LB 5 – Odyssee mit Gästen

Eintrag 15.10 Preveza – Paxos Gaios
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Der Wecker hat versagt und so krabbeln wir erst nach sieben aus den Kojen. Nach einem kurzen Frühstück geht’s raus um nicht noch weitere Zeit zu verlieren. Endlich haben wir Glück. Der auf-kommende Wind schiebt uns in den Böen mit bis zu 6,8 kn Speed über Grund. Welch ein himmlisches Gefühl. Schnell kommt Paxos entgegen. Der Wind anfängt an langsam nach Nord zu drehen. Später müssen wir mit Motorunterstützung weiter um den Kurs anliegen zu können. Nach einem weiteren Dreher ist das schöne Segeln vorbei. Uns fehlen nur noch wenige Seemeilen bis zur Süd-einfahrt von Paxos. Nachdem wir gegen Nachmittag im Kanal von Gaios einfahren fällt uns die Leere an der Promenade auf.

Promenade Hafen Gaios auf Paxos

Die Saison scheint  zu ende zu  sein.  Im nördlichen Bereich der  Bucht finden wir einen gurten Platz mit Stromanschluss. Ein rück-sichtsloser deutsche Skipper hat die Unverschämtheit seine Char-teryacht in eine viel zu schmale Lücke neben uns hineinzuzwän-gen. Alle unsere Proteste werden ignoriert. Das am Bug befestigte Dingi wird aufs ärgste gequetscht und wir zur Seite gedrückt. Zu allem Überfluss, ein leides Thema was immer wieder zu beobach-ten ist resp. gehört wird, peitschen die Fallen im aufkommenden Wind wie verrückt an den Mast. Es scheint niemanden zu stören und keiner kümmert sich darum. Ich bin froh am Abend ins Dorf verschwinden zu können und tröste mich mit einem leckeren Bra-ten, Schweinebauch vom Grill! Den restlichen Ärger spüle ich mit etwas Rose endgültig weg. Ich hoffe, dass wir morgen in Lakka Nachbarn antreffen, welche die Seemanschaft noch zu würdigen wissen.

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Eintrag 16.10 Paxos Gaios  – Lakka
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Blue Whale fast alleine an der Pier von Lakka

In der Nacht hat der Wind zugenommen und uns ei-nen mäßigen Wellengang für die Überfahrt nach Lakka beschert. Wind und Wellengang kommen von Achtern. Mit dem Klüver als Antrieb schaffen wir die 5 sm leicht, werden aber ein bisschen durch-geschüttelt. Auch hier scheinen die Charterer verbannt worden zu sein. Wir können an der Peer Festmachen und nützen die Vorteile des indivi-duellen Landganges. Der Tag entwickelt sich zu einem schö-nen Spätsommertag. Dieser wird nur durch das nahe Kanali-sationsrohr mit schubweisen Geruchsdämpfen gestört. Ein Yachtie, David, spielt mit seiner Drohne auf der Hafenpro-menade. Ich komme ins Gespräch mit Ihm und erhalte nach einem Rundflug eine Filmkopie. Eine ruhige angenehme Nacht bahnt sich an, kein Wind, keine Wellen und keine blö-den Nachbarn.

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Eintrag 17.10 Paxos Lakka Ruhetag
Weil es so schön und ruhig war, beschließen wir den letzten Ruhetag unserer Odyssee hier in Lakka zu verbringen. Leider haben wir die Rechnung ohne zwei multi-kulti Charter-Flot-tillen gemacht, welche sich ab Nachmittag wie ein Heuschrec-kenschwarm in der Bucht und am Peer einfallen.

Die Bucht von Lakka von einer Anhöhe aus, BW links an der Peer

Wieder ein rücksichtsloses und lautes Gedränge. Dieses Mal schürt das Nachbardingi an der Seite von BW. Ich weise den Kapitän der Heuschrecken nett darauf hin, aber er scheint wichtigeres im Sinn zu haben. Auch scheint er am dargebo-tenen Grünzeug nicht interessiert zu sein. Meine Crew muss mich zurückhalten, denn ich war schon mit einem Messer unterwegs um das Ungeheurer (Dingi) zu versenken. Als dann noch eine Crew anfängt seine musische Seite zu entfalten, Flö-te und Gitarre, brennt bei mir die Sicherung durch. Die musi-zierenden Heuschrecken können weder Melodie noch Takt in Einklang bringen. Nach einer Stunde ist der Horror, Gott sei gepriesen, vorbei und ich kann meinen Blutdruck wieder sen-ken. Ich bin heilfroh, meinen geliebten Rose beim Nachtmahl (geröstete Heuschrecken) genüsslich zu schlürfen zu können. Beduselt falle ich am späten Abend in die Koje und träume von Insektenkillern und menschenleeren Buchten.

Der Buchtzugang von Lakka auf Paxos, im Hintergrund die Insel Korfu

Eintrag 18.10 Paxos Lakka  – Korfu Gouvia
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Nach den gestrigen Alpträumen fällt es mir leicht die Bucht zu verlassen. Wir begeben uns auf die letzte Etappe mit Esprit. In der Windstille geht der Törn zu Ende wie er begonnen hat. Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp vor dem Kloster und der Mäuseinsel von Korfu.

Die Skyline von Korfu, eine Odyssee neigt sich dem Ende zu

Am Nachmittag fahren wir in die Bucht von Gouvia ein, tan-ken und bereiten uns aufs Anlegemanöver vor. Ein Bilderbuch Manöver mit einer gut eingespielten Crew und einer treuen Blue Whale, die uns zu keinem Zeitpunkt im Stich gelassen hat. Stadtbesichtigung und Landausflüge haben wir für die noch verbleibenden schönen Tage auf Korfu eingeplant. In Abwechslung mit den noch wichtigen Arbeiten haben wir 3-4 Tage eingeplant. MSY Blue Whale muss auf den Winter vor-bereitet werden. Nach dem Übersiedeln in ein Hotel nahe des Flughafen werden noch die verbleibenden Reinigungsarbeiten durchgeführt und die Yacht abgedeckt.

Die Blue Whale in der Gouvia Marina am Winterstandplatz. Ein trauriger Anblick!

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