Walfang 2024

(publ. 12.02.2026)

Kommerz vs. Vernunft, eine leidliche Geschichte
Weil sich in der Zwischenzeit, in Bezug auf Walfang, nichts Neues zugetragen hat, greifen wir auf ältere gefestigte Publikationen zu-rück. Wir möchten mit diesem Beitrag auf eine bestehende unhaltbare Misere hinweisen!
Die NZZ hat im September 2024 einen Artikel über Walfang in Island publiziert. Für Blue Whale und mich kam der Artikel nicht überraschend da uns bekannt war, dass immer noch kein welt-weites Tabu über dieses unrühmliche Verhalten resp. Gebaren verhängt werden konnte.
Die Kehrseite der Medaille: Es ist Juni 2024, Beginn der Touris-mussaison in Island. Im Hafen von Reykjavik fahren im Stunden Takt Schiffe ein und aus. Sie steuern die Bucht von Faxafloi an, den Lebensraum für Buckel- und Zwergwale. An Bord hunderte Reisende, die ungeduldig darauf warten, einen Blick auf eine Schwanzflosse zu erhaschen. Islands Wale sind vermeintlich nicht nur eine Delikatesse sondern auch eine Touristen Attraktion.
Neben Norwegen und Japan ist Island das einzige Land weltweit, das noch kommerziel-len Walfang betreibt. Hier, Anfang August, werden zwei Finnwale Richtung Küste ge-schleppt. In Midsandur, 70 Kilometer von Reykjavik entfernt, werden die Tiere dann ge-schlachtet. Das alles läuft unter dem Deckmantel «Zu Forschungs-zwecken». Wird etwa der Gesundheitszustand der Wale resp. die Lebenserwartung der walfleischessenden Bevölkerung erforscht? Dazu drei Spoiler, der diese Thematik vertiefen und das Gebaren des ICW hinterfragen soll.
Die NZZ zitiert Gunnar Bergmann Jonsson’s Meinung: «Wale sind grosse Fische, die man fängt und in dünnen Scheiben auf den Grill legt.» Da kann man nur «Guten Appetit» wünschen.
An dieser Stelle möchte Blue Whale auf den 2024 veröffentlichten Artikel über die geschichtlich umstrittene Waljagd verweisen, unter «Blue Whale’s Verwandtschaft» letzter Spoiler «DIE GESCHICHTE DER WALJAGT» kann der Beitrag nachgelesen werden.
Nun zu den angekündigten Thema «Kontamination von Walfleisch und Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher»

IWC TAGUNG 2024
Am 23. September wurde die 69-ste Tagung der Internatio-nalen Walfangkommission (IWC) in Lima, Peru, abgehalten.
Einige Länder drängen dabei auf die Schaffung eines neuen Walschutzgebiets, andere auf die Rückkehr zum kommer-ziellen Walfang. Wie erwartet verlief die Tagung für den Wal-schutz «ergebnislos», ja, deprimierend. Dazu ein paar abgelehnte Traktanden:
⊗ Walfangverbotszone im Pazifik; fehlendes Interesse der Mitglieder
⊗ Eindämmung des Walfanges und deren Industrie
⊗ Der Antrag der seashepherd als IWC-Beobachter akkre-ditiert zu werden, Begründung: Keine konstruktiven Aktivi-täten des Antragstellers im Interesse des IWC.
Dafür konnten Einigung über folgende Punkte erzielt werden:
⊗ Die Statuten der IWC gelten auch für die Antarktis
⊗ Zusammenarbeit mit der Kunming-Montreal Biodiversitätsvereinbarung
⊗ «Fundraising» vermehrt aktivieren
⊗ Unzählige unwichtige (Schein)Traktanden genehmigt
Viel Tohuwabohu, vergleichbar mit dem Blue Whale Artikel IMO „Hochseeschifffahrt“ (Link) wo die Schornsteine nach wie vor ohne Resultat weiterrauchen! Die IWC scheint auch im Internet sehr zurückhaltend zu sein. Sie rangiert erst im hinteren Feld der Google-Ranking.
TOXIC MENUE
ICW Gesundheitsagenda!
Die IWC wurde 1981 von Wissenschaftlern aufgerufen, das Thema „Kontamination von Walfleisch“ auf die Agenda zu setzten und explizit auf die potenzielle Bedrohung der Wale (insbesondere Pottwale), verursacht durch Schwermetalle, PCB’s und andere Organochlor (R. 1981-App.7) hinzuweisen.
Es dauerte bis 1985, um die Resolution zu verabschieden. Die Bemühungen, halbherzig ins Szene gesetzt, zeigten jedoch wenig Konkretheit, insbesondere keine Ergeb-nisse über Aspekte der menschlichen Gesundheit. Erst Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre wurden zaghaft erste wissenschaftliche Untersuchungen veröffent-licht.
Bemerkenswert ist, dass es eine juristische Analyse von Prof. Wold (2000) bedurfte, um die Kompetenz der IWC für den Aspekt der menschlichen Gesundheit nachzuweisen. Einige IWC-Parteien hatten zuvor die Zuständigkeit der Vereinigung in Frage gestellt. Erst danach, 2012 wurde erstmals in einer Resolution gewarnt, dass Gesundheitsrisiken durch den Ver-zehr kontaminierter Walprodukte erhöht seien. Ein Meilenstein der Jahrzehnte brauchte!
EMPFEHLUNGEN DES IWC

Zwei Jahrzehnte beschäftigte sich die IWC gelegentlich mit der Frage der Gesundheitsrisiken sowohl für Wale als auch für menschliche Verbraucher durch giftige Substanzen.
Veröffentlichungen wurden aber vernachlässigt, weil die Agenda zunehmend mit Missbrauch von ICRW-Lücken durch ihre Mitglie-der beschäftigt war. Dadurch gerieten einige Walfangnationen in den Fokus der Debatten. Dennoch sind die jüngsten wissen-schaftlichen Erkenntnisse besorgniserregende Entwicklungen. Trotz dieser Entwicklung haben einige Walfangnationen ihre Walfangaktivitäten ausgeweitet und setzten die Verbraucher bewusst gesundheitlichen Risiken aus.
Ein Beispiel als Exempel für die Ignoranz der Walfangnationen:
In Japan wurde eine groß angelegte Ver-Teilung von Walpro-dukten an Schulkan-tinen und Kranken-häuser ins Leben ge-rufen, um die steigen-den Lagerbestände von Walfleisch zu reduzieren. Diese Vorräte resultierten aus der politisch motivierten Expansion der japanischen Walfang-industrie, welche mit Walforschungsprogrammen gestützt durch Sondergenehmigungen in der Antarktis und im west-lichen Nordpazifik legalisiert wurden. Die Reaktion der ICW an der Tagung 2024? Gute Miene zum Spiel und erfolgreiches Fundraising in Jen.

Blue Whales Engagement:
Zum Abschluss darf Blue Whale’s Engagement nicht unerwähnt bleiben. Sie war die Initiatorin dieses Aufsatzes und hat mich lange terrorisiert aktiv zu werden. Sie rüstet sich, um an der nächs-ten ICW-Tagung, aktiv zum Wal-fleisch Boykott aufzurufen. Die letzte Information über Island und Norwegen hat sie in Rage versetzt! Diese ICW-Mitglieder und aktive Walfangnationen versuchen den geringen nationalen Konsum von Walprodukten künstlich anzukurbeln. Durch Werbung, Verbreitung von Koch-rezepten oder Bild Kampagnen wird propagiert, dass Walprodukte gesund und stilvolles Essen wären.

<Back to Mainpage Trivialis>   <Back to Wissenswertes>