und später die Türken traten in dieser Beziehung nie groß in Erscheinung. Sie wurden schon im Ansatz von den aufstre-benden westeuropäischer Seemächten des Mittel- bis Spätmittel-alters dominiert.
Der wohl bekannteste Seefahrer des os-manischen Reiches war Piri Reis (1470 – 1554) der nicht durch Seegefechte und Eroberungen die Aufmerksamkeit auf sich lenkte sondern durch seine Karto-graphien bekannt wurde (Mausklick öffnet Kartenauschnitt, beachte die detaillierte Darstellung der Küstenlinie). Er schaffte es in der osmanischen Marine bis zum Admiral.
Resümee
Wegen der geschichtlichen Vorkommnisse ist es nicht verwunder-lich, dass die Inselwelt der Ägäis, welche bis wenige Kilometer an die türkische Küste heranreicht und dem griechischen Staatsgebiet angeschlossen wurde. Die Osmanen konnten die Inseln in ihrer Blütezeit nur Teilweise und nur für eine „kurze“ Zeitspannen okkupieren.

Wer Ergänzungen zu diesen Revier- Informationen möchte, kann diese auf dem Beitrag „Laudatio Mittelmeer“ finden. Darin werden alle Themen im Zusammenhang mit dem Mittelmeer detaillierter aufbereitet.

Die Revierberichte von der türkischen Küste sind in zwei Haupt-kategorien aufgeteilt und können mit Mausklick geöffnet werden;
Ägäisregion Türkei
   von Ayvalik bis Marmaris (Nord nach Süd)
Mittelmeer Region Türkei (türk. Riviera)
   von Dalaman-bis Alanya (West nach Ost)

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