Fliegende Fische

(erst. 28.02.2026)

EGO COGITO, ERGO SUM
Dieser Aufsatz soll dem Denken gewidmet sein. «Ego cogito, ergo sum» was so viel heisst wie – «Ich denke, also bin ich». Der be-rühmte Spruch des Philosophen, Rene Descartes, einer der Beg-ründer der Aufklärungsphase soll als Leitfaden des Artikels dienen.
Die lange Wartezeit bis zum Saisonstart 2025 verbrachte ich unter anderem mit viel Lesen. Im letzten Volumen «The King’s Own» von Captain Frederick Marryad bin ich auf ein Kapitel gestossen, dass mich ins Grü-beln versetzt hat. Der Autor beschreibt auf der Heimreise nach England eine Diskussion während des «Kapitän’s Din-ner», wie die Gesellschaft im aufgeklärten England mit ge-schichtlichen News, neuzeitlichen Entdeckungen und veröffent-lichten Reise Erlebnissen umgeht.
Nach der kurzen Einleitung möchte uns Blue Whale nun zu den «fliegenden Fischen» entführen. Die Story zeigt nach 200 Jahren, Parallelen zu unsrem Ver-ständnis mit Umgang und Wahrheitsfindung auf. Diese Anekdote passt gut in die Rubrik «Ad Absurdum», aber Erlaubt mir, zum Ver-ständnis, noch drei Synonyme aufzuführen: «Soziale Medien, Fake News und KI» welche sich erst in unserem Jahrhundert voll entfal-tet haben und wegweisend sind.

THE STORY 1830
……..der Erste Leutnant erzählte dann mit viel Humor folgende Geschichte:
Ein Junge, der einige Jahre zur See gefahren war, kehrte zu seiner betagten Großmutter zurück, die natürlich neugierig auf seine Erlebnisse war.
Nun, Jack“ sagte die alte Frau, „erzähl mir alles, was du gesehen hast, aber erzähl mir zuerst die wundervollsten Erlebnisse.
Also, Großmutter, als wir im Roten Meer waren, ankerten wir dicht am Ufer, und als wir den Anker lichteten, hing ein Streitwagen daran.
Oh! Jack wie wundervoll, weißt du, dass der Pharao und sein Heer im Roten Meer ertrunken sind? Das beweist, dass die Bibel wahr ist! Nun, Jack, und was hast du sonst noch gesehen?
Also, Großmutter, als ich in Westindien war, sah ich ganze Berge aus Zuckerrohr, und die Flüsse dazwischen waren voller Rum
Stimmt, stimmt“ sagte die alte Frau schmatzend. „Du weißt ja, wir beziehen den ganzen Zucker und Rum von dort.
Sag mal, Jack, hast du jemals eine Meerjungfrau gesehen?“ fragte sie mit einem Augenzwinkern. „Nein, aber ich habe einen Meermann gesehen.“ „Also, lass hören, Jack.
Wir ankerten nördlich von St. Kitts, da rief uns Sonntagmorgens eine Stimme von der Seite des Schiffes, wir schauten her-unter und da schwamm ein Meermann. Er war gerade an die Wasseroberfläche ge-kommen und sagte dem Kapitän, er sei ihm sehr verbunden, wenn er seinen Anker lichten würde, da er direkt vor seiner Haustüre geworfen sei. Er könne sie nicht öffnen, wodurch seine Frau zu spät in die Kirche kommen würde.
Gott segne mich!“, sagt die alte Frau. „Die Meerbewohner sind doch Christen, das erklärt mir alles! Und nun, Jack, erzähl mir noch etwas“
Jack, dessen Erfindungsgabe wahrscheinlich erschöpft war, erzählte ihr dann, er habe hunderte von Fischen in der Luft fliegen sehen.
Na, na, Jack“, sagte die alte Frau, „jetzt verarschst du mich aber – versuch nicht, deiner alten Oma solche Geschichten aufzutischen. Das Wagenrad kann ich glauben, weil es wahr-scheinlich ist; den Zucker und Rum weiß ich, dass es wahr ist; und auch der Wassermann, denn ich habe Bilder davon gese-hen. Aber was die Fische betrifft, die in der Luft fliegen? Jack – das ist wahrlich eine Lüge!
EPILOG
„Ausgezeichnet“, sagte der Kapitän. „Dann verwarf die Gross-mutter den einzig wahren Teil der Geschichte und glaubte all die ungeheuerlichen Lügen, die er erfunden und ihr aufge-tischt hatte.“
Wenn irgendein Unbekannter“, bemerkte ein Schiffkamerad,
„und nicht Kapitän Cook, die Existenz eines Tieres wie das des Schnabeltiers (Ornithorynchus) gemel-det hätte, ohne ein Exem-plar als Beweis mit nach Hause zu bringen, wer hätte seiner Aussage Glauben geschenkt?“
Nachdenkliche Mienen säumten die Runde bis der Kapitän sich räuspert und die Stille unterbrach:
„Niemand! Der Skeptizismus unserer Zeit ist so groß, dass Reisende sich damit zufriedengeben müssen, dass ihnen erst nach ihrem Tod Gerechtigkeit widerfährt.“
„Das ist nur ein schwacher Trost, Sir,“ erwiderte der Erste „Lasst unsere Anekdoten mit Bedacht zum Besten geben!“

Blue Whale’s Nachtrag
Werden wir auf intelligente und witzige Weise zum Denken ange-regt, kommt uns das, wie auch früheren Generationen entgegen?
«De facto» =
«Ego cogito, ergo sum».
Lasst uns zum Schluss einen kreativen Spruch des Francis-Marie Martinez Picabia hinzufügen:

«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann!»

 

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