Schneller als der Wind

(erst. 10.05.2026)

EIN TRAUM WIRD IN WINDESEILE WAHR
Segelbooten, die das mehrfache der wahren Windgeschwindigkeit erreichen, prägen heute die Regattasport Szene. Der Geschwindig-keit Weltrekord durch die Foiler liegt heute bei über 103 km/h und ein Ende ist nicht abzusehen. Das untere Bild (Sail GP 2026) sym-bolisiert den Stand der Technik.
Die Geschichte des Foilens ist eng mit dem Fliegen verbunden. Beides hat mit physikalischen Kräften der Hydromechanik zu tun, nur das Medium ist der Unterschied, Wasser oder Luft!
Die Fliegerei hat sich aufgrund kommerzieller Faktoren wesentlich schneller entwickelt wie das Foilen über einer Wasseroberfläche. Erst die Entwicklung von motorisierten Schiffen verhalf ab dem 20-Jahrhundert zum Durchbruch der Tragflügelboote, welche sich aber erst ab Mitte des letzten Jahrhunderts, vorwiegend als Fähren kommerzieller Anwen-dung, empfahlen.
Wind angetriebenen Booten ver-half erst die zielgerichtete Weiter-entwicklung der in Betrieb befind-lichen Tragflügelboote. Der Einsatz von innovativen Produkten, Mate-rialien und Konstruktionen brachte den ersehnten Erfolg. Die letzte Hürde, die Software gesteuerte Steuerung der Foils führte zum heutigen Standard. Diese komp-lexe technische Evolution, wie schon in der Raumfahrt beobachtet, bescherte der Segelszene einen Quantensprung! Die Boote lernten zu fliegen.

Geschichte der Tragflügelboote
Dieser Spoiler ist der geschichtlichen Entwicklung der motor-angetriebenen Tragflügelboote gewidmet. Nachstehend ein paar Meilensteine im Zeitraffer ohne Anrecht auf Vollständig-keit:

Enrico Forlanini war Spross einer berühmten italienischen Familie. Er beschäftigte sich zur Jahrhundertwende (1900) mit Luftschiffkonstruktionen und der Entwicklung von Flugbooten. Daraus entstand das erste einsatzfähige Tragflügelboot, ge-baut 1906, als dessen Erfinder er allgemein gilt (siehe Bild oben).
Der amerikanische Erfinder A.G. Bell beschäftigte sich ab 1908 ebenfalls mit dieser Technologie und stellte 1919 nach mehreren Versuchsbooten ein erstes verwendbares Tragflü-gelboot (Bell HD-4, siehe Bild unten) vor.
Vorreiter der Technologie in Deutschland war Fritz von Opel 1927, der mit über 100 km/h auf der Seine einen Wettbewerb gewann.
– Hanns Schertel von Burtenbach entwickelte mit Silbervogel 1934 ein Boot mit 50 PS Leistung und erreichte eine Geschwindigkeit von 55 km/h. Sieben Passagiere erfreuten sich der rasanten Fahrt von Mainz nach Köln und zurück.
Ab 1940 gingen mit den Gebr. Sachsenberg in der Schloss-werft in Hamburg-Harburg die Tragflügelboote in Serie.
Karl Johann Büller, führte diese Entwicklungen nach dem Krieg in der Schweiz als Supramar AG weiter, was zur Ent-wicklung des ersten kommerziellen Tragflügelbootes PT-10 (siehe Bild oben) führte, das 1953 auf dem Lago Maggiore in Dienst gestellt wurde.
Zwischen 1974 und 1985 stellte Boeing etwa 30 Passagier-schiffe vom Typ Boeing 929 her, die auf Tragflügeln eine Reisegeschwindigkeit von 80 km/h erreichten.

Verschiedene Neuentwicklungen führten zu den Tragflächen-booten wie wir sie heute kennen. Heute tüftelt man an der Antriebsart. Im Bestreben der Nachhaltigkeit und CO2-Neut-ralität wird die Innovation Elektromotor den nächsten Sprung geben.

Geschichte der Foil-Segelboote
Die eindrückliche Geschichte des Foil-Segelns reicht über 100 Jahre zurück, wobei frühe Experimente meist kläglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit endeten und nur spärlich doku-mentiert wurden. Das Interesse der Öffentlichkeit schlummer-te, weil sich das Foilen auf Solo-Protagonisten beschränkte.
Der eigentliche Durch-bruch gelang erst durch den America’s Cup 2013 (siehe Bild links). Hier wurde erstmals innovativ Technik & Material ziel-gerichtet angewendet und ermöglichte die weltweite Verbrei-tung im Segelsport, gefolgt vom Wingfoilen
Die Technik katapultierte sich von Nischenexperimenten zu einer flächendeckenden Technologie, welche die Boote sprich-wörtlich fliegen lässt. Nicht mehr konventionelle Segel, son-dern Tragflügel-Segel und Foils müssen getrimmt werden. 
Um die Komplexität zu ver-deutlichen eine Darstellung der beim Foilen wirkenden Kräfte (siehe Bild rechts).
Noch ein paar geschichtliche Meilensteine:
Frühe Segelversuche, 1938 entwickelt durch Robert Gilruth und William Carlergab, führen in der Chesapeake Bay zu ersten halbwegs funktio-nierenden Segel-Tragflügelboote.
– Erste Erfolge durch das Boot „Monitor“ zeichneten sich in den1950er bis -80er Jahre aus. Erst 1956 wurde die 30 kn Marke geknackte.
Eric Tabarly überquerte 1987 als Erster mit einem Foiler den Atlantik (Bild oben). Kenner der Segelszene horchten auf und Revolutionäre Materialkomponenten wie Kohlenstofffaser beschleunigten die neue Ansätze.
Im America’s Cup 2013 wurde das Foilen im Regatta Sport etabliert. An der Vendée Globe 2016 erreichte man durchs
Foilen auf der Langstrecke um den Globus historische Rekor-de, die im 4 jg. Wettkampf Rythmus immer wieder unter-boten werden. Moderne Trends wie Wingfoilen, basierend auf Ideen der 1980er Jg., welche sich aus dem Wellensurfen entwickelt und seit etwa 2019 zu einer populären Trendsport-art entwickelt haben.

FAZIT
W
ollen wir ein kurzes Fazit ziehen, so lässt sich zusammenfas-send festhalten, dass Foilen die Zukunft des Wassersports dar-stellt. Es ermöglicht effizientes Fahren bei wenig Wind und ein völlig neues Gefühl von Freiheit. Adrenalinjunkie frönen dem neue Speed-Glücksgefühl auf dem Wasser.
Wir Segler der älteren Gene-ration, wollen es doch ein biss-chen Gemütlicher mit der Fort-bewegung angehen. Ich bin überzeugt, dass eine Mehrheit der Salzbuckel, sich einer Mit-fahrtgelegenheit, auf einem dieser höllischen Segelraketen, nicht erwehren könnte, ich auch nicht!
Blue Whale fragt: «Bekomme ich auch bald Foils

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Törnplanung 2022

 

AUFBRUCHSTIMMUNG IN DIE„POST-CORONA-ZEIT“

Alle reden davon dass die Pandemie überstanden ist und wollen an die „Vor-Corona-Zeit“ anknüpfen. Nur zu gerne würden wir in eine neue Zeit aufbrechen und die Themen und Gedanken der vergan-genen zwei Jahre Ad Acta legen. In vielen Belangen wird es uns gelingen doch aufge-laufene Altlasten müssen gelöst und abgearbeitet werden. Schön wäre es, wenn sich Blue Whale diesem Diktat entziehen könnte, aber es ist absehbar, dass dies den Reiseablauf im 2022 dominieren wird.
Wichtig erscheint mir, die seit zwei Jahren verschobenen Ziele und Erwartungen neu zu definieren und die daraus resultierenden Ent-täuschungen zu verdrängen. Nachstehend ein paar Gedanken-gänge die Blue Whale und mich auch nachts in den Träumen verfolgen;

Reviermüdigkeit
Das Ionische Meer ist wunder-schön aber in der Segelsaison dermassen überlaufen das sich unser Verdruss kaum noch zügeln lässt. Als zeitlich be-grenzten Lichtblick und Highlight für einen Rundtörn könnten sich die Süd-Ionischen Inseln anbieten. Sicherlich ein „must to do“! Diese standen schon seit längerem auf dem Programm.
Die ursprüngliche Idee durch die Ägäis an die türkische Riviera zu segeln lebt weiter.
Eine neue Idee beschäftigt Blue Whale ungemein; In die Adria nach Dalmatien überzuwechseln sofern ein Liegeplatz zu ver-nünftigen Kosten angeboten wird. Auch dort ist der Strom der Charterjachten ungebremst, dafür bietet das zerklüftete mit Inseln gespickte Segelrevier reichlich Ausweichmöglichkeiten.
Reparaturarbeiten
Wer die Törnberichte 2021 gelesen hat weiss, dass viele Arbeiten anstehen und die Hoffnung diese durch die Winter-zeit in den Griff zu bekommen kläglich gescheitert sind. Blue Whale’s grösste Sorge ist die Energieversorgung welche sich durch den defekten Fischer-Panda Generator unweigerlich auf die Reisefreiheit auswirkt. Die Instandstellung wird das gesamte Programm für 2022 bestimmen obschon ein kleiner Ersatzgenerator und Sonnenkollektoren Erleichterung bringen werden.
Havarien wie die verrostete Auspuffanlage sind in der Pipeline und werden im Frühjahr behoben. Alle weiteren Punkte werden im April angegangen und seemännisch, spätestens bis zur Einwasserung erledigt.
Reisepläne
Die Grafik symbolisiert den Gemütszustand von Crew & Schiff auf eindrückliche Weise; „Wohin auch immer du willst, du stösst an imaginäre Grenzen“. Diese zu überwinden ist die eigentliche Herausforderung!
Die grösste Änderung kann in Bezug auf die Hin- und Rück-reise gemeldet werden. Dieses Jahr wird ein alter Volvo-PW die Flugreisen ersetzten. Der Transport von sperrigen Er-satzteilen und umfangreichen Reparaturmaterialien sind Ausschlag gebend. Nicht zu vergessen, der geplante Refit des FP-Generator in der Sommerpause.
Blue Whale ist glücklich wieder Gäste an Bord begrüssen zu dürfen. Der erste Gast (HD) ist ein erfahrener Segelgefährte vom Bodensee mit dem ich schon einige Törns hatte erleben dürfen. Geplant ist den Charm der Südionischen Inseln zu entdecken.
Auch hat sich mein Ältester (AS) zu einer weiteren Segel-partie entschlossen. Wohin wir uns von den Winden entführen lassen ist noch Ungewiss. Gewiss hingegen ist Blue Whale’s und meine Freude über die Abwechslung. Wir sehen den Abenteuern im „Geiste Odysseus“ gespannt entgegen.
Der Herbsttörn ist noch in der Schwebe. Er hängt von der erfolgreichen Reparatur des FP-Generators und des Einbaus zusammen. Unbestimmt ist auch wo Blue Whale die verdiente Winterruhe geniessen darf. Ein Revierwechsel ist in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen.    
Frühlingsstart

Schon bald wird der Frühling die Hormone in Wallung bringen und uns umschliesst eine wohlige Wärme. Der Drang zum Frühlingsputz erfasst nicht nur die Schiffs-eigner. Die Reisevorbereitungen sind fast abgeschlossen nicht ohne gewissenhafte Prüfung der „to do“ Checklisten und eilig letzte Ideen zu überdenken.Weil Blue Whale’s Instandstellung noch viele Kraftakte erfordert und das Gelingen der Reparaturen sich unmittelbar auf die Törnaktivitäten auswirkt, möchte ich auf die kommenden Einträge der Webseite verweisen. Dort können alle Neuigkeiten quasi „Live“ nachgelesen werden. Dieses Jahr wird die Hoffnung genährt, etwas unbeschwerter das Segeln geniessen zu können, darum haben Blue Whale und ich, uns einem wegweisenden Motto gewidmet;

Manchmal ist es die Hoffnung, die uns lächeln lässt.
Und manchmal ein Lächeln, das uns hoffen lässt.

Mit diesem Link kommst du direkt auf die Webseite <Törnberichte 2022>
der Link wir nach Eintrag des ersten Berichtes aktiviert. 

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