Überleben dank Jeans

Deutscher stürzt vor Neuseeland ins Meer – ein Trick mit seinen Jeans rettet ihm das Leben!
Diese Schlagzeile des New Zealand Herald vom 12. März 2019 19:39;  erregte meine Aufmerksamkeit und weil sie so unwirklich ja unglaubwürdig ist, hat sie den Weg in die Blue Whale’s Rubrik „Seemannsgarn“ gefunden. Die Quintessenz dieses Artikels soll sein; entweder Schwimmweste oder Jeans auf hoher See tragen.

Die Rettung des Deutschen in Neuseeland sorgt für Aufsehen. In größter Seenot hatte Arne Murke einen Einfall, der ihm das Leben rettete.➡ In der vergangenen Woche war Murke mit seinem Bruder an der Südküste  Neuseelands mit einer Yacht unterwegs,  die das Duo von Auckland nach Brasilien überführen wollte.
➡ Dabei ging Murke über Bord, und geriet in den Wogen des Ozeans in Lebensgefahr – sein Bruder versuchte ihn zu retten, konnte den jungen Mann jedoch nicht erreichen.
Gegenüber dem «New Zealand Herald» berichtet Murke: «Ich wurde für ein oder zwei Sekunden im Wasser neben dem Boot hergezogen, aber dann löste sich das Seil zum Glück, und ich schwamm ohne Schwimmweste im Wasser. Nur mein T-Shirt, meine Jeans, das war alles.»
Es folgten drama-tische Szenen: Sein Bruder warf dem 30-Jährigen eine Rettungs-weste hinterher, doch die bekam Murke nicht zu fassen. Das Boot zum in Seenot steckenden Bru-der als MOB-Manöver zurücksteuern? Nicht möglich. Das verhinderte ein Motor-schaden der 12-Meter-Yacht „Wahoo“!
➡ Doch Murke hatte einen Einfall,  der ihm schließlich das Leben retten sollte.  Der Norddeutsche erinnerte sich nämlich  an eine Technik, die er sich von der US-Elite-Kampfeinheit „Navy Seals“ abgeschaut hatte: «Ich atmete tief durch, zog meine Jeans aus,  machte Knoten am Ende der Beine und  blies die Jeans auf. Ich zog sie über Wasser und bekam Luft hinein und drückte sie dann unter Wasser – ich hatte eine improvisierte Schwimmweste.»
➡  Zweieinhalb Stunden musste  Murke so auf offener See aus-harren, doch dann kam die Rettung in Form der alarmierten Küs-tenwache.
Ein Video der örtlichen Küstenwache zeigt,  wie Murke mit seiner improvisierten Schwimmweste von Rettungskräften in den siche-ren Helikopter gezogen wird. <LINK ZUM VIDEO>
«Glücklicherweise kannte ich den Trick mit der Jeans. Ohne die Jeans wäre ich heute nicht hier, sie waren wirklich das, was mich gerettet hat.»

➡ Die Stunden auf See müssen nervenaufreibend gewesen sein. Murke erinnert sich: «Als ich im Wasser war, dachte ich nur, dass ich meine Tochter nicht ohne Vater zurücklassen kann.  Das war die grösste Motivation.» und weiter: «Das Wasser brach über mich herein, und es wurde kalt. Meine Beine begannen zu zittern. Ich musste die Jeans wieder aufpumpen, weil sie ein wenig Luft verlor, sie war irgendwie verdreht.»

Nun will ich euch nicht länger auf die Folter spannen, nachstehend der Video-Link zum «Navy-Seal-Trick»

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Weltumseglung mit 6 Meter!

Es gibt ja viele verrückte Menschen auf dieser Welt, die meisten laufen frei herum und du begegnest ihnen alltäglich, mehr oder weniger oft. Aron Meder ist vermutlich ein seltenes Exemplar dieser Spezies. Ihm begegnest du eher seltener, weil er segelt. Und wie! Was mich in seinem Fall faszinierte, war der Umstand, dass er nicht nur ein Landsmann ist sondern sich mit einem sehr bescheidenen Budget mit einer Nussschale auf die Weltmeere traute. Weil Ungarn bekanntlich keine Meeresküste sein Eigen nennt, müsste mann die Einwohner doch eher der Kategorie „Landratte“ zuordnen. Dieser Menschenschlag soll ja besonders in eine Idee verbeißen. Man erinnere sich, nachdem die Schweizer mit „Alinghi“ im Americans Cup historisches vollbracht hatten, haben sich viele als Seglernation ausgegeben. Im nachstehenden Bericht (bitte auf Bild klicken) ist seine Story über die ungewöhnliche Weltumseglung mit einem 19″ (19 Fuß = 6m) Segelboot, der Corina, beschrieben. Der Bericht wurde im Segelnmagazin (Heft 3, 2010) veröffentlicht und ist mir eher zufällig beim aufräumen des Estrich in die Hände geraten. Die ganze Story ist so unglaublich, dass ich mich entschlossen habe ihn unter der Rubrik „Seemannsgarn“ zu bloggen, obschon er wahr ist und noch kein Garn angesetzt hat.

Bitte versteht mich nicht falsch, auch ich habe einiges in Planung, werde aber nicht Aron nachzueifern. Erstens müsste ich die Blue Whale praktisch halbieren (in die Hälfte schneiden), was mir bestimmt das Herz brechen würde und zweites müsste ich mich einer Verjüngungskur unterziehen. Ein Abenteuer dieser Dimension, so glaube ich, wagt man nur in der ersten Hälfte oder Drittel seines Lebens, wo einem noch unbewusst ist was man alles verpassen könnte, sollte das Unterfangen schief gehen. Nur schon der Gedanke, eine solche Weltumseglung unter ähnlichen Bedingungen wie sie Aron hatte zu versuchen, bringt mir die Nackenhaare zum stehen. Ob er nun Glück hatte, oder alles auf Können zurückzuführen ist, kann jeder selbst beurteilen, aber dass er es durchgeführt hat, ohne im Vorfeld die Idee an die „große Glocke“ zu hängen und damit, wie heute üblich, das Budget etwas aufzubessern, verdient den uneingeschränkten Respekt. Bedenkt, wäre er vor der Reise an die Öffentlichkeit gegangen, hätte sie in der Badewanne der Irrenanstalt statt gefunden. Auf Kommentare bin ich gespannt und wünsche beim lesen viel Vergnügen.

For the English speaking readers a short notice;
Sorry, the story is only in a PDF-File available, so therefore is no translation possible. But if you are interested in reading that outstanding story, so please click here to get a short English version. A few pictures are available over the link above (small pictures)!

For the Hungarian Readers please activate this link. Kösz.

 

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Wintergedanken und Hafen

Die Winterzeit ist doch noch angebrochen. Beim Anblick des Hafens und der fröstelnden Blue Whale, zerreist es einem fast das Herz. Die Tage scheinen nur schleichend vorüber zu ziehen und so füllen wir Zeit mit Gedanken, bis das Segeln unser Gemüt wieder neu belebt.

Ein Wintergedicht

Ihr Fische, wo seid ihr mit schimmernden Flossen?
Wer hat den Nebel, das Eis beschossen?

Ein Regen aus Pfeilen, ins Eis gesplittert,
so steht DAS SCHIFF und klirrt und zittert.

Autor unbekannt

Wind und Schnee

Frischer Schnee bedeckt die ruhige See,
nur noch Stille, in Luv und Lee.
von Nord und Ost, ihr eis‘gen Winde!
ich bitt‘ euch, leise! linde!
Lasst es gut sein, schnell gelinde.
Alles auf Erden hat seine Zeit,
Frühling und Winter, Freude und Leid

Autor unbekannt

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Erlebnis Refit-Arbeiten

Erfahrungen mit „Dem Werft-Meister“

Die Blue Whale war für die Refit-Arbeiten 2015 in einer deutschen Werft am Bodensee stationiert. Bei einem meiner letzten Kontroll-besuche hatte ich eine Unaufmerksamkeit des Werftbesitzer nutzen können um einen Schnappschuss zu erstellen. Die Qualität der ausgeführten Arbeiten wurde im Portrait widergespiegelt. Oh, welch ein Schreck überkam mich, nicht zu verwechseln mit dem Trickfilm-Schreck der gutmütig und lieblich sein soll!

Wikipedia beschreibt den Schreck wie folgt;

Mit Schreck (Bildliche Darstellung) bezeichnet man die Reaktion eines Organismus auf einen überraschend wahrgenommen, potentiell bedrohlichen Reiz. Die Schreckreaktion beinhaltet verschiedene psychologische und physiologische Prozesse, die allesamt der Abwehr der Bedrohung beziehungsweise der Minimierung abträglicher Folgen dienen. Der Schreck wird in der Regel als aversiv empfunden.

Eine treffende Erklärung für meine Empfindungen, die mich im Laufe der Monate nachdem die Arbeiten am Schiff beendet waren immer wieder heimsuchten. Ich verspürte nicht nur aversive sondern auch aggressive Gefühle. Eine Stufe mehr oder höher!

Das Portrait ist leider nicht optimal getroffen, an diesem Tag war er nicht besonders gut drauf!

 

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