Der Wal und das Meer

(erst. 18.03.2026)

ANEKDOTE MIT TIEFGANG
Im 18. bis 19. Jh. waren Hafenkneipen raue, düstere Orte für ar-beitslose Seeleute und diente Matrosen als erste Anlaufstelle nach langen entbehrlichen Reisen. Die Kneipen waren geprägt von billi-
gem, gepanschtem Alkohol, lauten Seemannsliedern und dichten Rauchschwaden. Die Einrichtung war simpel, funk-tional und oft schmutzig.
Die Spelunken waren der Schmelztiegel lichtscheuer Gestalten, kriminellen Zeit-genossen und des horizontalen Gewerbes. Gern gesehen waren abgetakelte Seeleute die sich als Geschichtenerzähler berufen fühlten und für ein Glas Grog ihren Seemannsgarn zum Besten gaben.
Unsere Geschichte beginnt mit der Aufforderung an einen dieser Urge-steine der Seefahrt, der in der Ha-fenkneipe einen guten Ruf als cha-rismatischer Anekdoten Erzähler innehatte. Schnell war die nächste Runde bestellt, die durstigen, rauen Kehlen befeuchtet und der Tisch bis auf den letzten Platz mit Zuhörern belegt. Dann gab der alte Salzbuc-kel mit fester Stimme seinen Garn vom Wal und das Meer zum Besten.

DIE GESCHICHTE VOM WAL UND DAS MEER
Einst lebte ein Wal im Meer, wo das Wasser so sanft, so klar und so durchsichtig war, dass er sich nicht daran stieß. Eines Tages begann der «Fisch» zu denken: „Was für ein Wunder. Ich kann mich im leeren Raum bewegen, ja schweben.“ Das Phänomen beschäftigte ihn zusehends, wie er sich bewegte und geriet darüber in Schrecken und Angst.
Ein Blick in die Tiefe lähmte ihn förm-lich: „Ich könnte vergessen wie man schwimmt!“ dachte er. Panik ergriff den Wal, da er befürchtete, er könne lautlos in die Tiefe sinken. Doch dann kam ihm ein rettender Ge-danke: „Ich nehme meine Fluke ins Maul und halte mich daran fest.
Er versuchte nach seiner Caudale (Pinna caudalis) zu schnappen, doch er schaffte es nicht. Je mehr er sich darum bemühte, umso gefährlicher erschien ihm die Tiefe des Ab-grunds. Die Angst wuchs ins unermessliche und nahm Besitz von ihm.
Das Meer schaute dem Trei-ben eine Weile zu. Dann fragte es den verzweifelten Wal: „Was tust du da?“ Dieser erwiderte: „Ich habe Angst, in die Tiefe zu fallen, und versuche daher, mich an meiner Flosse festzuhal-ten.“ Das Meer erwiderte: „Du hast es schon seit einige Zeit vergeblich versucht und bist doch nicht abgestürzt. Was ist wohl der Grund dafür?Der Wal überlegte kurz und antwor-tete: „Ich bin tatsächlich nicht in die Tiefe gestürzt.“ Danach realisierte er: „Weil ich schwimme.
Das Meer bestärkte ihn: „Du hast es erkannt„, sagte er: „Ich bin das weite Meer, dein Lebensraum in dem du existierst. Wenn du schwimmst, trage und beschütze ich dich, du sollst mich ehren und mich in alle Richtungen erkunden. Aber was tust du? Du ängstigst dich und vergeudest deine Zeit damit, nach deiner Fluke zu schnappen!

Der Fisch begriff, es fiel ihm wie Korallenstaub von den Augen. Er ließ von seinen vergeblichen Versuchen ab und machte sich an das große Abenteuer, das weite endlose Meer zu erkunden.

BLUE WHAL'S EPILOG
Eine ergreifend tiefgründige Geschichte «Aber hat auch nur einer der Zuhörer den Kontext begriffen?» fragt Blue Whale stirnrunzelnd. Vermutlich ist die Botschaft im Grog Dunst versunken. Spielt keine Rolle, dem Einen oder Anderen See-mann wird auf der Freiwache die Geschichte eine Reflexion auslösen. Die Erkenntnis der Botschaft bereichert dann das Seemannsgarns mit Lebensweisheit!
Dem pflichte ich bei und bemerke: «Ein hitverdächtiger Walgesang!».

 

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Verschwörungstheorien

VERSCHWÖRER DANK CORONA IM HÖHENRAUSCH

Geschichtenerzähler die in rauch-geschwängerten Spelunken oder im Alkoholdunst der Hafenkneipen ihr Seemannsgarn für einen Becher Rum zum Besten gegeben haben, kennen wir nur noch aus Anekdoten oder Filmen. Ihre spektakulären Abenteuer und fantastischen Er-lebnisse, die sie auf hoher See oder auf strapaziösen Forschungsreisen erlebt haben, hatten meist eine persönliche Note und wurden mit jedem zusätzlichen Glas bombas-tischer und meist unterhaltsamer. Man wusste wofür man den Obolus entrichtete und was man bekommen solle.
Heute sind wir einer neuen Gilde von Schwaflern, den intellek-tuellen Rattenfängern respektive den „irren Demagogen“ aus-gesetzt. Die Phraseure (Schwätzer) auf Neudeutsch „Verschwö-rungstheoretiker“ tituliert, öffnet das Web eine zensurlose Platt-form mit ungeahnten Möglichkeiten. Wir können ihnen kaum entkommen, sie sind all gegenwärtig und mischen sich neuer-dings auch unter Anti Corona Kundge-bungen. Ihr Narrativ ist abstrus, sie ver-mischen Fakten mit erfundenen Behauptungen und bauen auf stereotypen Feindbildern auf. Dabei richtet sich ein übersteigertes, irrationales Misstrauen gegen eine bestimmte Gruppe oder Individuen und Persönlichkei-ten. Eine nicht ungefährliche irre Entwicklung!
Wie soll man solchen fehlgeleiteten Propheten entgegnen? Kann, soll oder muss man einen überzeugten „Flach-Erdler“ bekehren? Wohl kaum möglich, denn die Sprache für eine Verständigung müsste erst erfunden werden.

Der Corona-Beschleuniger

Allmählich fällt uns auf, dass die Pandemie einem kleineren Teil unserer Mitmenschen doch stärker zugesetzt hat als es in den Medien berichtet wurde. Gemeint sind diejenigen, die den Lock Down bis auf einen gewissen Grad der Verwirrung über-standen haben. Es ist unbestritten, dass die verhängten Maßnahmen persön-liche Freiheiten einengten ja beschnitten haben, vielen wurde erst jetzt bewusst was Lebenslust und Lebensfreude wirklich bedeuten und das die zwischenmenschlichen Beziehungen, trotz exzessiver Handynutzung und Computerspielen, zu ver-kümmern drohten.
Die Mehrheit der Bevölkerung steckte die Umstände mit Bra-vour weg, doch einigen hat der Lock Down psychologisch so zugesetzt, dass sich eine therapeutische Behandlung unab-dingbar aufzwingt. Und jetzt, wo das Schlimmste überstanden scheint, geht diese verwirrte Minderheit auf die Strassen, missachtet alle neuen Verhaltenskodexe und demonstriert gegen jeden und alles. Sie will sich Luft über ihre eigene Misere verschaffen, welcher Wahnwitz! Doch nun kommen die Propheten der Apokalypse aus den Löchern gekrochen, Bewaffnet mit brennenden Fackeln, Mist-gabeln und jeder Menge Wissen von natürlich absolut seriösen Webseiten mit unfassbar geheimen Quellen, die nur sie im-stande sind zu verstehen und zu deuten. Sie mischen sich unter die Verwirrten und propagieren ihre Erleuchtung. Wir sind Zeuge der Wiedergeburt der Verschwörungstheoretiker geworden.

Neugeburt der Verschwörungstheoretiker
Nach der Corona Lockerungen werden an Kundgebungen op-tisch immer häufiger Plakate mit fantastischen und unglaub-würdigen Slogans geschwenkt.  Die Agitatoren preisen auf lautstarke, verbale Weise passgenaue Lösungen an. Ihren Theorien scheint kein Kraut gewachsen zu sein, so dass immer mehr der verwirrten Wutbürger mit den Verschwörern eine Symbiose eingehen und nach einer Weile deren Slogans bis zur krächzenden Heiserkeit lautstark wiedergeben.
Die Agitatoren sind ein gemeingefährliches Häufchen Para-noider, vermeindlicher Profiler, die heute unter dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ zusammengefasst werden. Sind wir ihnen auch schon unwissentlich auf den „Leim“ gegangen? Vermutlich ja, denn sie haben sich in der Geschichte schon bei anderen Gelegenheiten auf eindrückliche Weise bemerkbar gemacht. Durch Reinkarnation lässt jedes erschütternde Er-eignis auf Erden, aktuell das Corona Virus, ihre eigenen Pro-pheten auferstehen. Diese agieren dann mehr oder weniger erfolgreich und einige der Verschwörungen halten sich dann hartnäckig über Jahr-zehnte. Heute erfahren die „Hirngespinste“ über Sozial Media eine grenzenlose Verbreitung, aber auch neue und kurzlebi-gere Theorien werden hartnäckig vertreten, gepostet und „geliked“.

Beispiele neuester Theorien
Verschwörungstheorien haben in Zeiten von COVID-19 Hochkon-junktur. Die mit grüner Farbe markierten Thesen klingen mit etwas „Goodwill“ plausibel, na ja, Betonung auf Goodwill. Die nicht markierten Slogans benö-tigen nicht nur sehr viel Fanta-sie sondern offenbaren eine Steigerung der Irreführung, ein Schema des Verschwörungs-prinzips.
Die Beispiele;
– An der Grippe sterben mehr Menschen als an Corona.
Die Chinesen haben Corona gezüchtet um die Weltherr-schaft zu übernehmen.
G5 Antennen fördern die Aus-breitung des Virus.
Bill Gates hat das Virus gezüch-tet um Impfstoff zu verkaufen.
– Die Corona-Opfer sind alles Alte und wären auch sonst ge-storben.
– Sperrt die Alten und Risiko-gruppen weg und lasst die anderen frei.
Lock Down ist Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
Das Trinken von Bleichmittel hilft gegen COVID-19.
Die Regierung löscht Corona-Kritiken vom Web.
– Überlastetes Gesundheitssystem hilft nur Italien zu mehr Hilfsgelder.
– Das Virus ist eine Biowaffe.
Wacht auf, die Lügenpresse und Regierung wollen uns nur Kontrollieren.
– An den wirtschaftlichen Folgen sterben mehr als am Corona Virus.
– Das Corona Virus ist ungefährlich.

Eins ist sicher, die Fake News verbreiten sich dank Internet schneller aus als das Corona selbst und das in allen Sprachen des Globus! Weil wir gelernt haben alles zu hinterfragen, kommt die Überlegung auf; Was wen sie denn Recht haben? Erstaunlich, dass die Volksverführer mit der Tugend gesegnet sind, für jede Erdichtung ein positives Argument herbei zu reden.

Verschwörungen, eine Volksseuche?

Würde das Corona Virus das Gehirn angreifen, wären die Virus-Demagogen definitiv in Kürze verstummt! Was meinst du?
Auf folgendem <Link> kannst du auf Wikipedia eine Liste der Verschwörungstheorien der letzten Jahrhunderte einsehen. Die Liste beeindruckt weil beim Durchlesen die eine oder an-dere bekannte These auffällt. Die Aufzählung legt in aller Klar-heit offen, dass wir vermutlich seit Menschengedenken immer wieder von Verschwörern irregeführt wurden. Des falschen Dogmas willens haben wir Jahrhunderte lang in geistiger Dunkelheit vegetiert und sind in Kriege getrieben worden um uns die Köpfe einschlagen zu lassen. Damals war ja vieles Gottgegeben und die, die uns warnen wollten, wur-den als Ketzer auf den Scheiterhaufen gebracht. Aber heute wäre es beschämend, wenn Jahrhunderte an Wissen bei uns spurlos vorbeiziehen würden ohne dass wir daraus gelernt hätten. Die Geschichte sollte uns eines besseren Belehren und uns ermöglichen, die all gegenwärtige Borniertheit abzustrei-fen. Es besteht die Gefahr, dieses Mal nicht dem „Flötenspieler von Hameln“ sondern den Verschwörungstheoretikern zu folgen!

Blue Whale’s Schlussfolgerung
Machen wir uns nichts vor, die Protago-nisten der „echten“ Verschwörungen sind fast ausschließlich Regierungen oder Wirtschaftskonzerne. Nur sie sind in der Lage ein Komplott für Jahrzehnte oder für längere Zeit unter Verschluss zu halten ohne das die Wahrheit an die Oberfläche sickert.
Die Entwicklung der letzten Wochen hat den Focus vom Corona auf den Rassis-mus gelenkt. Es wird interessant zu beobachten sein, wie schnell sich die Verschwörer auf das neuen Thema einschiessen. Es ist wichtig den Zeitgeist zu treffen, dass hat auch schon der Philosoph „Marcus Tullius Cicero“ (106-43 v. Chr.) erkannt;

EIN ZITAT       O tempora, o mores!

Übersetz aus dem lateinischen
Was für Zeiten, was für Sitten!   

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