Piraterie in der Adria?

(rev. 20.10.2024)

SCHIFF AHOI, SEEMANNSGARN VOM FEINSTEN!
Diese Geschichte ist Flaschenpost würdig, die nicht nur erstaunt, sondern auch nachdenklich macht. Bevor der „Erlebnisbericht“ als solcher wiedergeben wird, muss vorausgeschickt werden, dass es sich um eine Story der beliebten Fernsehen-Show des ungarisch-staatlichen Senders „M1“ handelt. Der Leser sollte wissen, dass der Sender unter dem Bann der neuen Gesetzgebung der ungari-schen „Volkspartei“ steht und im Zeitgeist (Link Beispiel) der „allmächtigen“ Landesväter berichtet.
Der „Tatsachenbericht“                 Bild unten die „MSY NOAH“
wurde als Interview am 1. November 2019 aus-gestrahlt. Wer den Bei-trag liest, wird die Kurz-form würdigen, denn mehr wäre zu viel des Guten gewesen!

DIE SCHLAGZEILE & DAS INTERVIEW
UNGARISCHER SEGELKAPITÄN IM MITTELMEER ANGEGRIFFEN
Die Vorgeschichte
Andras Sulkowsky hatte zwei traumatische Erlebnisse mit Migranten. Das Erste geschah auf einem Überführungstörn in der Adria, wo Flüchtlinge sein Schiff zu entern versuchten. Das Zweite, in seiner Wahlheimat Schweden, wo er in einer Migrantenunterkunft angestellt war und von einem somali-schen Asylbewerber grundlos verprügelt wurde. Im resultie-renden Handgemenge verlor er sein linkes Auge. Konzentrieren wir uns aufs erste Erlebnis, mit Segeln, Meer, Migranten und Seenot.

Das Interview
In der M1-Show sprach András Sulkowsky darüber, dass er immer noch nicht genau weiß, was die Boots-Flüchtlinge von ihm wollten. Er vermutet, dass sie mit ihrem Boot die italie-nische Küste erreichen wollten. Er befand sich mit einem Segelboot auf einer Überführungsetappe als er in der Adria ein überfülltes Boot mit winkenden Leuten sichtete. Er berich-tet, die „Migranten“ hätten sich auch durch Rufe auf sich Auf-merksam gemacht. Er entschied, sich ihnen zu nähern. Verständigung war nicht möglich und so wollte er die „Schiffs-brüchigen“ vorerst mit dem nötigsten versorgen, um später die Küstenwache zu informieren. Über UKW-Funk war keine Küstenstelle erreichbar. Bei der Übergabe von Notproviant sei es dann zum Übergriff gekommen. Es wurde offensichtlich, dass die Leute versuchten seine Yacht zu entern. Dank ener-gischem Einsatz des Bootshackens und unmissverständlichen Drohungen mit der Raketenpistole, konnten die „See-Piraten“ zurückgedrängt und das Segelboot wieder auf Kurs gebracht werden.

schiffe-0080.gif von 123gif.de

NACHBETRACHTUNG & FAZIT

Nachbetrachtung und offene Fragen
Ist das eine „Fake-News“ oder nur eine schlecht inszenierte Propaganda? Zweifel sind berechtigt, denn zu viel Seemanns-garn stößt auf! Die Flüchtlingsfrage im EU-Raum ist weiterhin ungelöst was letzte Entwicklungen beschämend offen legen. Beide Lager sind für neue „Munition“ bemüht um die Debatte anzuheizen. Wegen der Ungereimtheiten wirft dieser Schuss von Rechts aber einige Fragen auf;
Warum sollten Migranten in der Adria von Ost nach West versuchen, über eine min. 60 Seemeilen weite Strecke zu flüchten?
Die Migration auf dem Seeweg findet nachweislich im süd-lichen Mittelmeer statt. Warum wird im Interview die Adria strapaziert?
Was für ein Boot hatten die Flüchtlinge?
Warum ist Skipper Sulkowsky überzeugt, dass es sich um Einwanderer gehandelt habe?
Ist das zweite Erlebnis in Schweden mehr als nur Pech oder Zufall?

Fazit
Diesen Bericht sollte man nicht überbewerten sondern eher als satirische Anekdote einordnen. Blue Whale segelte an beiden Küstenstreifen, Italien und Albanien und bis aufs Wetter ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Sollte „BW“ etwas ähnliches in der bevorstehende Saison 2020 beobach-ten, wird dieser Bericht aktualisiert.
Konzentrieren wir uns auf die Zukunft denn es ist ungewiss, ob sie überhaupt stattfindet. Zur Zeit wütet die Corona-Pan-demie und hält auch Segler in Atem. Enternde Viren abzu-wehren wird eine neue Herausforderung. Ob da der Einsatz des Bootshacken genügen wird ist zu bezweifeln.

Blue Whales Kommentar
Die Aufmache der Story „Seeräuberei in der Adria“ hat Blue Whale in Erstaunen versetzt, denn die Bezeichnung „Adria“ ist schon ge-wagt. Die Piraterie in diesem Seeraum wurde schon seit längerem historisch „ad Acta“ gelegt. Zwar hat man die kroatische Seeämter schon öfters aufgrund unverschämt hoher Transit-LOG-Gebühren der modernen Piraterie resp. der Wegelagerei bezichtigt, aber das war ja nur hypothetisch gemeint. Aktuelle Schlagzeilen berichten nur noch über den lukrativen Canabis-Schmuggel von der albani-schen Küste aus.
Andreas Sulkowsky Statement (16.08.2023) zu Blue Whale’s Bericht über „Piraterie in der Adria“ möchte ich gerne original getreu wiedergeben:
My name is Andreas Sulkowsky
You wrote some strange comments about me, after a TV report about a migrant attack. Many years have passed since, and it just came to my attention. Wondering why you wrote this review about me.
Perhaps uncovering the truth, or protecting the integrity of shipping on the Mediterranean sea? You should do some research instead of spewing personal opinions. You don’t know me, and we can have opposite opinions. Supporting migrants is not exactly a popular opinion today.
Blue Whale’s Absicht war keineswegs zu kompromittieren. Das Interview durch einen unglaubwürdigen Publizisten stösst „sauer“ auf.

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4 Türkisches Mittelmeer

Die Türkei wurde in sieben Regionen eingeteilt welche vorwiegend nach ähn-lichen klimatischen Merkmalen erfolgte. Daher ist das Landschaftsbild und die Landnutzung der Gebiete innerhalb der jeweiligen Regionen sehr ähnlich ge-prägt. Jede Region unterscheidet sich daher in erster Linie durch ihr Klima.                     Bild rechts unten zeigt die Klimazonen
Obschon die offizielle Bezeichnung der türkischen Riviera Gebietsüberschreitend ist, wurde die geografisch Trennung zum türkischen Mittelmeer ab Marmaris bei-behalten. Die Unterteilung der Revierbe-schriebe erfolgt analog.

Geografisches
Ägäis Region
Die Ägäisregion Türkei (benannt nach der Ägäis, auf tr: Ege Bölgesi) ist auch als die türkische Ägäis bekannt. Der Ab-schnitt zum ägäischen Meer ist mit einer Fläche von 79000 km² das fünft größte der sieben geographischen Gebiete der Türkei.
                          ➡ Mittelmeer-Region
Die türkische Mittelmeerregion (wörtlich: „Weißes Meer-Gebiet“, auf tr: Akdeniz Bölgesi) resp. die türkische Riviera beg-renzt das levantischen Meer. Sie belegt mit einer Fläche von 120000 km² sowohl im Flächen- als auch im Bevölkerungs-vergleich den 4. Platz.

Geschichtliches
Die heutigen Türken, die in Vorderasien leben, stammen von ver-schiedenen Turkvölker resp. Stämmen ab. Sie kamen in mehreren strömen mit den Völkerwanderungen in diese Gegend und blieben ansässig. Die Neusiedler  dürfen nicht  mit dem  mittelalterlichen Volk der Hetiter verwechselt werden, die das gleiche Siedlungs-gebiet etwa 2000 Jahre früher ihr eigen nannten.  Die Gründung des osmanischen Reiches erfolgte erst viel später, nämlich im Jahr 1299 ad. und stieg in relativ kurzer Zeitspanne zu einer Weltmacht auf. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges verwandelte sich die Türkei durch Atatürk in einen Staat wie wir es heute kennen.
Anmerkung BW; Leider beobachten wir eine erneute Verwandlung!

Ein Beispiel der türkischen Küste zum levantischen Meer

Maritimes
Die Seefahrt im Mittelmeer wurde vorwiegend von den bekannten Stadtstaaten des Altertum bis ins Mittelalter dominiert. Griechen, Phönizier, Römer und Venezianer schrieben die Seeschifffahrtsge-schichte des Mittelmeeres. In erster Linie ging es um die Absiche-rung des Warenaustausches und Handels, später um Militärisches.
Die Osmanen und später die Türken traten in dieser Beziehung nie groß in Erscheinung. Sie wurden schon im Ansatz von den aufstre-benden westeuropäischer Seemächten des Mittel- bis Spätmittel-alters dominiert.
Der wohl bekannteste Seefahrer des os-manischen Reiches war Piri Reis (1470 – 1554) der nicht durch Seegefechte und Eroberungen die Aufmerksamkeit auf sich lenkte sondern durch seine Karto-graphien bekannt wurde (Mausklick öffnet Kartenauschnitt, beachte die detaillierte Darstellung der Küstenlinie). Er schaffte es in der osmanischen Marine bis zum Admiral.
Resümee
Wegen der geschichtlichen Vorkommnisse ist es nicht verwunder-lich, dass die Inselwelt der Ägäis, welche bis wenige Kilometer an die türkische Küste heranreicht und dem griechischen Staatsgebiet angeschlossen wurde. Die Osmanen konnten die Inseln in ihrer Blütezeit nur Teilweise und nur für eine „kurze“ Zeitspannen okkupieren.

Wer Ergänzungen zu diesen Revier- Informationen möchte, kann diese auf dem Beitrag „Laudatio Mittelmeer“ finden. Darin werden alle Themen im Zusammenhang mit dem Mittelmeer detaillierter aufbereitet.

Die Revierberichte von der türkischen Küste sind in zwei Haupt-kategorien aufgeteilt und können mit Mausklick geöffnet werden;
Ägäisregion Türkei
   von Ayvalik bis Marmaris (Nord nach Süd)
Mittelmeer Region Türkei (türk. Riviera)
   von Dalaman-bis Alanya (West nach Ost)

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3 Ägäisches Meer

Das Ägäische Meer ist ein Teil des Mittelmeeres welches sich zwischen Griechenland und der Türkei erstreckt. Gelehrte sind sich nicht einig, welche Namensgebung für diesen Meeresbereich hergeleitet werden soll. Ob der Namen vom Aigeus, einem mythischen König von Athen, oder Aix, was so viel wie Ziege bedeutet, ein unrühmlicher Name wie Ziegenmeer oder nach der gleichen griechischen Verb-Interpretation „heranstürmen“ „sich aufbäumen“, was wiederum das unbändige Binnenmeer beschreiben soll. Dies soll uns nicht weiter irritieren, denn wir konzentrieren uns auf das Gebiet der unzähligen griechischen Inseln, ein Segelparadies mit vielen kulturellen Höhepunkten aus der Antike. Nicht zu vergessen, die vielen Fischerdörfer mit den einladenden Ambiente des Mittelmeeres.

Wichtige Hinweise für die Kartennutzung;
Hinweise zur Kartennutzung siehe Seite „adriatisches Meer“.

➡ In der interaktiven Karte sind die gängigsten Seegebiete und Küstenabschnitte mit Ikons markiert welche sich durch Mausklick öffnen lassen. Auf den Seiten können Insel bezogen, geografische und maritime Informationen nachgelesen werden. Detailinformationen und Wetterprognosen übers WEB sind verlinkt.

➡ Die Revierberichte vom ägäischen  Meer sind in drei Hauptkategorien aufgeteilt;
Südliche Kykladen (Cyklades) Inseln
   vom Milos bis Amorgos (West nach Ost)
Dodekanes-Inseln (südliche Sporaden)
  von Levitha-bis Agathonisi (Süd nach Nord)
Ostägäische-Inseln (östliche Sporaden)
  von Fourni bis Kusadasi (türkische Riviera, Süd bis Nord)

Begriffserklärung: Die Namensgebung Dedokanes und die südliche Sporaden sind ein und das selbe!

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Link zu Wetter Info Ägäis auf Button drücken!

Seegebiet Ägäis

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Bilder Saison-Finale in Bari

Bilderbogen der Vorbereitungen und Abschied von Blue Whale

Mit Mausklick auf einen der Balken öffnet sich der gewünschte Bilderbogen. Mit einem klick auf ein Foto kannst du die Bilder in vergrößertem Maßstab betrachten und blättern. Viel vergnügen.

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Saison-Ende in Bari Juli

„Rien ne vas plus“ der Segelsaison 2019 in Bari

Diesen Ausruf „Nichts geht mehr!“, den wir vom Croupier beim Roulette kennen fokussiert die vergangenen Monate in einem Punkt. Bei uns hat sich das Wetter-Roulette gedreht bis es, zum Glück, ohne Treffer (Unwetter) zum Stillstand kam. Die Einsätze sind verspielt. Wir akzeptieren unser Schicksal. Aber was hätte ein Treffer bedeutet,was für eine Konsequenz gehabt? Ich will es nicht ausmalen, den mit den Elementen ist nicht zu spaßen.

Eine Landratten-Flagge?

Wettermüde wie ich geworden bin beende ich die Segelsaison erleich-terten Gemüts, gesund und ohne grössere Schäden am Schiff.  Bis Ende Jahr werde ich ein „Landrat-ten-Dasein“ fristen und mich für die kommende Saison vorbereiten. Die Arbeiten Anfang Saison in der Cleo-patra Marina waren nur provisori-scher Natur gewesen und so war es absehbar, dass zu Saisonende grössere Arbeiten angegangen werden müssten. Ich war froh, mit der Nautica Ranieri einen Refit-Auftrag für Blue Whale auszuhan-deln. Nachdem die Unterwasser-Arbeiten geklärt waren mussten schleunigst die Vorbereitungen  für das Auswassern  und das Ein-wintern erfolgen. Es war viel zu tun. Zum Glück haben sich die mörderischen Temperaturen nach dem Jahrzehntgewitter etwas moderiert. Mit der vorbereiteter Checkliste konnten die Arbeiten speditiv abgehakt werden.

Bis der Termin fürs Auswassern wahrgenommen werden konnte öffnete  Petrus (christlich)  oder Janus (römisch)  die Himmels-schleusen und untermalten das Schauspiel mit heftigen Wind-böen.
Endlich konnte das Drama des Auswasserns beginnen. Vier Mitar-beiter der Werft, zeitweise von zwei Chefs unterstützt, brauchten nach  endlosen Diskussionen, sage und schreibe, 3 Stunden um Blue Whale aus dem Wasser zu hieven und zum Trockenplatz zu geleiten. In der CM in Preveza hat dies 1 Stunde in Anspruch ge-nommen. Nach schrillem Geschrei, gestikulierenden Armgefuchtel und nicht  endend wollenden  „Mamma Mia‘s“  war es endlich ge-schafft. Alle Beteiligten schlichen heiser und völlig erschöpft, wie geschlagene Hunde, von Dannen. Ein „Teatro Massimo di Bari“ zum Nulltarif!
An Land mussten nur noch die restlichen Arbeiten wie Demontage und Abdecken erledigt werden. Die letzten Tage verliefen ohne Hetze.

Ein Gourmet-Fisch zart zubereitet mit Reis & apulischem Weißwein. Ein Traum!

Das Abschiedsessen zelebrierte ich im Ristorante Casablanca in Palese. In der Nähe war mein Guest Hous „B&B Rosa Blu“ für die Tage wo Blue Whale am Trockenplatz in den Winterschlaft versetzt wurde.  Am 19. Juli  war es dann soweit und der Heimflug konnte angetreten werden.
Für den Herbst war eine Europa-Rundreise geplant. Mit der Werft vereinbarte ich ein Treffen, um bei dieser Gelegenheit nicht benötigte Materialien und Ausrüstung abzuholen. Auch wollten wir weitere erforderliche Zusatzarbeiten an Blue Whale besprechen und vereinbaren.

Ein Abschiedsfoto mit Wehmut. Im Hintergrund BW Geist zu neuen Ufern! 

Wichtige Hinweise:
Die täglichen Journaleinträge der Abschlussarbeiten öffnet nachstehender Link der Travel-Map-Seite, gelistet nach Datum (von unten nach oben).

Die Bildergalerie über diesen Eintrag  kann unter Galerie
Bilder Saison-Finale Bari
eingesehen werden.

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