Dieselpest

„BIO & DIESEL“ eine fatale Allianz

Blue Whale möchte mit diesem Artikel die Aufmerksamkeit der Wassersportfreunde auf ein leidiges Thema richten, die Dieselpest! Dieselpest und Corona-Virus scheinen sich verbündet zu haben. Das erstere greift unsere Gesundheit und das zweite unser heiß geliebtes Wassergefährt an.
Beides sind Bakterien, verbreiten sich lautlos und unkontrolliert nicht nur im Dunkeln, um uns hinterlistig zu überfallen und zu bestrafen. Beide beschneiden unsere Bewegungsfreiheit an Land oder auf dem Wasser. Warum Segler vorwiegend von der zweiten Angriffswelle, der Dieselpest, betroffen sind, wird der Bericht dar-legen. Wer in dieser Hinsicht noch keine Erfahrungen gesammelt hat, ist entweder ein Glückspilz oder wird Kurz-  oder Mittelfristig in die eine oder andere Bakterienkeulen laufen.

Die Ursache
Konzentrieren wir uns auf die Dieselpest, denn dieses Phäno-men beherrscht zurzeit nicht die Schlagzeilen hat aber Aus-wirkungen auf unsere Sicherheit auf See. Wie gewöhnlich
erschaffen wir unsere Probleme selbst. Die ehrenhafte Absicht, den CO2-Ausstoss durch Biokraftstoffe zu reduzieren, hat sich in vielerlei Hinsicht als Trugschluss und Bumerang erwiesen. Die Diskussion  „Tank oder Teller“  ist sicher gerechtfertigt, aber für uns Yachties eher untergeord-net. Das Thema repräsentiert sich für uns aus einem anderen Blickwinkel und manifestiert sich quasi als Zeitbombe. Man bedenke, dass bei Segeljachten der Dieseltreibstoff eine län-gere Verweildauer im Tank hat, natürlich der Fortbewegungs-art geschuldet und so beginnen in der Zeitachse unkontrol-lierte Prozesse im Tank zu laufen.

Die Prozessfaktoren
Temperaturschwankungen verursachen Kondensat Bildung in jedem Tank. Der Bioanteil im Diesel fängt an sich durch Aufnahme von Kondenswasser zu zersetzen resp. aufzulösen. Wärmezufuhr beschleunigt diesen Alterungsprozess erheblich, vor allem im sommerlichen Trockenlager der Jacht. Seit der Bioanteil im Diesel auf 7% erhöht wurde arbeiten die Mikroorganismen im Akkord. Das Produkt des Prozesses, breitet sich wie ein schwarzes Leichentuch am Boden des Dieseltanks aus und wird im Inspektionsgang als klebrige, abgestorbene Masse wahrgenommen. Es bereitet sich heimtückisch und zielstrebig auf den fatalen Frontalangriff vor.

Der Antrieb versagt
Erst bei stärkerem Wellengang erfolgt eine Durchmischung des gesamten Tankinhaltes. Nach starten des Antriebs wird schon bald der verunreinigte Treibstoff angesaugt und all-mählich, je nach Befall des Diesels, Leitungen und Filter ver-stopft. Der Motor raucht anfänglich, fängt an zu stottern, röchelt etwas später, meist genau in der Hafeneinfahrt, und stirbt kurz danach im aller dümmsten Moment. Die Jacht mutiert zum „Sterbenden Schwan“. Weil Wind meist Wellen-gang erzeugt droht ohne Antrieb Abdrift und eine folgen-schwere Havarie ist fast unvermeidbar.
Blue Whale hat das Schicksal zum Glück auf offener See bei Gegenwind und Wellengang ereilt und so konnte mit Wind-kraft zum Ausgangsort zurück gesegelt werden. Die herbei-gerufene  EmergenSea  (Seenotrettung)  musste „nur noch“ das Einschleppen in die Marina übernehmen welches ein kurzes aber ungeheuer teures Unterfangen war!

Konsequenz & Reaktionen
Konsequenz
Es muss ja nicht immer zum Boots Gau kommen, aber durch den verunreinigten Treibstoff wird nicht nur die Funktion des Dieselantriebs in Leidenschaft gezogen. Die gesamte Tank-anlage inkl. Zubehör ist betroffen und kündigt sich anfangs mit schwarzen Abgasen an.
Weil der Biodiesel aggressiver als fossiler Treibstoff ist, greift er ungeeignetes Material und Beschichtung an und zersetzt diese. In der Folge verstopft er nicht nur den Filter sondern schädigt zusätzlich die Zylinder und Brennkammer des An-triebs. Weil nicht alle Bauteile aus Edelstahl gefertigt werden können, muss für Yachten generell der Einsatz von Biodiesel in Frage gestellt werden.

Reaktionen
Bild unten; 20.05.2018 Motorversagen, die Blue Whale wird in die Marina Veruda in Kroatien abgeschleppt.
Reaktionen beschränken sich auf ähnliche Artikel und Aufrufe verhallen ohne Echo. An den Mittelmeerküsten musste man leider schon immer mit verunreinigtem Treibstoff rechnen.
Man ist das Risiko mangels Alternativen eingegangen. Wer kennt die kleinen behelfsmäßigen Tankfahrzeuge an den Promenaden der Stadthäfen nicht? Diesel konnte nur mit Mühe von Nutzwasser (Zysterne, kein Trinkwasser) unter-schieden werden. Die Situation könnte wegen dem Bioanteil eskalieren. Die Deklaration des Treibstoffs war schon immer mangelhaft und die Konsistenz des angebotenen „schwarzen Goldes“ unbekannt. Der genügsame Diesel-Jockel hat alles geschluckt, manchmal etwas Russ und Rauch als Protest aus-stoßend, aber er verrichtete seine Arbeit stehts zuverläßlich. In naher Zukunft werden wir uns vermutlich nach dem Anle-gemanöver beglückwünschen und „Pest und Motorbruch“ zu-rufen, welche Ironie.

Aussichten
Die Aussichten sind vermutlich schlechte, weil Charterer und Versicherer sich dem Problem verweigern. Die Marinas sehen andere in der Verantwortung und die Diesel Lieferanten be-haupten das es nicht ihre Idee war.

In den Statistiken der Seenotretter ist die Havarie wegen Mo-torversagens schon seit längerem an der Spitze und deren Ursache sehr wohl bekannt. So bleibt der „Schwarze Peter“ bei uns Skippern hängen und bedeutet, Kontrolle des Öltanks, Biodiesel vermeiden und Additivzusatz dosiert anwenden. Aber aufgepasst, nur Biozid freies Additiv ist erlaubt. Produkte auf Chemiebasis oder mit Zusatzstoffen sind verboten!

Prävention?
Wenn die Herkunft des Treibstoffs fragwürdig ist und das Tanken dringlich ist wird empfohlen Additive als präventive Massnahme anzuwenden. Dazu der folgende Filmbeitrag der Firma XBEE , der die Problematik gut veranschaulicht. Auch als Prä-vention lässt sich das „Wunder-mittel“ anwenden. Bis auf gestie-gene Betriebskosten sind keine negativen Folgen bekannt.
Auf die jährliche Kontrolle des Dieseltanks würde BW trotzdem nicht verzichten. Nachfolgende Pumpvorrichtung vereinfacht das Absaugen von verunreinigten Schichten am Tankboden und trägt für eine erhöhte Sicherheit der Folgesaison bei. Sollte die Saison 2020 wegen Corona über-sprungen werden müssen, so wäre Vorteilhaft, die Wartung in diesem Sommer inkl. Beigabe des Additivs zu tätigen.

So hofft Blue Whale, dass sich alle Eigner einer ungetrübten Was-sersportsaison 2021 erfreuen werden. Attacken beider Bakterien, Pest oder Virus, sind in die Schranken gewiesen und „hoffentlich“ nachhaltig eliminiert!

<Back to Main Page Trivialis>    <Back to Seemannschaft>

 

Verschwörungstheorien

VERSCHWÖRER DANK CORONA IM HÖHENRAUSCH

Geschichtenerzähler die in rauch-geschwängerten Spelunken oder im Alkoholdunst der Hafenkneipen ihr Seemannsgarn für einen Becher Rum zum Besten gegeben haben, kennen wir nur noch aus Anekdoten oder Filmen. Ihre spektakulären Abenteuer und fantastischen Er-lebnisse, die sie auf hoher See oder auf strapaziösen Forschungsreisen erlebt haben, hatten meist eine persönliche Note und wurden mit jedem zusätzlichen Glas bombas-tischer und meist unterhaltsamer. Man wusste wofür man den Obolus entrichtete und was man be-kommen solle.
Heute sind wir einer neuen Gilde von Schwaflern, den intellek-tuellen Rattenfängern respektive den „irren Demagogen“ aus-gesetzt. Die Phraseure (Schwätzer) auf Neudeutsch „Verschwö-rungstheoretiker“ tituliert, öffnet das Web eine zensurlose Platt-form mit ungeahnten Möglichkeiten. Wir können ihnen kaum entkommen, sie sind all gegenwärtig und mischen sich neuer-dings auch unter Anti Corona Kundge-bungen. Ihr Narrativ ist abstrus, sie ver-mischen Fakten mit erfundenen Behaup-tungen und bauen auf stereotypen Feindbildern auf. Dabei richtet sich ein übersteigertes, irrationales Misstrauen gegen eine be-stimmte Gruppe oder Individuen und Persönlichkeiten. Eine nicht ungefährliche irre Entwicklung!
Wie soll man solchen fehlgeleiteten Propheten entgegnen? Kann, soll oder muss man einen überzeugten „Flach-Erdler“ bekehren? Wohl kaum möglich, denn die Sprache für eine Verständigung müsste erst erfunden werden.

Der Corona-Beschleuniger

Allmählich fällt uns auf, dass die Pandemie einem kleineren Teil unserer Mitmenschen doch stärker zugesetzt hat als es in den Medien berichtet wurde. Gemeint sind diejenigen, die den Lock Down bis auf einen gewissen Grad der Verwirrung über-standen haben. Es ist unbestritten, dass die verhängten Maßnahmen persön-liche Freiheiten einengten ja beschnitten haben, vielen wurde erst jetzt bewusst was Lebenslust und Lebensfreude wirklich bedeuten und das die zwischenmenschlichen Beziehungen, trotz exzessiver Handynutzung und Computerspielen, zu ver-kümmern drohten.
Die Mehrheit der Bevölkerung steckte die Umstände mit Bra-vour weg, doch einigen hat der Lock Down psychologisch so zugesetzt, dass sich eine therapeutische Behandlung unab-dingbar aufzwingt. Und jetzt, wo das Schlimmste überstanden scheint, geht diese verwirrte Minderheit auf die Strassen, missachtet alle neuen Verhaltenskodexe und demonstriert gegen jeden und alles. Sie will sich Luft über ihre eigene Misere verschaffen, welcher Wahnwitz! Doch nun kommen die Propheten der Apokalypse aus den Löchern gekrochen, Bewaffnet mit brennenden Fackeln, Mist-gabeln und jeder Menge Wissen von natürlich absolut seriösen Webseiten mit unfassbar geheimen Quellen, die nur sie im-stande sind zu verstehen und zu deuten. Sie mischen sich unter die Verwirrten und propagieren ihre Erleuchtung. Wir sind Zeuge der Wiedergeburt der Verschwörungstheoretiker geworden.

Neugeburt der Verschwörungstheoretiker
Nach der Corona Lockerungen werden an Kundgebungen op-tisch immer häufiger Plakate mit fantastischen und unglaub-würdigen Slogans geschwenkt.  Die Agitatoren preisen auf lautstarke, verbale Weise passgenaue Lösungen an. Ihren Theorien scheint kein Kraut gewachsen zu sein, so dass immer mehr der verwirrten Wutbürger mit den Verschwörern eine Symbiose eingehen und nach einer Weile deren Slogans bis zur krächzenden Heiserkeit lautstark wiedergeben.
Die Agitatoren sind ein gemeingefährliches Häufchen Paranoider, vermeindlicher Profiler, die heute unter dem Begriff „Verschwö-rungstheoretiker“ zusammengefasst werden. Sind wir ihnen auch schon unwissentlich auf den „Leim“ gegangen? Vermutlich ja, denn sie haben sich in der Geschichte schon bei anderen Gelegenheiten auf eindrückliche Weise bemerkbar gemacht. Durch Reinkarnation lässt jedes erschütternde Ereignis auf Erden, aktuell das Corona Virus, ihre eigenen Propheten auferstehen. Diese agieren dann mehr oder weniger erfolgreich und einige der Verschwörungen halten sich dann hartnäckig über Jahr-zehnte. Heute erfahren die „Hirngespinste“ über Sozial Media eine grenzenlose Verbreitung, aber auch neue und kurzlebi-gere Theorien werden hartnäckig vertreten, gepostet und „geliked“.

Beispiele neuester Theorien
Verschwörungstheorien haben in Zeiten von COVID-19 Hochkon-junktur. Die mit grüner Farbe markierten Thesen klingen mit etwas „Goodwill“ plausibel, na ja, Betonung auf Goodwill. Die nicht markierten Slogans benö-tigen nicht nur sehr viel Fanta-sie sondern offenbaren eine Steigerung der Irreführung, ein Schema des Verschwörungs-prinzips.
Die Beispiele;
– An der Grippe sterben mehr Menschen als an Corona.
Die Chinesen haben Corona gezüchtet um die Weltherr-schaft zu übernehmen.
G5 Antennen fördern die Aus-breitung des Virus.
Bill Gates hat das Virus gezüch-tet um Impfstoff zu verkaufen.
– Die Corona-Opfer sind alles Alte und wären auch sonst ge-storben.
– Sperrt die Alten und Risiko-gruppen weg und lasst die anderen frei.
Lock Down ist Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
Das Trinken von Bleichmittel hilft gegen COVID-19.
Die Regierung löscht Corona-Kritiken vom Web.
– Überlastetes Gesundheitssystem hilft nur Italien zu mehr Hilfsgelder.
– Das Virus ist eine Biowaffe.
Wacht auf, die Lügenpresse und Regierung wollen uns nur Kontrollieren.
– An den wirtschaftlichen Folgen sterben mehr als am Corona Virus.
– Das Corona Virus ist ungefährlich.

Eins ist sicher, die Fake News verbreiten sich dank Internet schneller aus als das Corona selbst und das in allen Sprachen des Globus! Weil wir gelernt haben alles zu hinterfragen, kommt die Überlegung auf; Was wen sie denn Recht haben? Erstaunlich, dass die Volksverführer mit der Tugend gesegnet sind, für jede Erdichtung ein positives Argument herbei zu reden.

Verschwörungen, eine Volksseuche?

Würde das Corona Virus das Gehirn angreifen, wären die Virus-Demagogen definitiv in Kürze verstummt! Was meinst du?
Auf folgendem <Link> kannst du auf Wikipedia eine Liste der Verschwörungstheorien der letzten Jahrhunderte einsehen. Die Liste beeindruckt weil beim Durchlesen die eine oder andere bekannte These auffällt. Die Aufzählung legt in aller Klarheit offen, dass wir vermutlich seit Menschengedenken immer wieder von Verschwörern irregeführt wurden. Des falschen Dogmas willens haben wir Jahrhunderte lang in geistiger Dunkelheit vegetiert und sind in Kriege getrieben worden um uns die Köpfe eingeschlagen zu lassen. Damals war ja vieles Gottgegeben und die, die uns warnen wollten, wurden als Ketzer auf den Scheiterhaufen gebracht. Aber heute wäre es beschämend, wenn Jahrhunderte an Wissen bei uns spurlos vorbeiziehen würden ohne dass wir daraus gelernt hätten. Die Geschichte sollte uns eines besseren Belehren und uns ermöglichen, die all gegenwärtige Borniertheit abzustrei-fen. Es besteht die Gefahr, dieses Mal nicht dem „Flötenspieler von Hameln“ sondern den Verschwörungstheoretikern zu folgen!

Blue Whale’s Schlussfolgerung
Machen wir uns nichts vor, die Protagonisten der „echten“ Ver-schwörungen sind fast ausschließlich Regierungen oder Wirtschaft Konzerne. Nur sie sind in der Lage ein Komplott für Jahrzehnte oder für längere Zeit unter Verschluss zu halten ohne das die Wahrheit an die Oberfläche sickert.
Die Entwicklung der letzten Wochen hat den Focus vom Corona auf den Rassismus gelenkt. Es wird interessant zu beobachten sein, wie schnell sich die Verschwörer auf das neuen Thema einschies-sen. Es ist wichtig den Zeitgeist zu treffen, dass hat auch schon der Philosoph „Marcus Tullius Cicero“ (106-43 v. Chr.) erkannt;
EIN ZITAT       O tempora, o mores!
Übersetz aus dem lateinischen = Was für Zeiten, was für Sitten!   

<Back to Main Page Trivialis>       <Back to Coronapoly>

 

Kaventsmann

Merkwürdige Namensgebung für ein Seemonster


Was ist ein „Kaventsmann“?
Kaventsmann wird im NW-deutsch-sprachigen Raum ein großer, stattlicher Mann oder Gegenstand benannt. Die Herkunft des Wortes ist unklar. Möglicherweise stammt es von „Konventsmann“, einem, dem Klischee nach,  dicken Mönch ab. Vom „Kavent“, ein altertümliches Wort für „Bürge“ könnte es auch abgeleitet sein. In der Seemannssprache jedenfalls ist ein Kaventsmann eine Riesen-welle, Freakwave (in engl.) oder schlichtweg, Monsterwelle.
Über Kaventsmänner wurde schon seit Jahrhunderten von Seeleuten berichtet, aber die wenigsten, die eine solche unfreiwillige Begegnung überlebt hatten, wollte man glauben schenken und hat es als reine Erfindung resp. Seemanngarn abgetan. Bis ins Jahr 1995 hielt man diesen Trugschluss aufrecht und erst als auf zunehmende Berichte die ersten Beweise folgten, wurden die Zweifler überzeugt. Im Jahre 2000 wurde Wolfgang Petersen‘s The perfect strom“ (was für ein makabrer Titel) auf Celluloid gebrannt worin ein Kaventsmann die Hauptrolle spielt. Ein langatmiger, aber zu empfehlendes Filmepos nach wahren Gegebenheiten.
In den vergangenen Jahren, vermutlich auf die Klimaerwärmung zurückzuführen, häuften sich die Meldungen über Monsterwellen in beträchtlichem Ausmass. Der folgende Filmausschnitt auf Youtube soll einen „normalen“ Wellengang in einem Nordseesturm vermitteln. Kaum vorzustellen, welchen Effekt ein Kaventsmann, üblich ist eine doppelte Normalwellenhöhe, auf die lachenden Crew des Frachters gehabt hätte.

Wann verstummten die letzten Zweifler?
 Der Link zur empfohlenen Kurzdokumentation über Freak-Waves erklärt auf eindrückliche Weise wie die letzten Zweifel über dieses Phänomen ausgeräumt werden konnten. Damit war bewiesen, dass es Monster-wellen gibt, und in den folgenden Jahren wurden Berichte und For-schungen ausge-wertet. Mit Hilfe von Satelliten Messungen konnte entgegen der Annahme bestätigt werden, dass sie in den Ozeanen recht häufig vorkommen. Ein Kurzfilm des SRF über Laborversuche zeigt Einblicke in die moderne Forschung über die Entstehung von Riesenwellen. Ergebnisse fließen direkt in die Schiffsbaunorm ein.
Arten von Monsterwellen
Nachdem man ihre Existenz akzeptiert hatte, wurden die Monsterwellen nach Eigenschaften in drei Hauptgruppen unterteilt;
Vorab die normale Wellenbildung, sie umfasst alle üblichen Wellenbildungen, meist 4-5 kleinere mit 2 grösseren im Gefolge. Diese rhythmische Wellenfolgebildung ist jedem Steuermann geläufig.

Kaventsmann (eng. Rogue Wave) ist eine grosse, relativ schnelle Welle, die nicht der Richtung des normalen Seegangs folgt.
Drei Schwestern (engl. Three Sisters) sind drei schnell aufeinander folgende grosse Wellen, in deren schmalen Tälern Schiffe nicht den nötigen Auftrieb entwickeln können und dann von der zweiten oder spätestens der dritten Woge überrollt werden. Es ist unklar, ob dieses Phänomen immer aus exakt drei Wellen besteht, oder ob Varianten mit zwei, vier oder fünf Wellen vorkommen.
Weisse Wand (engl. white walls) ist eine sehr steile Welle, von deren Kamm die Gischt herabsprüht.

Blue Whale ist es gleichgültig, welche der drei ihr begegnen, eins ist sicher, keine ist willkommen! Man bedenke, durchschnittlich werden zehn Schiffe der 200-Meter-Klasse jährlich durch Seeschlag (Wasserdruck der übergroßen Wellen) verloren, die meisten  davon erfasst von einer Monsterwelle.

Wo besteht die grösste Chance einem Monster zu begegnen?
Küstenzonen mit stark schwankenden Meeres-tiefen und unterschied-lichen Strömungsver-hältnissen gehören zu den anfälligen Seegebieten wo unberechenbar grosse Wellen auftreten können. Weitere Faktoren wie Sandbänke und Strömungen sind dafür verant-wortlich, dass die Wellen ihre Richtung und Geschwindigkeit ändern. Nachstehendes Youtube-Video zeigt einen solchen Hotspot wo bei den Dreharbeiten der Film abreißt. Die Drohne wurde plötzlich von einer Monsterwelle erfasst.
Manöver gegen Kaventsmänner?
 Da steckt viel Sarkasmus in der Frage, denn wenn du ihn siehst ist es für ein Manöver meist zu spät und Abhauen kannst du nicht. Der Monsterwelle muss in jedem Fall ein Sturm vorausgehen und so wird die beste Lösung sein, die angewandte Sturmtaktik (Abwettern) weiterzuführen, das heißt, die Wellen etwas seitlich abzulaufen. Der Winkel zu den Wellen darf nicht zu spitz sein um die Wahrscheinlichkeit des Durchkenterns zu vermeiden.

<Back to Main Page Trivialis>  <Back to Seemannschaft>

 

Corona-Unwort 2020

Die Pandemie fokussiert UNWÖRTER

Wikipedia beschreibt den Ausdruck fürs Unwort wie folgt;
Der Begriff Unwort“ ist ein Schlagwort aus dem Bereich der Sprachkritik und bezeichnet ein „un-schönes“, aber auch ein „unerwünschtes“ Wort. Die Historie des Unwortes aus vergan-genen Dekaden;
In der Schweiz <Link>      In Deutschland <Link>

Leider hat vor einigen Jahren das Wort-Zwitter „Samihäsi“ das Rennen zum Unwort des Jahres in Deutschland nicht geschafft, obschon es die Attribute wie unschön und unerwünscht erfüllte, aber auch verwirrend logisch und zum Nachdenken anregend war.
Das „Sami-Häsi“ entsprang der aufgeweckten Fantasie eines Kleinkindes, als es von der vorweihnachtlichen Ein-kaufstour im Supermarkt mit den Eltern nach Hause kam. Sprachwissenschaftler muss-ten für die Rekonstruktion des Ausdruckes bemüht werden. Die Analyse bestätigte, dass der Ausdruck die kaufwutani-mierende Auslage von Weih-nachtsmärkten wiederspiegle. Ein Osterhase im Weihnachts-kostüm zwischen Schoko-Chläusen hat das Kind über-fordert und verwirrt. Bedenkenlos werden verschiedene saisonale Auslagen vermischt und zur Schau gestellten. Welche Dekadenz in Vollblüte! Solcher Wahnsinn ärgert Erwachsene und verwirrt eben Kindern. Nach der Shoppingtour müssten Kinder sich regelmäßig therapeutischen Behandlungen unterziehen um Folgeschäden vor-zubeugen. Die aufstrebende Branche der Psychiater könnte ent-spannt das neue Jahr frönen, denn Ernährung und ungezügeltes Wachstum wären gesichert!
Kommt da nicht eine Sintflut von Unwörter wegen der aktuellen Geschehnisse auf uns zu? Denkbar ist, dass nach Öffnung der KITAS (Kindertagesstätten) das Vokabular unserer Jüngsten mit Begriffen wie Covidli, Virufobli, Coronemili und Maskcovidli be-reichert wird, und so stellt sich die obligate Frage, welches Unwort wird das Rennen im Jahr 2020 machen?

Es bahnt sich ein schwieriger Entscheid an. Viele kluge Juryköpfe werden überhitzen, darum ab mit dem Barett. Es sind zu viele neue Ausdrucksformen seit Ausbruch der Epidemie im Gebrauch. Täglich werden wir damit bombardiert. Abgedroschen und verstän-dlich geworden sind Schlagwörter wie Coronavirus, Lockdown, Sozial Distancing etc. Aber noch sind viele neue Ausdrücke in den Startlöchern und buhlen um die „Corona“ des Siegers.
Blue Whale ist bewusst, dieser Artikel hat mit Segeln nichts ge-mein. Mag sein, dass das Gedankengut dem „Corona-Koller“ entsprang. Nachsicht bitte, aber der Beitrag passt in die Rubrik „Coronapoly“, denn diese Thematik wird uns noch eine lange Weile dominieren.
Eine Veröffentlichung in der NZZ vom 25.04.2020 betreffend – Glossar zum Corona Virus -, hat Blue Whale erwogen in den folgenden 6 Spoilern, zwölf der zwanzig wichtigsten Fachausdrücke zu übernehmen und deren Bedeutung, auch unterstützt durch selbsterklärende Diagrammen, zu erörtern.

Inkubations- & Latenzzeit, Infektiosität

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit vom Tag der Anstec-kung bis zu dem Tag, an dem sich erste Symptome zeigen. Beim Coronavirus gehen die Wissenschafter inzwischen von einer Inkubationszeit von 5 bis 6 Tagen aus. Diese Tage sind aber ein Mittelwert. Einige wenige Patienten weisen sogar erst nach bis zu 14 Tagen nach der Ansteckung Symptome auf. An diese Werte angelehnt sind die gängigen Isolations- und Quarantäne-Empfehlungen von 14 Tagen. Latenzzeit
Wie lange dauert es von der Ansteckung mit einem Virus bis zu dem Zeitpunkt, wo man selbst ansteckend ist? Diese Zeit-spanne wird Latenzzeit genannt. Bei Sars-CoV-2 ist dieser Wert unter realistischen Bedingungen kaum messbar, daher gibt es bis anhin wenig verlässliche Angaben. In einer Studie mit Daten aus sieben Ländern wird die Latenzzeit auf etwa 2,5 Tage ab der Infektion geschätzt. Andere Studien schätzen den nichtinfektiösen Zeitraum auf 3,5 bis 4 Tage nach Infektion.

Infektiosität
Eine infizierte Person kann nicht nur, wenn sie Husten oder Fieber hat, andere mit dem Virus anstecken, sondern auch schon davor. Das bedeutet, viele Menschen sind bereits an-steckend, noch bevor sie wissen, dass sie selbst infiziert sind. In einer Studie aus Hongkong haben Forscher herausgefun-den, dass 44 Prozent der Übertragungen schon vor Symptom-beginn geschehen. Anders gesagt: Die untersuchten Patienten waren im Mittel am Tag bevor sie sich das erste Mal krank fühlten am stärksten ansteckend. Diese Tatsache macht es auch so schwierig, die Ausbreitung des Coronavirus zu stop-pen oder einzudämmen. Nach einer Woche mit Symptomen waren die Patienten nicht mehr ansteckend.

Reproduktionszahl
Die Reproduktions-zahl R sagt aus, wie viele andere Personen eine infi-zierte Person im Durchschnitt an-steckt. Ist die Re-produktionszahl größer als 1, über-trägt jeder Infizierte die Erkrankung an mindestens eine wei-tere Person – das Virus breitet sich also aus. Erst wenn R kleiner 1 ist, geht die Zahl der Infizierten zurück. Das Ziel der gegenwärtigen einschränkenden Maßnahmen in den meisten Ländern weltweit ist es, den R-Wert möglichst zu senken. In der Schweiz ist der R-Wert laut Berechnungen der ETH Zürich etwa seit dem 21.März deutlich unter 1 gesunken.
Ausbreitungsgeschwindigkeit & Verdopplungszahl
Ausbreitungsgeschwindigkeit
Die Ausbreitung der Infizierungen mit dem Coronavirus verläuft exponentiell, weil eine Person ohne einschränkende Massnahmen in der Regel mehrere andere Person ansteckt. Die Zahlen haben sich am Anfang der Epidemie fast überall innert weniger Tage verdoppelt. Das bedeutet, innerhalb von drei Wochen werden aus 10 Infizierten 20, dann 40, dann 80 usw., und dann bald über 10‘000 Infizierte. Zeigt man dieses Wachstum mit einer linearen Kurve, steigt diese sehr steil nach oben. Bei einer logarithmierten Kurve ist die Y-Achse gestaucht, und das Wachstum wird besser sichtbar. Bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit gilt also: Je steiler die Kurve, desto schneller ist die Ausbreitung. Je flacher die Kurve, desto stärker gebremst ist sie.

Verdopplungszahl 
Die Verdopplungszahl ist die Zeitspanne, in der sich die Zahl der Corona Virus-Ansteckungen in einem Land oder einer Region verdoppelt hat. Wenn sich die Fallzahl in unter 4 Tagen verdoppelt, ist die Zu-nahme schnell und ungebremst. Verdoppelung in 4–8 Tagen heißt moderat und ungebremstes Wachstum, ab 8 Tagen ist die Ausbreitung gebremst. Wenn sich die Zahlen nur noch alle 30 Tage verdoppeln, dann ist die Ausbreitung stark gebremst oder gestoppt.

Containment & Mitigation
Epidemie stoppen («Containment»)
Es gibt zwei Strategien, mit der eine Gesellschaft gegen eine Epidemie vorgehen kann. Beim Containment ist das Ziel, die Epidemie zu stoppen. Diese Strategie kann ein betroffenes Land am Anfang des Ausbruchs wählen, wenn es eine über-schaubare Anzahl Fälle gibt. Beim Containment wird die Ver-breitung einer Krankheit innerhalb einer Gemeinschaft genau verfolgt, gegebenenfalls auch mit dem Einsatz von Apps. Infizierte werden identifiziert und dann strikt isoliert. Beim Contact-Tracing werden die Personen gesucht, mit der die Person in engem Kontakt war, und ebenfalls isoliert.
Epidemie eindämmen («Mitigation»)
Das ist die zweite Strategie, die eine Gemeinschaft im Kampf gegen eine Epidemie wählen kann. Ab einer bestimmten Fall-zahl funktioniert die Containment-Strategie nicht mehr – dann kann man die Ausbreitung nicht mehr stoppen, sondern nur noch verlangsamen. Es werden Massnahmen angewendet, die vor allem darauf abzielen, die Kontakte zwischen Menschen zu minimieren: Schulen, Geschäfte und Büros werden geschlos-sen, das öffentliche Leben wird lahmgelegt. Die Menschen sollen wenn immer möglich zu Hause bleiben.
Flatten the Curve & Social Distancing
«Flatten the Curve»
Bei Infektionskrank-heiten wie Covid-19 nimmt die Ausbreitung oft einen exponentiellen Verlauf. Die Infektions-kurve verläuft steil nach oben und soll ab-geflacht werden; daher kommt der Ausdruck «flatten the curve». Im Prinzip will man die Ausbreitung des Coronavirus verlang-samen. Das Ziel: dafür sorgen, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig erkranken, ins Spital müssen und das Gesund-heitssystem überlasten. Anstatt einer gleichzeitigen Erkran-kung vieler Menschen sollen sich die Erkrankungen auf einen längeren Zeitraum verteilen. Der Ausdruck beschreibt das Gleiche wie die «Mitigations»-Strategie, bezieht sich aber auf die Statistik.

Social Distancing
Eine Strategie, die zur Mitigation oder Verlangsamung gehört. Um die Kurve so flach wie möglich zu halten, sollen die Men-schen möglichst Abstand voneinander halten, wenn sie sich begegnen. Denn eine Ansteckung mit dem Coronavirus kann erfolgen, wenn man einer erkrankten Person sehr nahe kommt. In der Schweiz wie in den meisten anderen Ländern sollen die Menschen wenn immer möglich zu Hause bleiben und sich nur für das Nötigste draussen aufhalten, etwa zum Einkaufen oder, wenn es nicht anders geht, um zur Arbeit zu gelangen.

Letalität & Herdenimmunität
Letalität
Wird auch Tödlichkeit genannt. Die Letalität oder Tödlichkeit gibt an, wie viele der Infizierten an einer bestimmten In-fektion sterben. Nicht zu verwechseln ist die Leta-lität mit der Mortalität, die die Anzahl Toten einer Krankheit auf die ganze Bevölkerung angibt. Die Mortalität wird erst bekannt, wenn die Epidemie vorbei ist.

Herdenimmunität
Wie bei vielen Infektionskrankheiten geht man auch bei Covid-19 davon aus, dass die Menschen nach überstandener Krankheit immun werden, sich also nicht erneut anstecken können. Wenn eine bestimmte Zahl von Menschen in der Bevölkerung gegen einen Krankheitserreger immun ist, kann sich der Erreger nicht weiter ausbreiten, das nennt man Herdenimmunität. Dadurch sind dann auch jene Personen relativ gut vor der Erkrankung geschützt, die selbst nicht immun sind. Experten rechnen erst mit Herdenimmunität, wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert waren.

Schlusswort zum Beitrag
Wann werden wir so beisammen sitzen können und „blöde“ Sprüche klopfen?
Ein Spruch von Mark Twain zum Schluss, dem nichts weiteres hinzuzufügen ist;
In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über Dinge die du nicht getan hast, als über Dinge die du getan hast.
Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen.
Fange die Winde mit deinen Segeln ein, erforsche, träume.

<Back to Wissenswertes>           <Back to Coronapoly>

 

Coronapoly

(rev. 21.06.2020)

WIE EIN BAKTERIUM DIE WELT EROBERT & BEHERRSCHT

Lange hat Blue Whale darüber philosophiert, ob dieses Thema in eine Segelwebseite aufgenommen werden darf. Die Antwort ist ja, denn es gibt es gibt bis auf Trump, Bolsonaro und Johnson fast niemanden der nicht betroffen ist. Da ist Segeln keine Ausnahme. Die Krisenbewältigung der Pandemiebekämpfung hat viele Segel Freunde wie auch BW „an die Kette gelegt“, ja sogar „Schach Matt“ gesetzt. Die meisten gehören der Risiko-Gruppe an, schon wegen des Jahrgangs, und sind froh, sich nicht dem Kampf mit ungleichen Spießen aussetzten zu müssen.

Noch ist der erste Akt des Dramas nicht zu Ende, aber schon er-schallen die Posaunen der Endzeitpropheten. Da sind unsere Politiker und Experten wie Virologen ausgesprochen zurückhalten-der, denn sie propagieren nurein Leben mit dem Virus“! Heisst das, dass das Zeitalter der Seuchengesellschaft angebrochen ist? Wie soll das gehen? Akzeptieren, annehmen und das war‘s? Hat die Menschheit schon mal so was durchgemacht? Abgesehen von der „Spanischen – Grippepandemie“ in den Jahren 1918 – 1920 vermutlich erst im Mittelalter zurück, aber dazumal hatten wir keine offene und freie Gesellschaft und vieles war Gottgegeben.

Venus & Mundschutz

Die Zeit wird kommen ein Resü-mee zu ziehen, nur das Momen-tum darf nicht verpasst werden, noch sind wir zu paralysiert und mit Wunden lecken beschäftigt. Wenn die Verantwortlichen be-nannt sind wird es spannend die Konsequenzen zu ziehen und die Karten neu zu mischen. Das war nicht der erste und wird auch nicht der letzte Gruß aus dem fernen Osten sein. Wie viele können oder wollen wir uns leisten?
Die Einschnitte ins Leben sind so gravierend und vermutlich nach-haltig, dass diese Rubrik mit vielen Beiträgen ergänzt werden könnte. Wir wollen uns in diesem Kontext jedoch auf die untypischen Themen konzentrieren, hoffen-tlich mit einer maritimen Prise und in Segeltuch verpackt. Gespannt wird BW sein, inwiefern die Ereignisse das Seglerleben, Mittel- resp. Langfristig, beeinflussen werden.

Legende Inhalte & Themen

  1. Das Virus  (Mausklick auf Titel öffnet Beitrag)
  2. Das Unwort 2020
  3. Verschwörungstheorien
  4. weitere Themen werden nach Aktualität ergänzt!

 

<Back to Main Page Trivialis>                 <Back to Start>