Törnberichte 2020

DIE DRITTE SEGELSAISON IN QUARANTÄNE
(rev. 29.01.2023)
Viele können es nicht mehr hören, Corona-Virus oder COVID-19. Diese beiden Begriffe und noch unzählige weitere Schlagwörter von 2020 lösen bei vielen Wassersportfreunden irre Zuckungen im Gesicht oder unkontrollierte stereo-typische Bewegungen aus.
Auch Blue Whale wurde ein Opfer dieser Pandemie und musste die Saison 2020 in der Ranieri-Werft von Bari, im Trockenlager, fristen. Vermutlich wird sie sich mit unzähligen Rostflecken revanchieren und so den langersehnten Saisonstart im Frühling 2021 mit harter, mühevoller Vorbereitungs-arbeit verzögern. Gerne hätte ich in diesem Kapitel neue interessante Segelerlebnisse und Törnberichte präsentiert aber auch ich musste mich den Umstän-den beugen. Die Zeit nutzte ich mit diversen fälligen Gesundheits-Updates und als Ausgleich „Gartenarbeiten“. Ich war da in guter Gesellschaft, denn vielen Segel-Leidens-Genossen ist es ähnlich ergangen, respektive durften sich nur über einer kurze Segel-saison erfreuen.
Wollen wir doch zu-versichtlich in die Zukunft blicken, ob-schon die momen-tane Lage noch chaotischer wirkt wie letztes Jahr und die Prophezeiungen der Wissenschaftler (auf Politiker hören wir ja schon lange nicht mehr) alles andere als Rosig erscheinen lässt. Wir sind in der zweiten Welle gefangen, die wir als Skipper auf See mühelos aussteuern würden, denn uns macht meist nur die 5. und 6. Welle zu schaffen.
Hast du schon mal daran gedacht die Segelfläche mit neuen oder gebrauchten Hygienemasken zu vergrössern? Eine weitere Hilfe wäre die seit kurzem programmierbare Corona-Warn-App. Diese könnte nämlich die Wetter-App bestens ergänzen. Bemerkenswert ist auch, dass niemand zugeben, würde, welche Manöver in der Badewanne geübt wurden. Eigentlich schade, denn so wird der übliche Erfahrungsaustausch verhindert. Jeder hat das Bedürfnis über seine eigenen Lock Down Erfahrungen zu posten, wie er, sie oder es (wir wollen den Club der Genderwächter nicht verärgern), die segellose Zeit überbrückt hat.
Der aufregende Infoaustausch wird bestimmt Geistig befruch-tend und die neue Segelsaison hartnäckig begleiten, sofern sie denn noch kommen darf.
Sollen mich die Geschichten überdrüssig stimmen, so zeige ich entschuldigend mit kargen Worten auf mein neues T-Shirt, welches meinen Gemütszustand der letzten Monate mit Nachdruck zu Ausdruck bringt. Zum Schluss möchte Blue Whale und ich allen ein freudiges „SCHIFF AHOI“ zurufen und hoffen, dass wir uns alle Gesund und fröhlich wiedersehen werden. Die restliche Zeit bis zum Saisonstart lässt sich mit beiliegender Bildanleitung nicht besser überbrücken. Dieser „Work Out“ braucht bestimmt keine Motivation und dürfte bei regelmässiger Anwendung nicht nur für die eigene Konsti-tution sondern auch zur empfohlenen Desinfektion beitragen.

Törnplanung 2021
Die Törnplanung 2021 kannst du mit nachfolgendem Link aktivieren                                                              LINK

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Vendée Globe 2020/2021

In 80 Tagen um die Welt

Die Sieger der Vendée Globe 2020/2021 sind im französischen Les Sables d’Olonne am 27. Januar über die Ziellinie gesegelt. Die Regatta um den Globus ist zwar noch nicht zu Ende, aber aus Gründen der Aktualität erlaube ich mir schon jetzt eine Reflektion der Geschehnisse. In der langjährigen Geschichte des Rennens durften wir eine noch nie dagewesene Spannung und Dramatik, die das Renngeschehen begleitet hat, erleben.
Gestattet mir, noch vor dem Rückblick des Rennablaufs, eine kleine literarische Note aus der Vergangenheit voraus zu senden. Den älteren oder belesenen Generation werden beim Anblick des Untertitels Erinnerungen wachgerufen, der sich im Text „In 80 Tagen um die Welt“ manifestiert, denn so ähnlich hat sich auch die aktuelle Vendée Globe zugetragen, einziges Gefährt – SEGELBOOT -.
PS. Für lesefaule Zeitgenossen habe ich eine knapp 27 minütige Zusammenfassung hinterlegt die mit atemberaubenden Bildern das ganze Rennen dokumentiert <der Link>. Wegen der Länge des Beitrages und Übertragungsschwierigkeiten auch noch die Linkadresse – https://youtu.be/1PdnfF5qm1g –

Literarischer Rückblick
Jules-Gabriel Verne, der französische Schriftsteller und Mitbegründer der Science Fiktion Romane, hat 1873 das vielbeachtet und futuristische Buch „In 80 Tagen um die Welt“ geschrieben. Seine Vision den Erdball, für damalige Zeiten unvorstellbar kurzen 80 Tagen zu umrunden, ist schon lange Wirklichkeit geworden, hat aber selten eine solche Überein-stimmung wie das aktuell Vedée-Abenteuer erfahren.
Auch dass die Rennjachten nahe „Point Nemo“ vorbei-segelten, und somit die Nautilus und den Bestseller „20‘000 Meilen unter dem Meer“ heraufbeschwören, oder das Kap Horn sichteten wo sich die Seekrimi-Anekdode „Der Leuchtturm am Ende der Welt“ abge-spielt haben soll, ist wohl eher Zufällig. Diese schon fast vergilbten und in Ver-gessenheit geratenen Romane dürften eine Renaissance erleben, denn die neunte Auflage der Vendée Globe hat sie wieder in Erinnerung gerufen, wo sie vermutlich dank der 80 Tage Renndramatik länger verbleiben dürften. Aber nun zum wahren Geschehen im nächste Spoiler, der „Vendée Globe 2020/2021“.
Die Vendée Globe 2020/2021
Auf Blue Whale’s Webseite ist schon ein Beitrag zu diesem Thema publiziert worden „Gladiatoren der Ozeane“, aber die Intensität und die Spannung der diesjährigen Vedée Globe schreit förmlich danach, die Geschehnisse Revue passieren zu lassen. Deshalb beschränkt sich dieser Aufsatz mit ergänzen-den Informationen zum erwähnten Beitrag wo allgemeine Infos nachgelesen werden können. In diesem Bericht ist nur der Ablauf des aktuellen Rennens (Karte & Video) wiederge-geben. Die 9.Aus-gabe der Vendée Globe kam zu einem unglaub-lichen Crescendo als acht Skipper die Ziellinie vor dem französ. Küstenort an der Biskaya, in Les Sables d’Olonne, innerhalb von 23 Stunden 44 Minuten überquerten. Die Teilnehmer und ihre Yachten kannst du mit Klick aufs Bild öffnen. 
Nicht nur eine Rekordteil-nehmerzahl von 33 Booten sondern auch die atypi-schen Abfolge von Wetter Systemen in Atlantik und Ozean, vermutlich dem Klimawandel geschuldet, haben die Superlative mehrfach übertroffen.
Die Top 10 bzw. 12 Boote haben sich während der 28‘500nm an verschiedenen markanten Punkten zwangsläufig gruppiert und das Rennen quasi neu gestartet. Fulminant war die Ziel Einfahrt der ersten 5 Boote, die nach 36 Stunden das Podium beanspruchten. Ein aussergewöhnliches Rennen, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird. 
Havarien & Rettungsaktionen (08.11.2020-01.12.2020)
11.11.2020 Jérémie Beyou muss wenden, in der Sturmnacht sind die Backstage gebrochen und ein Ruderschaden ist auch noch zu verzeichnen. Für Reparaturarbeiten wird er in den Starthafen zurück kehren und versucht das Rennen später wieder aufzunehmen
Armel Tripon muss Beidrehen, er ist mit einem Gegenstand kollidiert und beschädigt ein Foil.
16.11.2020 Nicolas Troussel hat etwa 260 Seemeilen nord-westlich der kapverdischen Inseln im Sturmtief „Theta“ sein Rigg verloren und muss aufgeben.
19.11.2020 Armel Tripon muss erneut beidrehen und Schäden im Rigg reparieren
22.11.2020 Alex Thomson muss Strukturschäden am Bug reparieren und fällt zurück.
25.11.2020 Thomas Ruyant meldet Schaden an den Tragflächen und fällt zurück.
27.11.2020 Thomas Ruyant muss sein BB-Foil verkürzen und Alex Thomson wird merklich langsamer.
28.11.2020 Alex Thomson muss nun wegen Ruderproblemen das Rennen endgültig aufgeben. Er weicht nach Kapstadt aus.
Alex Thomson noch vor der Havarie aus besseren Zeiten

30.11.2020 Kevin Escoffier hat seinen Notruf-Sender ausgelöst und ist in die Rettungsinsel umgestiegen.

Nachstehend die Ereignisse am 01.12.2020;
Wer hätte am 30. November ahnen können, dass die Such- & Rettungs- Aktion für den havarierten Skipper, Kevin Escoffier (Video), das Endergebnis dermassen beeinflussen würde? Jean le Cam, Sébastien Simon (später Ausgeschieden), Yannick Bestaven und Boris Herrmann eilten Kevin Escoffier zu Hilfe. Die zurzeit führenden Charlie Dalin und Thomas Ruyant waren zu weit voraus, um sich an der Rettungsaktion beteiligen zu können. Klick auf Karte öffnet Havarie OrtDie Rennjury gewährten demzufolge Zeitgutschriften für die verlorene Zeit und den Sucheinsatz. Die ungewöhnlichen Wetterbedingungen bedeuteten dann, dass es bis zum Ziel ein hart umkämpfter Wettbewerb bleiben würde.

Havarien & Rettungsaktionen (02.12.2020-27.01.2021)
02.12.2020 Sébastien Simon ist mit einem Gegenstand kollidiert und hat schwere Schäden zu verzeichnen. er muss das Rennen aufgeben.
03.12.2020 Samantha Davies hat das gleiche Schicksal ereilt wie Sébastien Simon der nun auch Wassereinbruch verzeichnet. Auch für Samantha dürfte in guter Position liegend (beste Skipperin) das Rennen zu Ende sein.
06.12.2020 Jean le Cam konnte Kevin Escoffier der Marine übergeben. Die drei Havaristen Thomson, Simon und Davis geben auf. Sie sind in Kapstadt angekommen.
08.12.2020 Louis Burton und Damien Seguin fallen mit großen technischen Schwierigkeiten zurück.
11.12.2020 Fabrice Amadeo im Verfolgerfeld auf #25 liegend steckt Kurs auf Kapstadt ab, sie muss aufgeben.
15.12.2020 Charlie Dalin muss beidrehen und einen Schaden am Backbord-Foil beheben.
17.12.2020 Thomas Ruyant der Zweitplatzierte hat offenbar ein Leck im Vorschiff.
18.12.2020 Lois Burton hat es als nächsten erwischt. Er wird einen Reparaturstopp nahe der Macquarie Insel einlegen müssen und weit zurückfallen. Er kehrte am 21.12. wieder im Rennmodus zurück. 23.12.2020 Ein Videorückblick des ZDF bei Rennhälfte, Dauer 6:47Min. (Link mit Mausklick auf Markierung)
02.01.2020 Die Spitze hat Kap Horn umrundet!
05.01.2021 Boris Herrmann beklagt Risse im Grosssegel und Isabelle Joschke, die Zwischenzeitlich bis auf Platz #5 vorgedrungen war meldet Probleme mit dem Schwenkkiel.
10.01.2021 Isabelle Joschke meldet Totalschaden am Schwenkkiel. Sie ist die letzten Tage immer mehr zurückgefallen und muss das Rennen aufgeben. Clarisse Cremer ist nun beste Skipperin auf Platz #12.
16.01.2021 Sébastien Destremau weit zurückliegend muss vor Neuseeland aufgeben. Ohne Autopilot und weitere technische Geräte ist es zu gefährlich weiter zu segeln.
18.01.2021 Boris Herrmann hat erneut Segelprobleme und fällt etwas zurück.
27.01.2021 Boris Herrmann havariert mit einem Fischertrawler 90nm vor dem Ziel und kann sich nur noch in langsamer Fahrt dem Ziel nähern.

Das war kurz vor Zieleinlauf der Spitzengruppe die letzte Havariemeldung. Diese Eilmeldung hat nicht nur Freunde schockiert. Der Franzose würde sagen; C’est la vie!

Zieleinlauf & Podestplätze
Zwischen Mittwoch (27.01) und Donnerstagabend beendeten die ersten acht Boote innerhalb von 23 Stunden und 44 Min die Cirkumnavigation. Die Dramatik und Spannung wird erst durch den Vergleich mit dem Rennen von 2016 verdeutlich, als zwischen dem Sieger Armel Le Cléac’h und dem achtpla-tzierten Boot eine Zeitspanne von 19 Tagen und 19 Stunden registriert wurde. (Bild unten; Charlie Dalin, der erste im Ziel)
Drei Skipper wurden mit Zeitkompen-sationen belohnt, Boris Herrmann, Yannick Bestaven und Jean Le Cam. So musste gewartet werden bis Jean le Cam das Rennen beendet hatte und die endgültige Rangliste feststand.
Bestaven gewann mit seinen 10:15 Stunden gutgeschriebener Zeit, Charlie Dalin, der als Erster die Ziellinie überquerte, wurde als Zweiter und Louis Burton als Dritter gewertet.
Boris Herrmann, der noch kurz vor der Havarie als Sieger ge-handelt wurde, ist auch noch von Jean Le Cam abgefangen worden, weil dieser die grössere Zeitgutschrift verbuchen durfte.              (Bild unten; Yannick Bestaven der Sieger)
Yannick Bestaven wurde als Gesamt-sieger dieser neun-ten Ausgabe ausge-rufen. Er beeindru-ckte mit seiner Fäh-igkeit, hart, schnell und konstant im südlichen Polarmeer zu segeln und im letzten Sprint mit einer perfekten Taktik, aber auch mit seiner Aufrichtigkeit und Sportlichkeit an Land zu brillieren. Auf dem Podium vor dem daneben stehenden Charlie Dalin und jubelnden Gästen er-klärte er: „Es gibt zwei Gewinner an dieser Vendée Globe!“
Charlie Dalin, der Skipper von Apivia, wurde an der Spitze der Flotte bejubelt, landete jedoch offiziell auf dem zweiten Platz und verpasste den Gesamtsieg um weniger als drei Stunden. Eine kaum zu überbietende Dramatik.
Der letzte Platz auf dem Podium ging an Louis Burton, der an Bord seines „betag-ten“ Bootes, dass das Rennen 2016 gewann, volles En-gagement und Ent-schlossenheit zeigte. Diese Tatsache führt ins Bewusstsein, dass auch „alte“ Renn-ungeheuer nicht abgeschrieben werden dürfen.
Das Rennen wird auch für die heldenhafte Rettung von Kevin Escoffier durch Jean Le Cam in Erinnerung bleiben, der durch die Zeitgutschrift auf dem vierten Platz bestätigt wurde. Jean hat bewiesen, dass man auch im mittleren Alter von 61 Jahren, keineswegs seine Segelfertigkeiten einbüsst, und nicht unterschätzt werden darf.
Im Bild Jean Le Cam der Oldie in seinem Element

Einige Stunden vor dem Ziel hatte der deutsche Skipper Boris Herrmann Schreckensmomente zu überstehen. Er kollidierte mit einem Fischtrawler der seine Träume zunichtemachte. Kurz vor dem Vorfall kämpfte er noch immer um den Sieg. Die Taktik, sein modifi-ziertes älteres Boot, mit einer material-schonenden Fahr-weise konstant an der Spitze zu halten, war nicht nur nerven-aufreibend, sondern hat sich auch bewährt. Nach achtzig Renntagen ein solches Schicksal zu erleiden, zeigte wieder einmal die grausame Seite einer Vendée Globe Veranstaltung auf.
Nur mit dem sechsten Schlussrang belohnt war Thomas Ruyant der Verlierer der diesjährigen Globe.  Diese Position wiederspiegelt seine Leistung auf dem Wasser in keiner Weise. Der Skipper von LinkedOut verbrachte zwei Drittel des Rennens in den Top Drei, obwohl er sich vor Einfahrt in den Indischen Ozean ein Foil gebrochen hatte.
Die Enttäuschung wird für ihn schwer zu überwinden sein, zumal er als Favorit gehandelt wurde und das wohl innovativste Schiff im Feld sein eigen nennen durfte. Der aus Nordfrankreich stammende Skipper wird sicherlich noch länger mit der Enttäuschung zu kämpfen haben.
Der zweimalige paralympische Meister Damien Seguin belegte den siebten Platz und beeindruckte alle, indem er seiner Erfolgsliste eine weitere Heldentat hinzufügte.Mit nur einer Hand geboren, wollte er beweisen, dass jeder versuchen sollte, seine Träume zu verwirklichen auch wenn er handikapiert ist. Er dürfte nicht nur für Segler ein Vorbild und Idol werden.
Der italienische Skipper und ehemalige Uni-Dozent für Philo-sophie, Giancarlo Pedote mit Sitz in Lorient, Bretagne, belegte den achten Platz und erzielte die beste Leistung, die ein Italiener in der Vendée Globe Geschichte jemals abschloss.
Schließlich kehrte der Lokalmatador Benjamin Dutreux am Freitagmorgen (29.01) nach Hause zurück und wurde weniger als 24 Stunden nach der Ankunft des ersten Bootes in dieser außergewöhnlichen Vendée Globe Ausgabe Neuntplatzierter.
Heute Samstag, erreichte Maxime Sorel mit V & B Mayenne, als Zehnter die Ziellinie. Seine Rennjacht wurde schon in Jahr 2007 gebaut und hat an zwei Vedée Globe Rennen teilgenom-men, aber heute zum ersten Mal den Kurs beenden können. Zuvor musste das Schiff wegen diversen Havarien vorzeitig die Rennen abbrechen.

Schlussgedanken zum Finale
Das Rennen ist noch lange nicht zu Ende. 15 Skipper und Skipperinnen sind noch unterwegs und kämpfen um die Ehre das härteste Rundum Rennen beenden zu können. Darunter sind fünf Frauen die die Achtung der Segelscene verdienen, vor allem, die Französin Clarisse Cremer, die als zwölfte ins Ziel kommen dürfte.
Experten sind sich einig, dass diese Auflage das wohl verrücktesten Ren-nen um die Welt war, die Vendée Globe 2020/2021! Sie wird bald in die Geschichte eingehen und in nächster Zukunft wohl kaum zu toppen sein. Auch Jules Verne dürfte anlässlich der Spannung und Dramatik des Rennens sich im Grabe umgedreht haben.
Trotzdem fiebern wir bereits einer Neuauflage entgegen. Die Zehnte Vendée Globe 2024 als Jubiläum dürfte viel Innova-tives im Gepäck haben und vor allem junge und talentierte Gladiatoren der Ozeane hervorbringen. Auch diese Neuauflage in vier Jahren werden wir mit gleichen Erwartungen, Hingabe und Intensität verfolgen.
Segelsaison – Abschluss oder Neuanfang?
Es ist müssig über den Abschluss resp. den Neuanfang zu philo-sophieren, denn sie hat 2020 wegen der Corona Epidemie nicht oder nur gebeutelt stattgefunden. So war es ein Highlight an der diesjährigen Vendée Globe als virtueller Gast teilnehmen und ohne Gefahr von Havarien mitsegeln zu dürfen. Eine zeitfüllende Be-schäftigung im nimmer endenden Lockdown. So wurde über mehr als zwei Monate des Seglers Herz erfreut, natürlich nur für jene, die nichts Besseres vorhatten, durften oder konnten.
Den Rückblick ist mit diesem Bericht geschlossen, aber eine opti-mistische Perspektive für die Segelsaison 2021 fehlt noch. Blue Whale träumt schon von Begegnungen mit Jachten die mit paral-lelen Kurs auf Seen oder Meeren unterwegs sind, wo Skipper zu uns rüber schielen und eifrig, ja unermüdlich die Segel trimmen und die Crew herumhetzen. Spätestens dann wissen wir, das die Neuauflage der Vendée Globe gestartet hat und wir mitten drin sind.

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Die Mutation

DIE CORONA-MUTATION
Die Weltgemeinschaft surft auf unterschiedlichen Wellen der Epi-demie. Während die einen von der zweiten Welle stark gebeutelt werden und andere nicht mehr wissen ob schon weitere Wellen über sie hinweggefegt sind, ereignete sich das befürchtete aber verdrängte Szenario; Die Mutation des Corona-Virus.
Bild rechts; Ein hässlich mutiertes Corona-Virus
Diese Entwicklung wird uns vermutlich bis in den Frühling beschäftigen, ob-schon in einigen Staaten mit den Corona-Schutzim-pfungen begonnen wurde. Die neue Situation wird wieder ver-mehrt zu Spekulationen führen wo sich führende Virologen, Staatsführer und Verschwörungstheoretiker mit Empfehlungen resp. schwachsinnigen Prophezeiungen gegenseitig übertrumpfen.
Dieser Aufsatz, in vier Spoiler aufgeteilt, reflektiert histo-risches, vermischt mit Fiktivem, welches zu eskalieren droht und der Menschheit Sorgen bereiten müsste;

Die Schlagzeile
(Quelle „Der Spiegel“ 04.11.2020)

Riskante Corona-Mutation in Dänemark und der Niederlande
In Dänemark müssen Millionen Nerze getötet werden. Manche tragen eine Mutation des Coronavirus in sich, die womöglich die Wirkung künftiger Impfstoffe beeinträchtigt.
Aus Sorge vor den Folgen für kommende Impfstoffe gegen das Corona-Virus werden in Dänemark alle Nerze getötet. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekannt. Insgesamt geht es um Millionen von Tieren. Das Fell der Nerze ist unter anderem für Pelzmäntel beliebt.
Das Virus sei unter Nerzen mutiert und wurde auf den Men-schen (zurück) übertragen, sagte die Regierungschefin. Die Mutation könnte dafür sorgen, dass ein künftiger Impfstoff nicht seine erhoffte Wirkung entfalte.
Bei zwölf Menschen im Norden Jütlands sei bereits eine mutierte Version des Corona-Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden, sagte Frederiksen. Zugleich warnte sie davor, dass die Mutation sich nicht nur auf weitere Teile Dänemarks, sondern auch im Rest der Welt ausbreiten könnte. Die Nerz-züchter werden entschädigt, wie Lebensmittelminister Mogens Jensen sagte.

Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen. Im Land gibt es derzeit 1139 Zuchtfarmen und etwa 15 bis 17 Millionen Nerze. Nach Angaben der dänischen Behörden sind bereits auf mehr als 200 Farmen Corona-Fälle festgestellt worden. Auf 67 Farmen wurde der Pelztierbestand bereits getötet.
Die Niederlande hatten nach ähnlichen Ausbrüchen von Corona bei Nerzen Anfang Juni beschlossen, alle Pelztiere auf den betroffenen Farmen zu töten.

Die Gegendarstellung
Ein Artikel im Postillion vom 25. Dezember über eine Konfe-renz der Vereinigten Pelztiere hat mich aufhorchen lassen und in eine aufgewühlte, bestürzte Stimmung versetzt. Lese den Artikel selbst und entscheide ob für die Menschheit eine reelle Gefahr besteht oder ob Verschwörungstheoretiker involviert sind.

Um Corona-Mutationen aufzuhalten:
NERZE FORDERN SOFORTIGE KEULUNG ALLER MENSCHEN!
Mindestens zwei neue Mutationen des Coronavirus halten der-zeit die Welt in Atem.

Nerze fordern daher;
DIE SOFORTIGE KEULUNG ALLER MEN-SCHEN!

So soll verhindert werden, dass weitere Mutationen entste-hen, und die Verbreitung der bestehenden Mutationen einge-dämmt werden, bevor sie auf Nerze überspringen können.
„Der Mensch ist ein Reservoir, in dem sich das Covid-19-Virus unkontrolliert vermehren kann“, erklärte ein Sprecher des Nerz-Gesundheitsministeriums. „Allein gestern wurde das Virus wieder bei 670.000 Menschen weltweit diagnostiziert. Das ist unverantwortlich!“
Würde man jetzt nicht sofort handeln, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich weitere, womöglich noch gefährlichere Mutationen beim Menschen entwickeln.
„Alle 7,7 Milliarden Menschen zu keulen mag drastisch klingen, vor allem, weil sie ja schon irgendwie putzig sind“,
so der Sprecher weiter. „Aber leider haben wir keine andere Wahl.“ Derzeit würden Nerze bereits auf einem Acker in Däne-mark eine riesige Grube ausheben, in der die Menschenkada-ver nach der Keulung entsorgt werden sollen.
Die Entscheidung der Nerze kommt nicht unerwartet. Kritiker warnten schon lange vor den Risiken der Massen-Mensch-Haltung und fordern ihre Abschaffung.

Das Dilemma
Wie sollen wir dieses ungeheuerliche Ultimatum verstehen? Wie soll die Menschen Gemeinschaft dieser Forderung ent-gegen treten? Waren nicht wir, der über alles erhabenen „Homo Sapiens“, der das Rad der Geschichte in Bewegung gesetzt hat? Hast du dich noch nicht mit dem Thema be-schäftigt, so ist es höchste Zeit, denn die „Schlagzeile“ und die „Gegendarstellung“ decken den neuesten Skandal unver-blümt auf und zeigt das Dilemma, in dem wir uns schon zu lange befinden, erbarmungslos auf!
Wer unsere erhabenen Führer nicht erkennt, ein Hinweis; (vordere Reihe)  Johnson, Trump, Bolsonaro / (links & rechts unten) Putin & Erdogan / (hinten versteckt darum nicht sicht-bar) der introvertierte, scheue Xi Jinping!
Können unsere politischen Anführer, welche sich bis anhin über jegliche ethnische und artgerechten Grundsätze hinweg-gesetzt haben, mit einem solchen existenziellen Jahrhundert-problem (Nerzkonflikt) betraut werden? Ihre bis anhin dilet-tantische Vorgehensweise in Sachen Plastik Littering, Klima-wandel, Brandrodung, Artensterben und Pandemiebekämp-fung, nur um einige aufzuzählen, kann uns sicherlich nicht zuversichtlich stimmen.
Vielleich können unsere Freunde, aus dem Reich der Mitte, uns aus der lähmenden Lethargie befreien, denn sie haben uns nicht nur die Pandemiewelle beschert sondern weisen bei jeder Gelegenheit auf ihr überlegenes politisches System und ihre beispiellose Problembewältigung hin. Will man diesen Betreuungen glauben schenken, so sind sie unsere gottge-sandten Erlöser oder wie schon in der antiken Prophezeiung des Neferti geschrieben stand; „Der angekündigte Retter sei nahe!“
Weitere Gedankengänge und Spekulationen möchte Blue Whale jedem selbst überlassen. Die Schlussfolgerungen dürften interessant und vielseitig sein.

Noch eine letzte Bemerkung;
Nun hält sich so-gar die Corona-Pandemie an den Brexit. Das Virus kreierte eine eigens bri-tische Variante!
Dazu fällt Blue Whale nur ein seufzendes „God save the Queen“ ein. 
Eine schweizerische Mutations-Variante „Chees-Bug-21“ aus den Skigebieten entsprungen würde auf einer Beliebtheits-Skala vermutlich hoch rangieren.

Blue Whale's Epilog

Blue Whale’s provokative Bemerkung; “Lasst uns doch die restlichen Wälder abbrennen, denn wo kein Wald, dort keine Käulen!“ könnte ein Lösungsansatz sein. Diese Aussage erin-nert uns an die bisherigen weltumspannenden Vorgehenswei-sen. Natürlich erwarten wir von einem Geschöpf, welches aus gefühlslosem Stahl als Schiff modelliert wurde, keine nobel-prämierte Lösung, aber BW’s Gedanke ist schon verlockend. Vielleicht ist dir auch aufgefallen, dass an verschiedenen Orten des Erdballs dieses Vorgehen bereits mit Hingabe praktiziert wird.
Da kommt mir der Spruch in den Sinn; Unglücke kommen selten alleine! Und so muss der COVID 19 – Pandemie, der verwirrenden narzisstischen Trump Ära und der bevorste-henden Nerz-Krise mit viel Geschick und Optimismus be-gegnet werden. Wen müssen wir nun fürchten? Sind es unsere chinesischen Freunde oder wie uns die Virologen ver-sichern, unzählige potenzielle Viren die in der Warteschlage stehen und jederzeit zuschlagen dürften. Oder sind es gar die Nerze? Genau genommen spielt es keine Rolle, denn die bei-den erstgenannten kommen aus der gleichen Hemisphäre und mit den Nerzen müssen wir pragmatisch umgehen.
Ein friedensstiftender Lösungsansatz könnte wie folgt aussehen;
„Warum verbünden wir uns nicht mit den putzigen Nerzen? Sie stehen bestimmt auch auf dem Speiseplan unserer östlichen Freunde!“ 

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Archiv Changelog 2020

Die Webseite der MSY Blue Whale wird umfangreicher, dadurch erschwert sich die Navigation für aktuelles. Vieles wurde ständig verbessert und ergänzt. Das Changelog listet chronologisch mit Infos/Links die wichtigsten Neuerungen und Ergänzungen.

DATUM  THEMA/BEITRAG  LINK
30.07.20 Trivialis/Seemannschaft/Dieselpest          neu Beitrag
17.07.20 Glossar/BW’s Schatztruhe/Die besten Segelfilme Beitrag
05.07.20 Seemannsgarn/Meeresgefl./ Gladiatoren der Ozeane Beitrag
21.06.20 Trivialis/Coronapoly/Verschwörungstheorien Beitrag
15.06.20 Trivialis/Seemannschaft/Kaventsmann Beitrag
09.06.20 Glossar/Nautisches Lexikon/Schiemannsgarn Beitrag
05.06.20 Trivialis/Coronapoly/Unwort 2020         neu Beitrag
26.05.20 Seemannsgarn/Meeresgeflüster/ unendl. Gesch. Beitrag
21.05.20 Glossar/Beiträge neue Reihenfolge Beitrag
20.05.20 Glossar/div Untertitel eingesetzt/revidiert Beitrag
08.05.20 Trivialis/Wissenwertes/Coronapoly  Aufbau Beitrag
03.05.20 Trivialis/ Aufbau & Reihenfolge geändert  
28.04.20 Glossar/Mann über Bord (MOB)              neu Beitrag
20.04.20 Trivialis/Wissensw./Seemann./Yacht-Knigge Beitrag
17.04.20 Trivialis/Coronapoly                        (Titel rev.) Beitrag
16.04.20 Seemansgarn/Meeresgeflüster                neu Beitrag
11.04.20 Trivialis/Wissenswertes/Die Seemannschaft Beitrag
30.03.20 Trivialis/Dramaturgie Corona Virus       neu Beitrag
22.03.20 Seemansgarn/Piraterie in der Adria Beitrag
11.03.20 Glossar/Die Isobaren (Aufsatz) Beitrag
28.02.20 Glossar/Der Meltemi (Aufsatz) Beitrag
23.02.20 LB/SR/4 Türk. MM/ & Mittemeer Region Türkei Beitrag
23.02.20 LB/SR/4 Türk. MM/Ägäisregion Türkei Beitrag
23.02.20 LB/Segel-Reviere/4. Türkisches Mittelmeer neu Beitrag
18.02.20 LB/SR/Ägäisches Meer/O-Ägäische Inseln neu Beitrag
17.02.20 LB/SR/Ägäisches Meer/Dedokanes           neu Beitrag
16.02.20 LB/SR/Ägäisches Meer/Südl. Kykladen     neu Beitrag
15.02.20 LB/Segel-Reviere/3. Ägäisches Meer        neu Beitrag
08.02.20 Logbuch/Törnplanung 2020 Beitrag
01.02.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Saison Finale Bari Beitrag
01.02.20 Logbuch/Törnberichte 2019/Saison Ende in Bari Beitrag
26.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Bari-Tremiti mit AS Beitrag
26.01.20 LB/TB 2019/Apulien&Tremiti mit AS Juli Beitrag
24.01.20 MSY BlueWhale/Gästeseite/AS an Apuliens Küste Beitrag
23.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Apulien L&K Teil 3 Beitrag
23.0120 LB/TB 2019/Apulien/Teil 3 Bari nach Vieste Beitrag
17.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Apulien L&K Teil 2 Beitrag
17.01.20 LB/TB 2019/Apulien/Teil 2 Bari & Umgebung Beitrag
14.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Apulien L&K Teil 1 Beitrag
14.01.20 LB/TB 2019/Apulien/Teil 1 Otranto-Monopoli Beitrag
14.01.20 Logbuch/Törnberichte 2019/Die Perlen Apuliens Beitrag
10.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/GRE nach Apulien Beitrag 
10.01.20 Logbuch/Törnberichte 2019/Nach Apuliens Küste Beitrag 
08.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Landreise Albanien Beitrag
06.01.20 Logbuch/Törnberichte 2019/Rundreise Albanien Beitrag
04.01.20 Galerie/Bildergalerie 2019/Brüd. Törn Beitrag
04.01.20 Logbuch/Törnberichte 2019/Brüd. Törn Beitrag
03.01.20 Trivialis/Schiffs-Bibliothek   Struktur/Untert. Beitrag
03.01.20 Trivialis/Wissenswertes  Stuktur/Untertitel Beitrag
03.01.20 Changelog/ Mainpage überarbeitet kein link
03.01.20 Changelog/ Link zu Archiv 2019 Beitrag
02.01.20 MSY BlueWhale/Gästeseite/Brüd. Gäste Crew Beitrag

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Bildergalerie 2020

Bilderbogen eines Segel-Lock-Downs

Leider hat die Segelsaison 2020, die eigentlich keine war, nur wenige Bilder hervorgebracht. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und habe sie gleich auf dem Titelblatt gespeichert. Die Hoffnung ist weiterhin ungebrochen, dass die kommende Saison, die Galerie 2021, mit interessanten Bildern von neuen Abenteuern überquillt.

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Bilderbogen Lock-Down Blue Whale 2020

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Hinweis;  Alle Bilddokumente sind mit aktiven Links versehen!

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